Russland stellt Bedingung für Ende des Ukraine-Kriegs – Selenskyj macht bei Trump großes Zugeständnis

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Nach Selenskyjs Besuch in Mar-a-Lago hat sich nun Kreml-Sprecher Peskow zu Wort gemeldet. Er erneuerte die russischen Forderungen nach ukrainischen Gebieten.

Kiew/Moskau – Während der Beginn des Ukraine-Kriegs durch die russische Invasion im Februar 2022 langsam aber sicher darauf zusteuert, sich zum vierten Mal zu jähren, lassen die von US-Präsident Donald Trump unterstützten Friedensbemühungen weiter auf konkreten Ergebnisse warten. Am Sonntag empfing der Republikaner Wolodymyr Selenskyj in seinem Anwesen in Mar-a-Lago, zuvor hatte er ein Telefongespräch mit Wladimir Putin geführt. Immer wieder erneuerte Russland in den vergangenen Wochen und Monaten seine Forderung nach ukrainischen Gebietsabtretungen im Hinblick auf ein mögliches Ende des Kriegs. So jetzt auch kurz nach dem jüngsten Treffen Trumps und Selenskyjs.

Fotomontage ukrainischer Soldaten (l.) und Dmitrij Peskows (r.) © IMAGO / ABACAPRESS und IMAGO / ZUMA Press

Kreml-Sprecher Peskow erneuert Forderungen um ukrainische Gebietsabtretungen

Schon Montag (29. Dezember), tags nach Selenskyjs Empfang in Mar-a-Lago, meldete sich Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow einmal mehr hinsichtlich eines potenziellen Endes des Ukraine-Kriegs zu Wort. Dabei stellte Peskow erneut die Bedingung des Kremls klar, unter der eine Einstellung der Kampfhandlungen mit der Ukraine denkbar sei: Die ukrainischen Streitkräfte müssten sich demnach aus dem Donbass zurückziehen, berichten das russische Medium Kommersant und die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den Kreml-Sprecher.

Peskows Äußerungen dienten auch als Kommentar auf vorige Äußerungen des russischen Präsidentenberaters Juri Uschakow, denen zufolge die Ukraine eine „mutige, verantwortungsvolle Entscheidung“ hinsichtlich des Donbass treffen müsse, um den Krieg mit Russland beizulegen. Während der Pressekonferenz, in deren Rahmen Peskow jene Aussage tätigte, wurde der Kreml-Sprecher auch gefragt, ob damit eine vollständige Gebietsabtretung des gesamten Donbass an Russland gemeint sei.

Auf ein Statement zu Cherson und Saporischschja verzichtete Peskow

„Natürlich“, antwortete Peskow laut Tass. „Damit ist der Abzug der Streitkräfte des Regimes aus dem Donbass über die Verwaltungsgrenzen hinaus gemeint“, fügte der Kreml-Sprecher hinzu. Auf die Frage, ob dies auch für die Regionen Cherson und Saporischschja gelte, antwortete der Kreml-Vertreter, dass er „nicht auf einzelne Bestimmungen öffentlich eingehen“ werde.

Bei dem Empfang Selenskyjs bei Trump in Mar-a-Lago wiederum hatten die beiden Regierungschefs am Tag zuvor unter anderem den von der Ukraine ausgearbeiteten 20-Punkte-Friedensplan diskutiert. Vorgesehen ist darin unter anderem, den aktuellen Frontverlauf einzufrieren. Die Ukraine würde demnach einen Teil ihrer Truppen im Donbass für die Schaffung einer entmilitarisierten Pufferzone zurückziehen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Es ist das bisher größte Zugeständnis Kiews in territorialen Fragen. Der möglicherweise weitreichende Schritt soll Selenskyj zufolge in der Ukraine im Zuge eines Referendums abgestimmt werden.

Militärexperte erwartet weitere Eskalation im Donbass zum Jahresbeginn 2026

Wie es nun im Ukraine-Krieg betreffend möglicher Friedensverhandlungen weiter geht, bleibt damit weiterhin offen. Ob das neue Donbass-Zugeständnis Russland reicht, ist nicht klar.

Russische Luftangriffe halten an und trafen jüngst auch die Stadt Bila Zerkwa im Oblast Kiew. Zahlreiche Frontabschnitte bleiben weiterhin erbittert umkämpft, darunter auch die strategisch wichtige Region um die Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine. Vor einer baldigen weiteren Eskalation im Donbass warnte nun auch der russische Militärexperte Viktor Baranets. Wie das Onlineportal Voennoe Nedelo berichtete, erwartet Baranets davor, dass Kämpfe um strategisch wichtige Städte im Donbass spätestens ab Mitte Januar weiter eskalieren dürften. (Quellen: Kommersant, Tass, Voennoe Nedelo, AFP) (fh)