Donald Trump nannte die von einem ICE-Beamten in Minnesota getötete Renee Good eine „inländische Terroristin“. Nun spricht er ganz anders über den Fall.
Washington, D.C. – Am 7. Januar erschoss ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde ICE Renee Good in Minneapolis. Nach dem tödlichen Vorfall nannte Donald Trump die Frau zunächst eine „inländische Terroristin“. Doch inzwischen bezeichnet der US-Präsident den Tod als „Tragödie“ und gibt „Fehler“ seiner Einwanderungsbehörde zu. Was die Sache besonders pikant macht: Goods Vater war laut Trump „ein enormer Fan“ von ihm. Diese persönliche Verbindung scheint den Republikaner zum Umdenken bewegt zu haben.
Bei dem Vorfall in Minneapolis gehen die Darstellungen auseinander, Schilderungen von Augenzeugen und Behörden sind widersprüchlich. Zunächst verteidigte Trump den Beamten und beschrieb Good als „sehr unordentlich, behindernd und widersetzlich, die dann gewalttätig, vorsätzlich und bösartig den ICE-Mitarbeiter überfuhr“. Videoaufnahmen lassen jedoch vermuten, dass die Frau mit ihrem Fahrzeug vom Beamten wegfuhr.
Trump nennt tödliche Schüsse in Minnesota plötzlich eine „Tragödie“ – und räumt „Fehler“ der ICE ein
Zwei Wochen später hat Trump seine Haltung komplett geändert. „Wissen Sie, als die Frau erschossen wurde, hat mich das sehr mitgenommen“, sagte er laut der New York Times vor Journalisten im Weißen Haus. Der Grund für seine Betroffenheit: weil Goods Vater „ein enormer Trump-Fan“ gewesen sei. „Ich hoffe, er sieht das immer noch so.“
Der Republikaner räumte auch mögliches Fehlverhalten der ICE ein, die teils brutal gegen die eigene Bevölkerung vorgeht. „Manchmal geht die Einwanderungsbehörde zu hart mit jemandem um, oder sie haben es mit schwierigen Leuten zu tun. Da passieren Fehler. Manchmal kann das furchtbar enden“, erklärte Trump. Die Schießerei nannte er „etwas Schreckliches“.
ICE-Schütze von Minneapolis muss keine Konsequenzen fürchten
Die heftigen Reaktionen auf den tödlichen Vorfall sind unübersehbar. Die Proteste gegen ICE nahmen an Intensität zu, weshalb Trump sogar einen Militäreinsatz in Minneapolis in Erwägung zieht. Jacob Frey, der Bürgermeister der Stadt, und Tim Walz, der Gouverneur von Minnesota, forderten die Einwanderungsbehörde auf, ihre Aktivitäten in Minneapolis einzustellen. Polizeichef Brian O‘Hara äußerte Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der ICE-Präsenz auf die Sicherheit der örtlichen Polizeikräfte.
Der Bundesstaat reichte eine Klage gegen die Trump-Regierung wegen der Einsätze ein. In der Folge schränkte eine Bundesrichterin die Befugnisse der Einwanderungsbehörde ein. Der Schütze, der Good tötete, scheint indes keine rechtlichen Konsequenzen befürchten zu müssen. In einem Interview mit Fox News erklärte Vize-Generalstaatsanwalt der USA Todd Blanche, dass das Justizministerium den Fall nicht weiter verfolgen werde. (Quellen: New York Times, AFP, Fox News) (mt)