Autoclubs: Das sind die besten Alternativen zum ADAC

Nachdem der ADAC-Verkehrspräsident in einem Interview höhere Benzin- und Dieselpreise gefordert hat, weil die wegen der Klimaziele nötig seien und Elektroautos die Zukunft, reißt die Kritik am Autoclub nicht ab. Vor allem die Mitglieder sind mit dem Kurswechsel des Autoclubs – weg vom "Anwalt der Autofahrer" – nicht immer einverstanden, denn rund 90 Prozent von ihnen fahren selbst Verbrenner mit Benzin-, Diesel oder Hybridantrieb. Manche Mitglieder treten sogar aus.

Doch welche Alternativen zum ADAC gibt es überhaupt? FOCUS online hat sich einige angeschaut. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Kfz-nahen Leistungen, also Pannenhilfe und sonstigen Serviceleistungen rund ums Auto. Hier muss es nicht immer ein Automobilclub sein, oft reicht bereits ein Schutzbrief der Kfz-Versicherung.

1. Alternativen zum ADAC – andere Automobilclubs

Das deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) führt seit 2006 im Auftrag verschiedener Medien Vergleiche durch. Zuletzt wurden dabei 2025 auch Automobilclubs getestet. Das Ergebnis: "Die Clubs erzielen im Schnitt ein gutes Gesamtergebnis von 75,8 Punkten und schneiden damit etwas besser ab als in der Vorstudie 2023. Der Platzhirsch ADAC landet im Ranking allerdings nur auf Rang sechs. Die aktuelle Studie belegt: Europas größter Automobilclub (über 22 Millionen Mitglieder) bietet im Vergleich zwar den besten Leistungsumfang, aber nicht ganz günstige Beitragskonditionen", so das DISQ. Hier einige ADAC-Alternativen aus dem aktuellen Vergleich:

Mobil in Deutschland

Deutschlands jüngster Automobilclub (Platz 1 in der aktuellen DISQ-Studie) verzeichnet nach eigenen Angaben durch die aktuelle ADAC-Diskussion einen starken Mitgliederzuwachs. Das mag auch damit zusammenhängen, dass Club-Präsident Michael Haberland seit Jahren oft eine klare Gegenposition zum ADAC einnimmt. "Mobil in Deutschland" spricht sich zum Beispiel klar gegen das Verbrenner-Verbot aus, legt sich demonstrativ mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) an und will den klimafreundlichen Dieselkraftstoff HVO100 in Deutschland pushen. Auch ein generelles Tempolimit auf Autobahnen lehnt der Club ab – der ADAC legt sich in diesem Punkt mittlerweile nicht mehr fest.

  • Der Club bietet drei Mitgliedschaften an (Basis, Premium und Premium Partner).
  • Ab 38 Euro pro Jahr gibt es den Basistarif mit deutschlandweitem Pannen-Schutzbrief, wobei die Pannenhilfe in Kooperation mit dem Autoclub AvD abgewickelt wird.
  • Im Premium-Tarif (68 bzw. 88 Euro pro Jahr mit Partner-Schutz für Ehefrau/Ehemann) sind weltweite Pannenhilfe, Abschleppen, Mietwagen sowie Fahrzeug- und bei Bedarf Krankenrücktransport abgedeckt. Dazu kommen weitere Leistungen wie telefonische Rechtsauskunft, Schlüsselhilfe oder Hilfe bei Dokumentenverlust.

Automobilclub von Deutschland (AvD)

Deutschlands ältester Automobilclub belegt in der DISQ-Studie Rang 2.

  • Für die klassischen Auto-Dienstleistungen gibt es drei Mitgliedschaften – "AvD Help" (ab 49 Euro im Jahr, Ermäßigungen für bestimmte Gruppen wie Schwerbehinderte), "AvD Help Plus" und "AvD Help Plus Family".
  • Der Familientarif kostet 129 Euro im Jahr, abgedeckt sind dann für alle Familienmitglieder Pannenhilfe-Leistungen inklusive Mietwagen bei Fahrzeugausfall, Krankenrücktransport, Rechtsberatung, Fahrrad-Schutzbrief und vieles mehr.

Dazu kommen beim AvD separat buchbare Angebote wie eine eigene Kfz-Versicherung, Reiserücktrittsversicherung oder eine Rechtschutzversicherung.

KS/Auxilia

Der Automobilclub KRAFTFAHRER-SCHUTZ e.V. (KS) ist nach eigenen Angaben der drittgrößte Autoclub Deutschlands. Den KS-Schutzbrief mit Pannenhilfe, Abschleppen und den üblichen Leistungen drum herum gibt es ab 49 Euro pro Jahr. Die KS bietet zudem weitere Leistungen wie eine Rechtsschutzversicherung an.

ACV

Politisch ist der Automobilclub-Verkehr (ACV) eher auf ADAC-Linie unterwegs und begrüßt ausdrücklich die "Verkehrswende". Von den Leistungen her ist der ACV aber mit anderen Clubs vergleichbar. Die Preise reichen vom Basistarif "Komfort" für 55 Euro jährlich bis zum Premium-Tarif für 101 Euro.

ACE Europa

Den Autoclub gibt es seit 1965. Der Basistarif kostet 82 Euro jährlich, die Premium-Tarife 105 bzw. 140 Euro. Im "Comfort Plus"-Tarif sind neben den üblichen Leistungen auch das Abschleppen in die Wunschwerkstatt (bis 50 km), Haustüröffnung sowie eine kostenlose Mitversicherung für die eigenen Fahrräder und E-Bikes enthalten.

ARCD

Der ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e.V. bietet Panne-, Unfall- und Abschlepphilfe in Europa und den angrenzenden Mittelmeerstaaten an, der Jahresbeitrags beträgt 89,90 Euro. Die Partnermitgliedschaft und eine Mitgliedschaft für jüngere Fahrerinnen und Fahrer gibt es ab 34,90 Euro jährlich.

2. Schutzbriefe bei Kfz-Versicherungen

Der Kfz-Schutzbrief ist eine Zusatzleistung der eigenen Autoversicherung. Hier sind die Kernleistungen, für die wahrscheinlich viele in einem Automobilclub sind - Pannenhilfe, Abschleppen, Ersatzwagen etc. – abgedeckt, kosten aber weniger. "Die Kosten für einen Kfz-Schutzbrief liegen in der Regel zwischen 20 und 50 Euro pro Jahr. Sie können den Schutzbrief auch bei einem anderen Versicherer abschließen. Allerdings ist er dann meist teurer als bei Ihrer bestehenden Kfz-Versicherung", heißt es beim Versicherungsvergleich Verivox. Manchmal ist ein Schutzbrief in der Versicherungspolice sogar ohne Mehrkosten enthalten. 

Achten muss man unbedingt auf den Geltungsbereich des Schutzbriefes, wenn man auf Reisen geht. Manchmal gibt es keine weltweite Abdeckung. Und auch die vielen kleinen Zusatzleistungen eines Autoclubs, sofern man sie denn benötigt, bieten Schutzbriefe nicht.

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