"Chinesen haben es eben drauf - sie betreiben effektive Forschung"

Ein technologischer Durchbruch aus China beim sauberen Einsatz von Kohle sorgt für eine vielschichtige Debatte: Ein FOCUS-online-Artikel berichtet über ein Verfahren, das den CO2-Ausstoß bei der Kohleverarbeitung auf ein Minimum reduziert und dabei wichtige Rohstoffe effizienter erzeugt. In der Community prallen vor allem zwei zentrale Sichtweisen aufeinander: Auf der einen Seite steht die breite und kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Forschungspolitik, die als rückständig und ideologisch geprägt beschrieben wird. Demgegenüber betonen einige Leser die Umwelt- und Gesundheitsrisiken der verwendeten Chemikalien. Andere loben Chinas Innovationskraft oder äußern Ironie zu Deutschlands Weg. 

Kritik an deutscher Forschungspolitik

Mit 47 Prozent dominiert die Kritik an der deutschen Forschungspolitik die Diskussion. Viele Leser vergleichen das innovative Vorgehen Chinas, wie im Artikel beschrieben, mit einem aus ihrer Sicht ideologisch getriebenen und innovationsfeindlichen Kurs in Deutschland. Sie äußern Unzufriedenheit über politische Eingriffe, die Vernachlässigung technologieoffener Forschung und sehen einen Verlust an Ingenieurkompetenz und Talenten. Der Fokus liegt auf der Frage, ob Deutschland den technologischen Anschluss verliert und wie politische Rahmenbedingungen den Fortschritt behindern.

"Früher war Deutschland Entwicklungs-Weltmeister. Heute sind es die Chinesen? Warum? Deutschland spricht immer darüber, wie es nicht geht. Die Chinesen sprechen darüber, wie es geht. Damit ist Deutschland abgehängt. Die Laberei auf allen Kanälen ersetzt kein kluges Handeln. So wird man zum Wachstums-Schlusslicht. Bereits jahrelang."  Zum Originalkommentar

"Zeigt, dass Forschung frei sein muss, ohne staatliche Bevormundung. Es ist sinnlos, in gute (Umwelt) und schlechte Forschung (Gentechnik) zu unterscheiden. Auch sollte man sich an den Ergebnissen orientieren!"  Zum Originalkommentar

"In einer grün-ideologisch durchorganisierten Gesellschaft hat freie Wissenschaft keine Chance. Für derartige Forschungen gäbe es hier keinen Cent, allein beim Wort "Kohlenstoff" bricht Panik aus. Dass es hier gar nicht um Kraftstoff geht wie bei der klassischen Fischer-Tropsch-Synthese, sondern um die stoffliche Nutzung von Kohlenstoff für Kunststoffe etc., können sich die Kohleausstiegsapostel nicht vorstellen."  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur deutschen Gegenwart

Einige Leser (13 Prozent) äußern sich sarkastisch über die Lage in Deutschland, oft im Vergleich mit den im Artikel beschriebenen Innovationen aus China. Dabei nutzen die Leser Ironie, um auf wahrgenommenen Rückschritt, Bürokratie und gesellschaftliche Debatten wie Gender-Themen hinzuweisen. Viele heben humorvoll hervor, dass Deutschland heute eher auf Ideologie als auf Wissenschaft setze und Innovationen anderen Ländern überlasse.

"Liebe Jugend, so löst man Probleme. Nicht mit gendern oder auf die Straße kleben."  Zum Originalkommentar

"Tolle Sache - wird in die grüne Welt der grünen Einfalt aber keinen Eingang finden, weil logisch, günstig und menschenfreundlich."  Zum Originalkommentar

Kritik an grüner Klimapolitik

Mit elf Prozent geht eine beachtliche Anzahl der Kommentare direkt auf die grüne Klimapolitik ein, die auch im Artikel zum Thema Kohleverarbeitung und Umweltschutz eine Rolle spielt. Die Leser werfen insbesondere den Grünen eine innovationshemmende Haltung und übermäßige Fokussierung auf Verbote vor. Sie sehen wirtschaftliche Nachteile durch den politischen Kurs und nehmen die chinesische Lösung als Beweis für technologische Alternativen wahr. Wirtschaftliche und politische Folgen dieser Linie werden kritisch betrachtet.

"Tja, die Chinesen mal wieder… Wollen uns zeigen, wie man Kohlekraftwerke weniger CO2 ausstoßend macht! Dabei hätte ein Blick nach Deutschland gereicht, um zu sehen, wie die links-grünen Systemparteien Kohlekraftwerke völlig CO2-neutral machen! Ein Blick auf Google hätte vollkommen gereicht: „In den letzten Jahren wurden in Deutschland mehrere Kohlekraftwerke stillgelegt, besonders bedeutend war die Abschaltung von 15 Blöcken zum 1. April 2024, darunter sieben Braunkohle-Kraftwerksblöcke im Rheinischen Revier und Brandenburg“"  Zum Originalkommentar

"Na los geht's. Damit wird Kohleverarbeitung im Prinzip umweltfreundlich, auch wenn die linksgrün angehauchte Kommentatorin das nicht zugeben will."  Zum Originalkommentar

"Die Grünen wissen doch seit Jahren, dass es nur eine Alternative gibt: Windräder, PV-Anlage, Wärmepumpe, E-Pkw. Es ist doch alles zu Ende entwickelt, Pkw-Motoren, Kraftwerk können nicht mehr weiterentwickelt werden. Die allwissenden Grünen mit zahllosen Fachausbildungen sind wissenschaftlich allen anderen voraus. Nur die Grünen wissen, wie die Zukunft aussieht."  Zum Originalkommentar

