"Wenig eingezahlt, wenig Rentenpunkte, wenig Rente": Leser über Herbert Knaup

Knaup berichtet offen davon, dass er von seiner gesetzlichen Rente allein nicht leben könne und deshalb weiterarbeiten muss. Das stößt in der Community auf Kontroversen: Während viele Leser die ständigen Klagen bekannter Persönlichkeiten kritisch sehen und Eigenverantwortung einfordern, nutzen andere die Gelegenheit, um grundsätzliche Missstände des deutschen Rentensystems anzuprangern. Besonders groß sind die Zweifel an der Glaubwürdigkeit prominenter Renten-Kritik, aber auch das althergebrachte System der gesetzlichen Rente selbst wird in Frage gestellt. 

Kritik an Promi-Rentenklagen

Mit 51 Prozent stellt die Distanz zu prominenten Klagen das größte Meinungsbild dar. Viele Leser werfen Prominenten wie Herbert Knaup mangelnde Eigenvorsorge vor und empfinden das öffentliche Beschweren über die gesetzliche Rente als unsolidarisch gegenüber der Allgemeinheit. Die Community hinterfragt, ob Prominente mit hohen Einkünften wirklich Anspruch auf Mitgefühl haben, und bemängelt, dass oft Fakten zum Einzahlungsverhalten fehlen. Die Beiträge mahnen zudem zur Eigenverantwortung und kritisieren, dass die Berichte kaum die Realität der meisten Bürger widerspiegeln. Die Diskussion bewegt sich dabei auch zwischen Aufklärung über das System und drastischer Ablehnung weiterer Promi-Schicksalsgeschichten.

"Es ist erstaunlich, dass Schauspieler, Sänger etc. immer, wenn sie sich dem Rentenalter nähern, hört man von ihnen, dass die Rente zu niedrig ist. Davon kann man nicht leben. Jetzt frage ich mich, da die genannte Berufsgruppe ja nicht dümmer als ein Arbeiter oder Angestellter sein kann. Jeder weiß, wenn man keine oder nur geringe Beiträge in die Rentenversicherung bezahlt, bekommt man hinterher auch wenig heraus."  Zum Originalkommentar

"Der bestimmt 50. Promi, der in der Presse seinen Unmut über seine Rente losgeworden ist. Diese Promis wissen aber auch selber, dass sie in den meisten Fällen nichts oder nur wenig eingezahlt haben. Auch wissen sie, dass man als Selbstständiger selber für seine Altersvorsorge aufkommen muss. Aber durch solche Berichte ist man wieder mal in der Presse. Allerdings ist der Hintergrund schon ziemlich ausgeschöpft, weil halt schon zigmal berichtet wurde."  Zum Originalkommentar

"Was uns Herr Knaup sicherlich mitteilen möchte, ist, dass er von seiner gesetzlichen Rente - die er mit 69 vermutlich bereits einige Zeit bezieht - nicht seinen gewohnten Lebensstandard halten könnte. Allerdings dürfte dieser wohl auch um einiges höher sein als der der meisten Durchschnittsbürger, insofern also als Beurteilungsmaßstab für die Leistungsfähigkeit des deutschen Rentensystems völlig irrelevant."  Zum Originalkommentar

"Ich kann das Gejammer der ganzen Stars nicht mehr hören. Deren Rentenhöhe entspricht den Rentenpunkten, die sie während ihres Arbeitslebens erworben haben, mit Beiträgen an die Rentenversicherung. Wenig eingezahlt, wenig Rentenpunkte, wenig Rente. So einfach ist das."  Zum Originalkommentar

Kritik an individuellem Vorsorgeverhalten

Einige Leser (15 Prozent) machen sich dafür stark, individuelle Fehler bei der Vorsorge klar zu benennen. Es wird betont, dass Eigenverantwortung von jedem verlangt wird – auch von Prominenten mit guten Einkünften. Bemängelt wird, wenn trotz hohem Einkommen keine ausreichenden Rücklagen fürs Alter gebildet wurden. Die Kommentierenden weisen darauf hin, dass jahrzehntelanges gutes Verdienen keineswegs eine Garantie für eine üppige Rente ist, wenn entsprechende Beiträge nicht gezahlt wurden. Die Kritik richtet sich außerdem gegen öffentliches Klagen auf hohem Niveau.

