Donald Trump sitzt seit Anfang 2025 wieder im Weißen Haus – und seitdem hat sich die internationale Lage spürbar verändert. Seine lautstark verkündeten Friedenspläne, von der Ukraine bis nach Gaza, beeinflussen die Sicherheit ganzer Regionen. Doch ob diese Vorstöße wirklich halten, was er verspricht, ist offen – und das Risiko, dass sie scheitern und alles noch instabiler wird, ist groß, warnt „Telegraph“.
Trump droht Iran: „Wir werden sie umhauen“
Donald Trump zeigt sich gegenüber Iran so hart wie selten. „Ich höre, dass Iran versucht, wieder aufzubauen, und wenn sie das tun, werden wir sie umhauen“, sagte er bei einem Treffen mit Israels Premier Benjamin Netanjahu in Mar-a-Lago, so „Wall Street Journal“. Die USA würden „sofort“ handeln, falls Teheran sein Atomprogramm neu starte.
Gleichzeitig stellte Trump klar, dass er einen israelischen Angriff auf iranische Raketenanlagen unterstützen würde: „Wenn sie mit den Raketen weitermachen, ja“, wird er zitiert. Für viele Menschen in der Region bedeutet das: Die Angst vor einem neuen Krieg ist wieder da.
Trump plant Frieden in Gaza, doch Hamas legt die Waffen nicht nieder
Im Gazastreifen hängt ein brüchiger Waffenstillstand. Trumps im Oktober ausgehandelter Deal hat dafür gesorgt, dass fast alle verbleibenden israelischen Geiseln freikamen und die humanitäre Lage sich etwas entspannte.
Doch der Knackpunkt ist klar: Hamas weigert sich zu entwaffnen. Die Organisation will erst dann ihre Waffen abgeben, wenn ein voll funktionsfähiger palästinensischer Staat mit Jerusalem als Hauptstadt existiert, so „Telegraph“. Israel dagegen macht die Entwaffnung von Hamas zur unverrückbaren Bedingung für den Fortbestand der Feuerpause.
Die USA wollen laut „Wall Street Journal“ eine internationale Stabilisierungstruppe nach Gaza schicken und den Wiederaufbau durch ein von Trump geleitetes „Board of Peace“ begleiten. Doch viele arabische Staaten haben Angst, in einen Krieg mit Hamas hineingezogen zu werden, und zögern, Soldaten zu schicken, so „Telegraph“.
Ukraine könnte im „eingefrorenen Konflikt“ stecken bleiben
Auch in der Ukraine ist Trumps Friedensmission unsicher. Nach einem Treffen mit Wolodymyr Selenskyj in Florida bietet die US-Regierung Sicherheitszusagen für 15 Jahre an – im Gegenzug für ein Friedensabkommen.
Doch entscheidende Fragen sind offen: Was passiert mit den Gebieten, die Russland derzeit besetzt hält? Laut „Telegraph“ zeichnet sich als wahrscheinlichstes Ergebnis ein „eingefrorener Konflikt“ ab, bei dem beide Seiten wissen, dass sie militärisch nicht gewinnen können.
Für die Ukraine ist das eine schmerzhafte Aussicht. Viele Menschen erinnern sich daran, dass die Sicherheitsgarantien des Budapester Memorandums von 1994 sie 2014 nicht vor der ersten russischen Invasion geschützt haben.
Europa fühlt sich von Washington abgekühlt
Für Europa wirkt Trumps Kurs bedrückend. In der nationalen Sicherheitsstrategie der USA werde Europa laut „Telegraph“ als „schwacher und verfallender Kontinent“ beschrieben. Viele in Europa fragen sich, ob Amerika unter Trump im Ernstfall noch zuverlässig an ihrer Seite steht.
Gleichzeitig wächst die Sorge, dass gleich mehrere Konflikte – Ukraine, Gaza, Iran, Taiwan – gleichzeitig eskalieren könnten.