Laut einem Bericht verdichten sich die Hinweise auf die Abwicklung der chinesischen Smartphone-Marke. Das Unternehmen selbst hat die Gerüchte jedoch dementiert.
Shenzhen – OnePlus, eine Marke des chinesischen Smartphone-Herstellers Oppo, steht offenbar vor dem Aus. Dies berichtet das Branchenportal Android Headlines unter Berufung auf eine zuverlässige, jedoch ungenannte Quelle. Demnach beabsichtigt Oppo, die Marke OnePlus weltweit auslaufen zu lassen und stattdessen der zweiten Tochtermarke Realme den Vorrang zu geben.
OnePlus soll das Aus drohen: Produktreihen sollen eingestellt werden
Laut dem Bericht hat Oppo bereits damit begonnen, OnePlus-Produktreihen in diesem Jahr einzustellen. Das OnePlus 15s und das faltbare OnePlus Open 2 sollen nicht mehr auf den Markt kommen. Das Unternehmen plant, sich noch in diesem Jahr aus dem nordamerikanischen, dem europäischen und einigen asiatischen Märkten zurückzuziehen.
Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Indien wurde bereits geschlossen und wichtige Mitarbeiter aller Regionen sollen zu Oppo oder Realme wechseln. In Europa soll die Zahl der OnePlus-Beschäftigten von 60 auf zehn zurückgegangen sein.
Damit würde OnePlus einem Muster früherer Branchengrößen wie HTC, Asus oder LG folgen. Der Mutterkonzern Oppo zieht die Kontrolle nach China, streicht Strukturen im Ausland und erfüllt noch bestehende Garantieverpflichtungen. Am Ende wird die Marke leise vom Markt verschwinden. Übrig bleiben sollen nur noch Realme als auf den Online-Vertrieb fokussierte Marke und Oppo als auf den Offline-Vertrieb fokussierte Marke.
OnePlus soll das Aus drohen: Verkäufe in Schlüsselmärkten eingebrochen
Hintergrund sind stark sinkende Absatzzahlen. Laut Omdia Research stiegen die weltweiten Verkäufe der Oppo-Gruppe, zu der die Marken Oppo und OnePlus gehören, von 2023 auf 2024 um 2,8 Prozent auf 103,6 Millionen Einheiten. Dieses Plus ist allerdings allein der Hauptmarke zu verdanken, denn bei OnePlus wurde ein Rückgang von 20 Prozent verzeichnet.
Realme wird in der Statistik separat gelistet. Die Smartphone-Verkäufe der Marke stiegen demnach um rund neun Prozent auf 48,2 Millionen. Zum Vergleich: Apple ist mit 225,9 Millionen verkauften Geräten (ein Minus von 1,4 Prozent) die Nummer eins im globalen Smartphone-Markt.
Besonders dramatisch ist die Lage in Indien. Laut IDC ist der Marktanteil von OnePlus im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30,5 Prozent auf 2,4 Prozent eingebrochen. Auch in China hat OnePlus seine Ziele offenbar verfehlt: Der Marktanteil soll sich laut Android Headlines nur auf 1,6 Prozent belaufen. Damit steht die Marke in ihren beiden wichtigsten Märkten, auf die 74 Prozent aller Verkäufe entfallen, unter starkem Druck.
OnePlus soll das Aus drohen: Aus Indien und Nordamerika kommen Dementis
OnePlus selbst hat den Bericht von Android Headlines dementiert. Auf der Plattform X schrieb Robert Liu, CEO von OnePlus Indien: „Ich möchte einige Fehlinformationen richtigstellen, die über OnePlus Indien und seine Geschäftstätigkeit im Umlauf sind. Wir arbeiten wie gewohnt weiter und werden dies auch weiterhin tun.“ Alle Beteiligten wurden aufgefordert, Informationen vor der Verbreitung durch offizielle Quellen zu verifizieren, um unnötige Verunsicherung bei Kunden und Partnern zu vermeiden.
OnePlus in Nordamerika gab außerdem gegenüber Android Headlines eine Erklärung ab, in der es heißt: „OnePlus North America wird seinen Betrieb fortsetzen und den Kundendienst, Software-Updates und die Rechte der Nutzer weiterhin in vollem Umfang gewährleisten.“
OnePlus soll das Aus drohen: Geschäft in Europa soll unbeeinträchtigt weiterlaufen
Die Antwort der europäischen OnePlus-Dependance auf eine Nachfrage des Onlineportals Heise klingt ähnlich. Demnach würden die bestehenden Geschäftsaktivitäten von OnePlus Europa wie gewohnt weiterlaufen. Der Kundendienst, Software-Updates und die Rechteverpflichtungen aller Nutzer seien vollständig gewährleistet. (Quellen: Android Headlines, Heise, Omdia Research, IDC)