Putin eskaliert Energiekrieg weiter: Merz-Regierung alarmiert – Versorgung kurz vor „Kollaps“

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Putin lässt die ukrainische Energieversorgung bombardieren. Berlin ist besorgt, auch London hat bereits Hilfe zugesagt. Selenskyj erwartet neue Angriffe.

Berlin – Die Energieinfrastuktur der Ukraine ist auch dieses Jahr schweren Angriffen ausgesetzt. Die Armee von Kreml-Chef Wladimir Putin nimmt kritische Energieanlagen ins Visier, um die Ukraine inmitten von starkem Frost mit einem Energiekrieg unter Druck zu setzen. Nun hat die Bundesregierung eine drastische Warnung mit Blick auf die Energieversorgung in der Ukraine ausgesprochen.

Nach Ukraine-Gesprächen: Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Archivbild) © IMAGO/Christian Spicker

So steht die ukrainische Infrastruktur und Energieversorgung nach Angaben des Auswärtigen Amtes kurz vor „einem Kollaps“ durch anhaltende russische Angriffe, warnte ein Sprecher. Deutschland stellt demnach weitere 60 Millionen Euro humanitäre Hilfe bereit. Die Bevölkerung in der Ukraine leide derzeit unter extremer Kälte und „brutalen russischen Angriffen“ auf die Energieinfrastruktur.

Energiekrieg von Putin gegen die Ukraine: Merz-Regierung will helfen

Die Hilfe aus Deutschland umfasst den Angaben nach Bargeldhilfen für Menschen in frontnahen Gebieten, Notstromaggregate für Schutzräume, Heizsysteme, Kleidung und Decken. Weitere Maßnahmen würden geprüft. Das Entwicklungsministerium verwies auf ein bereits geschnürtes Winterhilfe-Unterstützungspaket über 50 Millionen Euro.

Auch die britische Regierung hat ein millionenschweres Notfallpaket zur Unterstützung der stark beschädigten Energieinfrastruktur der Ukraine angekündigt. Die Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 23 Millionen Euro) soll der Reparatur und dem Schutz der Energieversorgung zugutekommen, wie die Downing Street mitteilte. Sie soll dazu beitragen, den „dringenden Bedarf an Wärme und Strom“ etwa für Haushalte, Krankenhäuser und Schulen zu decken. Demnach hat Großbritannien mit diesem jüngsten Paket seit Beginn des Krieges insgesamt mehr als 470 Millionen Pfund zur Unterstützung des ukrainischen Energiesektors bereitgestellt.

Putins Energiekrieg gegen die Ukraine: Selenskyj fordert mehr Hilfe von Verbündeten

Vor dem Hintergrund der aktuellen Kältewelle und massiven Problemen bei der Energieversorgung hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits vor weiteren massiven russischen Luftangriffen gewarnt. „Bitte beachtet die Luftalarme“, hieß es vom Staatschef in einer abendlichen Videobotschaft.

Zugleich hatte er die westlichen Verbündeten kritisiert. „Wir reden ehrlich mit den Partnern über die notwendigen Raketen für die Flugabwehr und Flugabwehrsysteme. Die Lieferungen reichen nicht aus“, so Selenskyj. Kiew dränge die Partnerstaaten zu einer Beschleunigung des Lieferprozesses.

In der Ukraine herrscht seit Tagen starker Frost und in den Nächten sinken die Temperaturen teils auf minus 20 Grad. Zugleich hat das russische Militär durch systematische Raketen- und Drohnenangriffe auf Energieanlagen Ausfälle bei der Versorgung mit Strom und Fernwärme in weiten Landesteilen verursacht. Besonders schwer ist die Lage in der Hauptstadt Kiew, in der es seit Tagen zu Notabschaltungen des Stroms kommt. Zuletzt hatte ein Nachbarland eine Spendenaktion für die Ukraine gegen Putins Energiekrieg gestartet. (Quellen: dpa, Welt) (bb)

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