"Es ist ihm zu gönnen, dass er hier vorausschauend vorgesorgt hat. Viele seiner Kollegen aus Theater und Showbusiness haben das nicht getan und sind im Alter nicht in der Lage, über die Runden zu kommen. Aber er jammert ja auch nicht im Vergleich zu anderen. Dieses Rentensystem der Umlage ist darauf ausgelegt, wer viel einbezahlt, bekommt eine relativ auskömmliche Rente im Alter. Wer natürlich einem hohen Lebensstil frönt, der bekommt generell ein Problem, aber das betrifft jeden, der dann so lebt über seine Verhältnisse."  Zum Originalkommentar

"Wenn Herr Knaup freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, ist es seine persönliche Entscheidung. Er konnte sich für andere Arten der Altersvorsorge entscheiden, was er zum Teil auch tat. Sein Jammern ist schlicht unpassend."  Zum Originalkommentar

"Ach Gottchen - jahrelang sehr gut leben wegen sehr wenig Sozialbeiträgen, nicht vorsorgen und jetzt weinen? Sind halt die Schattenseiten; als Selbstständiger kassieren und dann Einnahmen als Arbeitnehmer erwarten - genau mein Humor."  Zum Originalkommentar

Zustimmung zu Eigenvorsorge

In 14 Prozent der Kommentare zeigen sich die Lesenden überzeugt, dass Eigenvorsorge unerlässlich ist. Sie stimmen Herbert Knaup zu, dass Zusatzlösungen und Eigeninitiative im deutschen Rentensystem wichtiger denn je seien. Thematisiert wird jedoch auch die Problematik, dass nicht jeder dazu in der Lage ist, gerade bei niedrigen Einkommen oder schwierigen Beschäftigungsverhältnissen. Leser äußern auch Sorgen über politische Eingriffe in private Vorsorge und wünschen sich mehr Sicherheit und Transparenz.

"In der Kampagne geht es darum, den jungen Leuten klar zu machen, dass, leicht nachrechenbar, die Rente nur eine minimale Lebensbasis sein wird. Aber, aber, wie sicher ist die private Vorsorge? Wer garantiert die Verzinsung und Auszahlung von privaten Versicherern? Ein warnendes Beispiel sind die USA, wo im Jahr 2008 Millionen Rentner ihre Ersparnisse verloren. Es geht nur mit staatlicher Kontrolle und Garantie."  Zum Originalkommentar

"Eigenvorsorge war schon immer angebracht und vom Staat auch gewünscht. Umso absurder sind daher die jetzigen Diskussionen um eine Vermögensabgabe, was für diejenigen, die für das Alter vorgesorgt haben, nichts anderes als eine Abgabe eines Teils ihrer eigenen Altersvorsorge bedeutet! Und zwar zur Umverteilung an diejenigen, die nie vorgesorgt oder sogar noch nie etwas in unsere Sozialsysteme eingezahlt haben. Das ist doch keinem mehr zu vermitteln, was in diesem Sozialstaat abläuft."  Zum Originalkommentar

"Man kann und sollte sich nicht ständig auf andere (Staat) verlassen und selbst vorsorgen. Wird sich in Zukunft auch nicht ändern, eher noch mehr in diese Richtung verschieben."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Rentensystem-Verständnis

Sieben Prozent der Lesenden äußern Zweifel, ob Herbert Knaup das Rentensystem richtig verstanden oder korrekt dargestellt hat. Die Kommentare fordern konkrete Zahlen und Erklärungen zum Einzahlungsverhalten, zur Rentenformel sowie zu Rentenpunkten. Häufig wird die Kritik an der Rente als nicht nachvollziehbar bezeichnet, solange Details fehlen. Einige Nutzer teilen eigene Berechnungen oder verweisen auf die Transparenz der Rentenbescheide. Im Zentrum steht der Wunsch nach sachlicher Information statt pauschaler Kritik.

"Ohne konkrete Zahlen zu Einzahlung und aktueller Rente kann man solche Berichte vertonnen. Eine max. Rente 2025/2026 liegt bei ca. 3.590 EUR Brutto bei 45 Berufsjahren, das haben aber nur sehr wenige Personen in Deutschland. Netto wären das nach Steuern, KV etc. ca. 2.900 EUR. Davon kann man als normaler Rentner sehr ordentlich leben. Nur mal angenommen, er erreicht einen solchen Wert, ist die Frage, welcher Lebensstil und wie hoch seine laufenden Kosten sind."  Zum Originalkommentar

Kritik an Sozialstaat und Rente

Weitere sieben Prozent üben pauschale Kritik am deutschen Sozialstaat und Rentensystem. Sie sehen die Strukturen als ungerecht, überfordert oder wiederholt ‚geplündert‘, insbesondere durch politische Maßnahmen und externe Belastungen wie die Wiedervereinigung oder Migration. Die Leser fordern einen grundlegenden Neustart sozialer Sicherungssysteme. Oft mischt sich Frust über das Umlageverfahren mit Vergleichen zur Situation von Rentnern in anderen Ländern oder zwischen Renten und Beamtenpensionen.

