Die Schätzung geht auf Planungen im Zusammenhang mit Trumps Vorhaben zurück, das autonome dänische Gebiet in die Vereinigten Staaten einzugliedern. Außenminister Marco Rubio wurde beauftragt, einen entsprechenden Vorschlag auszuarbeiten.
Washington – US-Präsident Donald Trump prüft laut Medienberichten Optionen, die Insel Grönland zu erwerben. Interne Kalkulationen gehen von Kosten bis zu 700 Milliarden Dollar aus. Wie NBC News berichtet, stammt diese Summe aus Planungen, die von früheren US-Beamten und Experten erstellt wurden. Die Insel gilt als strategisch wertvoller Vorposten im Arktisraum.
Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist jedoch weitgehend autonom. Vertreter Dänemarks und Grönlands haben den Vorstoß entschieden zurückgewiesen. Bei ihrer Ankunft in Washington am Dienstag sagte Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt laut NBC: „Grönland will nicht im Besitz der Vereinigten Staaten sein, von ihnen regiert werden oder Teil der Vereinigten Staaten sein.“
Mehrheit der US-Amerikaner lehnen Trumps Grönlandpläne ab
Auch in der amerikanischen Bevölkerung fehlt es an Rückhalt für Trumps Vorhaben. Laut einer YouGov-Umfrage vom Januar 2026 unterstützen nur acht Prozent den Einsatz militärischer Mittel für eine Übernahme Grönlands. 73 Prozent lehnen dies ab. Bereits zuvor hatte die Verian Group ermittelt, dass 85 Prozent der Grönländer eine Loslösung von Dänemark ablehnen. Nur sechs Prozent befürworten einen Anschluss an die USA.
Die US-Regierung erwägt laut Euronews direkte Geldzahlungen an Grönländer – zwischen 10.000 und 100.000 Dollar pro Person – um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Aus wirtschaftlicher Sicht erscheint dieses Vorgehen fragwürdig. Laut American Action Forum liegt der realistisch nutzbare Rohstoffwert Grönlands bei etwa 186 Milliarden Dollar. Das liegt deutlich unter der von US-Experten geschätzten Kaufsumme von bis zu 700 Milliarden Dollar.
Geopolitik und Ressourcen
Grönlands Bedeutung ergibt sich aus seiner Lage und seinen Rohstoffvorkommen. Die Insel beherbergt die Pituffik Space Base, ein zentrales Element der US-Raketenfrühwarnsysteme in der Arktis. Laut Geological Survey of Denmark and Greenland (GEUS) enthält die Insel zudem Vorkommen von 25 der 34 kritischen Rohstoffe der EU, wie The Independent berichtet. Schätzungen reichen bis zu 36 Millionen Tonnen an seltenen Erdmetallen. Aktuell wird jedoch nur eine Lagerstätte kommerziell abgebaut.
Dänemark versucht, Trumps Pläne durch rechtliche und institutionelle Mittel zu stoppen. Auch im US-Kongress wächst der Widerstand: Ein neues Gesetzesvorhaben soll den Einsatz von Verteidigungsetats zur Kontrolle über NATO-Gebiet ohne Zustimmung des betroffenen Staates oder der NATO blockieren. (Redaktion)