"Die Grünen haben natürlich alle Anlagen hier abgerissen!"  Zum Originalkommentar

Zustimmung zu chinesischer Innovationskraft

Ebenfalls elf Prozent der Beiträge heben die Innovationsstärke und Problemlösungskompetenz Chinas hervor, wie sie durch den neuen Ansatz im Artikel sichtbar wird. Viele Kommentierende drücken Respekt für die Effizienz und Zielorientierung der chinesischen Forschung aus und sehen hier ein Vorbild für Deutschland. Besonders der technologische Pragmatismus und die Fokussierung auf Lösungen werden gelobt, häufig verbunden mit einer kritischen Sicht auf vermeintlich ideologisch belastete deutsche Strukturen.

"Herzlichen Glückwunsch an die Chinesen zu diesem Forschungserfolg. Früher wurde in Deutschland auch mal geforscht. Heute fast nur noch gejammert."  Zum Originalkommentar

"Wer noch nicht in China war, soll es machen, geht ja jetzt visafrei. Das ist ja nicht alleine diese Technologie. Wer mal die Hochgeschwindigkeitszüge gefahren ist, für den ist der ICE ein Bummelzug. Wenn man die Bauzeit von Stuttgart 21 anschaut, beschämend. Und die Lebensqualität ist gestiegen, selbst über Millionenmetropolen blauer Himmel. Ok, es gibt eine massive Kameraüberwachung, nur glaube ich, dass dies vor allem Frauen lieber ist als unsere "Freiheit". Die können spät abends noch alleine durch die Stadt laufen."  Zum Originalkommentar

"Die Chinesen haben es eben drauf. Sie bertreiben effektive Forschung, wir verteufeln erst einmal alles, was nicht mehr ins Bild passt. Für intensive Forschung ist eben nicht genügend Geld da."  Zum Originalkommentar

"Verflixt nochmal, so geht's natürlich auch - wir verpulvern unser Geld in teure Wärmepumpen, um CO2 einzusparen. Diese Chinesen aber auch, nee, das geht gar nicht ..."  Zum Originalkommentar

"Was so geht, wenn man Technologie und Wissenschaft als Teil der Lösung behandelt und nicht als Problem."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Umweltfolgen Brommethan

Mit drei Prozent ist die kritische Diskussion um die Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Brommethan, dem zentralen Zusatzstoff im chinesischen Verfahren, am Rande präsent. Leser hinterfragen, ob die CO2-Einsparung mögliche negative Folgen wie die Toxizität oder das Schädigungspotenzial für die Ozonschicht aufwiegt. Diese Stimmen fordern eine umfassende Bewertung aller Nebenwirkungen der Innovation, wie sie im Artikel nur teilweise angesprochen wird.

"Leider ist Brommethan eine der giftigsten Chemikalien überhaupt und noch dazu zerstört es die Ozonschicht. Der kleine benötigte Prozentsatz hört sich erstmal nicht schlimm an, im großen Maßstab vertreibt man allerdings den Teufel mit dem Beelzebub. CO2 erhöht zwar den Treibhauseffekt, ist aber grundsätzlich eine lebensnotwendige Verbindung und im chemischen Sinn nicht giftig (das mit dem Ersticken ist eher ein Problem der tierischen Atmung)."  Zum Originalkommentar

Einordnung: Tatsächlich gilt Brommethan international als problematische Substanz. Es wurde früher breit als Begasungsmittel eingesetzt, ist aber wegen seiner akuten Giftigkeit und seines ozonschädigenden Potenzials im Rahmen des Montrealer Protokolls weitgehend verboten. Nur eng begrenzte Ausnahmen sind noch zulässig. Ob und in welcher Form der Stoff in neuen industriellen Verfahren eingesetzt werden dürfte, hinge von strengen Auflagen, geschlossenen Kreisläufen und einer klaren Gefahrenbewertung ab. CO2 ist zwar kein Giftstoff, treibt jedoch in hoher Konzentration den Klimawandel an. Die zentrale Frage bleibt, ob technischer Fortschritt Emissionen senkt, ohne neue Umweltprobleme zu schaffen.

Sonstige Stimmen

Sonstige Stimmen machen 15 Prozent der Kommentare aus. Viele dieser Beiträge greifen Aspekte aus allen Lagern auf, bleiben aber unspezifisch oder mischen Themenbereiche. Die Kommentare spiegeln unterschiedliche Fragen, Beobachtungen und kleinere Zweifel wider, ohne eine klar erkennbare gemeinsame Richtung. Hier werden Einzelaspekte angerissen, mal humorvoll, mal hinterfragend.

"Ist das eine Ente? Wenn das so einfach wäre, dann würde der CO2-Zertifikatemarkt der EU komplett neu aufgemischt. Dann wären Gaskraftwerke die neuen Bösen."  Zum Originalkommentar

Der chinesische Ansatz zur sauberen Kohlechemie löst bei den Lesern ganz unterschiedliche Reaktionen aus. Ist Deutschlands Forschungslandschaft noch konkurrenzfähig, oder bremsen politische Vorgaben und ideologische Debatten den Fortschritt aus? Diskutieren Sie mit: Wie bewerten Sie den neuen Weg aus China – und was sollte Deutschland daraus lernen?

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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