Davos heute: Trump drängt Europäer in die Enge – Grönland-Showdown droht

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Aktuelle News zu Davos im Ticker: Beim Weltwirtschaftsforum dominiert 2026 die Geopolitik. Es geht um Grönland, Trumps Drohungen und die Reaktion der Europäer.

Das Wichtigste in
diesem News-Ticker

  1. Davos heute: Grönland-Streit überschattet WEF – Vertrauter von Donald Trump warnt die EU.
  2. Grönland-Streit überschattet Davos-Treffen – WEF steht unter dem Motto „Im Geiste des Dialogs“.

Update, 11:39 Uhr: Mit manipulierten Bildern unterstrich US-Präsident Donald Trump seine Pläne zur Eingliederung Grönlands und Kanadas in die USA. Über seine Plattform Truth Social verbreitete der Republikaner zwei Fotomontagen: Eine Aufnahme präsentiert Trump im Oval Office bei einem Treffen mit europäischen Spitzenpolitikern, wobei im Hintergrund ein Plakat zu sehen ist, das die USA, Venezuela, Grönland und Kanada alle in US-amerikanischen Nationalfarben zeigt.

Trumps Überlegungen zur Übernahme Kanadas sind nicht neu – er hat diese Idee schon früher öffentlich ventiliert. Das Nachbarland solle sich den Vereinigten Staaten anschließen und zum „51. Bundesstaat“ werden. Kanadas Premierminister Mark Carney erteilte diesen territorialen Plänen Trumps im Mai des vergangenen Jahres eine deutliche Abfuhr.

Erstmeldung: Davos – Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos hat begonnen, und neben wirtschaftlichen Themen steht die Geopolitik im Fokus. Der Konflikt um Grönland spitzt sich seit Wochen zu und beim Treffen 2026 sind mehrere Diskussionen dazu geplant. Am ersten Tag des offiziellen Programms sollen unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprechen. Präsident Donald Trump wird am Mittwoch in Davos erwartet, um eine Rede zu halten.

Kanzler Friedrich Merz (l.) und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen in Ägypten im Oktober 2025.
Kanzler Friedrich Merz (l.) will mit US-Präsident Donald Trump in Davos persönlich sprechen. © IMAGO/Blondet Eliot/ABACA

Trump betonte, dass Grönland „von entscheidender Bedeutung“ für die nationale und internationale Sicherheit der USA sei. Auf seiner Online-Plattform Truth Social schrieb er: „Es gibt kein Zurück – darin sind sich alle einig!“ Die Gespräche könnten am Rande des aktuellen Weltwirtschaftsforums in Davos stattfinden. Auch Kanzler Friedrich Merz hofft auf ein persönliches Gespräch. Trump wird am Mittwoch (21. Januar) in dem Schweizer Alpenort erwartet.

Davos heute: Grönland-Streit überschattet WEF

Kurz vor dem Treffen in Davos drohte Trump im Grönland-Streit mehreren europäischen Ländern mit Strafzöllen, sollten sie einer US-Übernahme der Insel im Wege stehen. Die Arktisinsel gehört zum Königreich Dänemark, und sowohl die dänische als auch die grönländische Regierung lehnen Trumps Ansprüche ab. US-Finanzminister Scott Bessent, der bereits in Davos ist, warnte wiederum die EU vor Vergeltungsmaßnahmen. Er soll heute Nachmittag von einer Reporterin des Trump-nahen Senders Fox Business Network öffentlich befragt werden.

Alain Berset, Generalsekretär des Europarats, äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur Zweifel, ob es für Europa sinnvoll sei, „immer zu versuchen, cool zu bleiben“ und nicht entschlossen zu reagieren. Man müsse möglicherweise auch klare Grenzen setzen und sagen: „Nein, so geht es nicht.“ Es sei wichtig, auf Augenhöhe zu kommunizieren und nicht alles hinzunehmen. In einem Gastbeitrag in der New York Times schrieb er: „Das Völkerrecht ist entweder universell oder bedeutungslos. Grönland wird zeigen, wofür wir uns entscheiden.“

In Zürich, etwa drei Stunden mit dem Zug von Davos entfernt, protestierten am Montagabend schätzungsweise 2000 Menschen gegen Trump und das WEF. Nach der Kundgebung kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Wasserwerfer einsetzte.

Grönland-Streit überschattet Davos-Treffen

Abseits der Ereignisse in Davos schlug Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark am Donnerstag (22. Januar) in Paris vor. Diese Information stammt aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump, die der US-Präsident auf Truth Social veröffentlichte. Am Dienstagvormittag hatte Trump auf seiner Online-Plattform Bilder veröffentlicht, die Textnachrichten von Macron zeigen sollen, in denen Macron ein Treffen der großen westlichen Industrienationen in Paris nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums in Davos anregt. Der Élysée-Palast bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten.

Das diesjährige Motto des WEF in Davos lautet „Im Geiste des Dialogs“. Zahlreiche Spitzenpolitiker, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, der am Donnerstag eine Rede halten soll, sowie Hunderte Topmanager werden erwartet. UN-Generalsekretär António Guterres sagte seine Teilnahme wegen einer schweren Erkältung ab, während der iranische Außenminister Abbas Araghtschi aufgrund des brutalen Vorgehens der autoritären Führung seines Landes gegen Demonstranten ausgeladen wurde. Weitere prominente Namen auf der Gästeliste von Davos sind dieses Jahr:

  • Ursula von der Leyen, Kommissionspräsidentin der EU
  • Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs
  • Mark Carney, Premierminister Kanadas
  • Abdel Fattah El-Sisi, Präsident Ägyptens
  • Pedro Sanchez, Premierminister Spaniens

Davos heute: Topmanager zeigen sich pessimistisch

Während die Welt mit Spannung auf Davos blickt und der Grönland-Streit möglicherweise vor einem Höhepunkt steht, drücken die globalen Krisen die Erwartungen an das WEF. Topmanager, eine bedeutende Gruppe beim Weltwirtschaftsforum, blicken so pessimistisch auf ihre Unternehmen wie lange nicht. Das Vertrauen der Unternehmenschefs in die Umsatzaussichten ist auf ein Fünfjahres-Tief gesunken, wie eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter rund 4.450 Unternehmensleitern in 95 Ländern und Regionen zeigt. (fbu mit Agenturen)

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