„In acht Wohnungen leben Kinder“: Neun Asylunterkünfte Oberbayern werden 2026 geschlossen

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Das Landratsamt gibt neun Unterkünfte auf, weil dort die Mietverträge auslaufen. 72 Bewohner müssen umziehen.

Erding - Das Landratsamt Erding reduziert die Zahl freier Plätze in Flüchtlingsunterkünften: Neun Objekte im Stadtgebiet sollen im Jahr 2026 geschlossen werden. Das gab Landrat Martin Bayerstorfer bei der Jahrespressekonferenz in Wartenberg bekannt.

Geplant sei, im Laufe des Jahres mehrere kleinere Unterkünfte in der Stadt Erding schrittweise aufzulösen und die Wohnungen wieder dem angespannten privaten Wohnungsmarkt zuzuführen, wie Matthias Huber, Leiter des Liegenschaftsmanagements im Landratsamt, erklärte. Konkret sollen im Zeitraum von März bis Dezember 2026 insgesamt neun Unterkünfte in Wohnungen sowie Ein- und Mehrfamilienhäusern geschlossen werden. „Hier laufen die Mietverträge aus, und diese werden wir nicht verlängern. Die werden wir zurückgegeben, damit sie dem normalen Wohnungsmarkt wieder zur Verfügung stehen“, so Huber. Betroffen ist eine Kapazität von insgesamt 72 Plätzen.

Flüchtlingsheim Dr.Henkel-Straße Erding
Bestehen bleibt die Unterkunft in der Dr.-Henkel-Straße. Sie könnte zur neuen Bleibe werden für die von der Kündigung betroffenen Personen. © Raffael Scherer

Bewohner sollen in Unterkünfte in umliegende Gemeinden umziehen

Ziel sei es, bestehende Überkapazitäten verantwortungsvoll abzubauen und gleichzeitig eine sozialverträgliche Unterbringung der betroffenen Menschen sicherzustellen. Vorgesehen ist, die Bewohnerinnen und Bewohner überwiegend in Unterkünfte in umliegenden Gemeinden mit geringerer Auslastung zu verlegen. Damit solle auch zwischen den Kommunen für mehr Gerechtigkeit gesorgt werden. „Erding hat im Vergleich zu anderen Gemeinden eine sehr hohe Quote“, betonte Huber. Diese liege derzeit bei 245 Prozent.

Landkreisweit beträgt die Erfüllungsquote aktuell 104 Prozent. Zwölf Landkreise und kreisfreie Städte in Oberbayern liegen darunter, darunter der Landkreis Rosenheim mit 80 Prozent. Zehn Landkreise und Städte weisen laut Statistik des Landratsamts eine höhere Quote auf, Spitzenreiter ist der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit 132 Prozent.

Menschen sollen auch Alternativen innerhalb der Stadt angeboten werden

Gleichzeitig stellte Huber klar, dass den von Kündigungen betroffenen Menschen in Erding auch Alternativen innerhalb der Stadt angeboten werden sollen. „In acht Wohnungen leben Kinder“, sagte er. Aufgrund von Schul- oder Kindergartenbesuch sowie bestehender sozialer Bindungen sei es in solchen Fällen notwendig, Umzüge innerhalb Erdings zu ermöglichen – insbesondere in die Unterkünfte in der Dr.-Henkel-Straße oder der Marie-Curie-Straße.

Im weiteren Vorgehen wolle das Landratsamt zudem prüfen, in welchen Gemeinden mit aktuell hoher Belegung zusätzliche Entlastungen möglich sind. Ziel sei es eben, die Unterbringung „im gesamten Landkreis ausgewogen, effizient und für alle Beteiligten tragbar zu gestalten“.

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