Almwirt schimpft über Pseudo-Wanderer: "Sitzen ganzen Tag feiernd in gut geheizter Hütte"

Jürgen Schimmelpfennig bewirtschaftet eine Selbstversorgerhütte des Deutschen Alpenvereins in den Allgäuer Alpen. Das ist eine einfache Unterkunft des Deutschen Alpenvereins, bei der die Gäste ihre gesamte Verpflegung und Ausrüstung selbst mitbringen und sich um Kochen, Heizen und Reinigen kümmern müssen. 

Sie ist vergleichbar mit einem einfachen Berggasthaus, hat aber keine Bewirtung und legt den Fokus auf Eigenleistung und Nachhaltigkeit. Obwohl es einfach zugeht, finden sich dort immer mehr Partygänger ein. "Oft wird die Hütte nur als Feierstätte gebraucht, eine ernsthafte Bergtour hat eh niemand mehr vor", wird der verärgerte Wirt von der "Augsburger Allgemeinen" zitiert.  

Almwirt schimpft über Pseudo-Wanderer, die Holzvorrat aufbrauchen

Viele Gäste sitzen laut Schimmelpfennig nur noch "den ganzen Tag feiernd in der gut geheizten Hütte“. Teilweise würden sie nicht einmal mehr zahlen.

Auf der Hütte gebe es einen Holzvorrat, der früher den ganzen Winter über gereicht habe. Nun sei der Vorrat oft schon nach vier Wochen aufgebraucht. Er sei gezwungen, unter Lawinengefahr nochmals auf die Hütte zu gehen und weitere Holzvorräte anzulegen, so der Wirt laut der "Augsburger Allgemeinen".  

Bergwacht entsetzt: Unbekannte brechen Schutzhütte auf – "trauriger Höhepunkt“

Erst im Oktober hatten Unbekannte die Notunterstandshütte der Bergwacht Ramsau am Watzmann-Hocheckgipfel massiv beschädigt, wie die Bergwacht auf ihrer Facebook-Seite berichtete. Die Wand zwischen dem öffentlich zugänglichen Schutzraum und dem abgesperrten Notlagerraum für die Bergrettung wurde mit roher Gewalt durchbrochen. 

Einen Grund für den Vadalismuis sieht der DAV inzwischen auch in den sozialen Netzwerken: Markus Block, Sprecher des Alpenvereins München, sagte dem BR, man vermute einen Social-Media-Trend hinter der Entwicklung: Junge Bergsteiger würden gezielt in Winterräume gehen, um "Micro-Adventures" zu inszenieren und spektakuläre Fotos zu veröffentlichen.

Abgesehen von den Vandalismus-Fällen würde nach wie vor der Großteil der Bergsteiger in den Alpen Notunterkünfte richtig nutzen und deren besondere Bedeutung als Schutzräume zu schätzen wissen, so der DAV-Sprecher.

So viele öffentlich zugängliche Hütten bewirtschaftet der Deutsche Alpenverein

Der Deutsche Alpenverein (DAV) bewirtschaftet und betreut insgesamt rund 

  • 325 öffentlich zugängliche Hütten, die sich in den Alpen und deutschen Mittelgebirgen befinden, wobei die Mehrzahl (circa 183) in Österreich liegt.
  • Zusätzlich gibt es über 100 Selbstversorgerhütten.