"Ja genau. Das ist der Sozialstaat und wir müssen ihn schleifen."  Zum Originalkommentar

"Der nächste, bitte. Das ist unser täglich Brot für normale Rentner. Nun müssen die Schauspieler noch mal nachlegen. Ja, 48 % ist eine Frechheit. Weltweit die schlimmste Ausbeutung, neben höchster Steuer. Dazu ein entgleistes Sozialversicherungssystem. Wer soll sich das noch bieten lassen? Deutschland ist weiter im Tiefschlaf."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Rentenpolitik

Zwei Prozent der Leserschaft äußern Zweifel an der Zukunft des Umlageverfahrens und sehen die demografische Entwicklung als Problem für die jüngeren Generationen an. Sie fragen nach den politischen Verantwortlichen und werfen sämtlichen Parteien Untätigkeit oder Mutlosigkeit vor. Gleichzeitig schwingt die Sorge um eine wachsende Belastung der Jungen zur Finanzierung der Renten mit und es werden pessimistische Zukunftsszenarien skizziert.

"Alle Jahre wieder, diese Diskussion. Und? Genau. Nichts hat sich geändert. Weder unter Schwarz-Gelb. Noch "damals" unter Rot-Gelb. Nicht unter Schwarz-Rot. Und auch nicht unter Schwarz-Rot-Gelb. Und nein, auch nicht unter Rot-Grün. Tja, wenn es nicht an den Parteien und deren Vertretern liegt, woran mag es denn dann liegen? Will man das Rentensystem nicht auf neue Beine stellen, kann man nicht oder darf man nicht? Fragen über Fragen. Und wenn die Parteifarben keine Antworten geben, wer wird die Antwort(en) geben? Mein Vorschlag, genau so sinnfrei wie alles zu diesem Thema: Nie etwas einzahlen und ab Renteneintritt 5000 Euro netto aufs Konto bei vollständiger Übernahme der Wohnungskosten durch den Staat. Wie gesagt, genauso sinnfrei ...."  Zum Originalkommentar

"Wenn Ihr Boomer als geburtenstarke Jahrgänge aus dem Rentenbezug wieder raus seid, sieht es wieder besser aus mit dem System und der Finanzierung. Hauptsächlich eure Generation ist kaum zu versorgen, weil ihr zu viele seid und zu wenig Nachwuchs im Vergleich zu eurer Zahl an Menschen hattet. Ihr habt die Schieflage verursacht, nach euch wird es besser, nur müssen die Generationen nach euch die finanziellen Lasten für euch und sich selbst tragen. Die erwischt es also viel schlimmer als euch Boomer."  Zum Originalkommentar

""Die junge Generation kann nicht von der Rente leben, sondern muss selbst vorsorgen." Die junge Generation wird nicht vorsorgen können, weil sie die Rentner versorgen muss."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Mit den restlichen vier Prozent werden hier Kommentare gesammelt, die sich keiner klaren Perspektive zuordnen lassen. Sie tangieren verschiedene Themen am Rande oder bleiben im Allgemeinen, ohne einen stringenten Standpunkt einzunehmen.

"Was soll das schon wieder? Wer sich als Selbstständiger nicht am System beteiligt, bekommt am Ende auch nichts raus. Und der Gute ist Schauspieler, der hat nicht wie ein Arbeiter 40 Jahre lang eingezahlt. Ich will ihm nicht absprechen, dass er was eingezahlt hat - aber eben sicher nicht systematisch."  Zum Originalkommentar

"Ich kenne ihn zwar nicht, aber wie wäre es mit Dschungelcamp? Machen andere C-Promis, die Geld brauchen, auch so."  Zum Originalkommentar

"Für den "normalen" Arbeitnehmer muss es doch auch reichen. Machen wir es kurz: Wie ist die Spendennummer?"  Zum Originalkommentar

Die Diskussion zeigt: Die Meinungen zu Herbert Knaups Kritik am Rentensystem driften weit auseinander. Wie bewerten Sie die Rolle von Prominenten in der Debatte und was erwarten Sie von der Politik? Diskutieren Sie mit!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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