Kahlschlag-Plan bei NATO enthüllt: Trump zieht Soldaten aus Europa ab

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Das Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und der NATO ist schlecht. Zur Unzeit kommt da eine neue Entscheidung der Trump-Regierung.

Washington, D. C. – Die USA gehen weiter auf Konfrontationskurs mit der NATO. Die Regierung von Präsident Donald Trump plant offenbar, Personal in mehreren wichtigen Kommandozentralen des Militärbündnisses abzubauen. Konkret soll es um rund 200 Stellen gehen, die für die Planung von Militär- und Geheimdienstoperationen zuständig seien, wie drei damit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt haben.

US-Präsident Trump
US-Präsident Donald Trump geht immer mehr auf Distanz zur NATO. (Archivbild) © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Zuerst darüber berichtet hatte die US-Zeitung Washington Post. Betroffen sind den Angaben nach unter anderem das NATO Intelligence Fusion Centre in Großbritannien und das Allied Special Operations ​Forces ⁠Command in Brüssel. Einige europäische Regierungen seien bereits von der Trump-Administration darüber informiert worden, heißt es.

Was Trumps NATO-Entscheidung bedeutet

Die NATO selbst versucht zu beschwichtigen. Ein Vertreter des Militärbündnisses teilte mit, Veränderungen bei der US-Personalstärke ‍seien nicht ungewöhnlich. Er wies darüber hinaus darauf hin, dass die US-Präsenz in ‌Europa so hoch wie seit Jahren nicht mehr sei. Den Insidern zufolge würde der Schritt eine Halbierung des US-Personals in den ⁠betroffenen Einheiten bedeuten.

Die Wirkung der geplanten Entscheidung Trumps ist aber wohl vor allem symbolischer Natur. Angesichts der etwa 80. 000 in Europa stationierten US-Soldaten ist die absolute Zahl der gestrichenen Stellen gering. Allerdings geht das Weiße Haus damit weiter auf Distanz zur NATO – und zwar zu einer Zeit, in der die Beziehungen ohnehin stark belastet sind.

„Friedensrat“: Trumps Angriff auf die Vereinten Nationen

Schuld an dem schlechten Verhältnis sind Trumps anscheinend unersättlicher Machthunger sowie die Weigerung Europas, ihn diesen ungehindert stillen zu lassen. Das gilt insbesondere für die Grönland-Frage. Dass sich Trumps imperiales Gehabe auch auf die zum NATO- und EU-Land Dänemark gehörende Arktisinsel bezieht, reißt eine tiefe Kluft zwischen die USA und der übrigen NATO.

Zudem stört Trump sich auch an den Vereinten Nationen. Gewissermaßen als Gegenentwurf zu den UN will der US-Präsident einen „Friedensrat“ gründen. Zu diesem hat Trump unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingeladen, aber auch etwa den russischen Präsidenten Wladimir Putin, Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Letzterer hat die Einladung bereits angenommen. (Quellen: Reuters, dpa, Washington Post) (grmo)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/trump-und-die-nato-usa-wollen-personal-im-kommando-abbauen-94132340.html