Trump-Grönland-Plan hat Vorbild: Diese Inseln verkaufte Dänemark bereits an die USA

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Donald Trump strebt weiter danach, Grönland in US-Besitz zu bringen. Vor über 100 Jahren hat Dänemark schon mal Inseln an die USA verkauft.

Kopenhagen/Washington, D. C. – Dass US-Präsident Donald Trump Grönland erwerben will, ist bislang das große Topthema im noch jungen Nachrichtenjahr 2026. Die Vehemenz, mit der Trump in der Angelegenheit auftritt, versetzt die NATO in helle Aufregung – allen voran Dänemark und Grönland. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Was die USA von Dänemark verlangen, hat sich vor über 100 Jahren in einem anderen Fall schon mal ereignet.

Donald Trump beharrt auf eine Besitznahme Grönlands (Fotomontage). © Julia Demaree Nikhinson/dpa, imagebroker/imago (Fotomontage)

Im Frühjahr 1917 verkaufte Dänemark die Karibikinseln Saint Thomas, Saint John und Saint Croix sowie Dutzende weitere kleine Inseln an die USA – für eine Gesamtsumme von 25 Millionen Dollar. Seitdem ist die Inselgruppe als Amerikanische Jungferninseln bekannt. Aus der Kolonie Dänisch-Westindien war damit eines der Außengebiete der USA geworden, zu denen etwa auch Puerto Rico zählt.

Vorgeschichte zum Grönland-Streit: Erster Weltkrieg ermöglicht USA Einigung mit Dänemark

Dieser historische Deal zwischen dem damaligen US-Präsidenten Woodrow Wilson und König Christian X. von Dänemark besitzt für den aktuellen Amtsinhaber Trump vermutlich Vorbildcharakter. Erstmals hatten die USA bereits Mitte des 19. Jahrhunderts einen Versuch unternommen, die Inseln zu kaufen. Das scheiterte jedoch im US-Kongress.

Im Jahr 1900 unterbreiteten die USA Dänemark ein neues Angebot, konnten sich jedoch nicht mit dem Königreich einigen. Dass es dann 1917 im dritten Anlauf klappte, war auch dem Ersten Weltkrieg geschuldet, in den die USA im selben Jahr eintraten. Die Sorge der Woodrow-Regierung: Das Deutsche Kaiserreich könnte Dänemark besetzen und eine Militärbasis in der Karibik bauen.

Insider: Welche Summe die USA für Grönland zahlen müssten

Auch das Thema Finanzen spielte eine entscheidende Rolle. Als Seefahrernation war Dänemark im Niedergang begriffen und auf Geld angewiesen. Nach einer Volksabstimmung auf dem dänischen Festland war der Verkauf der Inselgruppe an die USA beschlossene Sache. Die 25 Millionen Dollar entsprechen heute etwa 630 Millionen Dollar.

Einem Bericht der NBC zufolge gehen Insider davon aus, dass die Trump-Administration bis zu 700 Milliarden Dollar für Grönland zahlen müsste – wohlgemerkt in einem theoretischen Szenario. Denn so vehement wie Trump Grönland fordert (notfalls auch unter Einsatz von Gewalt), so entschieden weisen Grönland sowie Dänemark und die führenden europäischen Länder dieses Anliegen zurück. (Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, dpa, GEO) (grmo)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/trump-groenland-plan-diese-inseln-verkaufte-daenemark-an-die-usa-zr-94131769.html