Der angebliche Tod des russischen Anti-Putin-Kämpfers und Rechtsextremisten Denis Kapustin wurde am 27. Dezember von russischen Medien gemeldet. Demzufolge soll er durch eine Drohne an der südukrainischen Front getötet worden sein. Moskau hatte ihn lange gejagt und ein Kopfgeld von 500.000 Dollar auf ihn ausgesetzt.
Die Nachricht von Kapustins Tod wurde zunächst von seiner Miliz „Russisches Freiwilligenkorps“ (RDK) selbst bestätigt, wie der „Telegraph“ berichtet. „Wir werden definitiv Rache nehmen, Denis“, schrieb die Gruppe auf Telegram.
Kapustin taucht lebendig wieder auf
Doch am Neujahrstag tauchte Kapustin überraschend in einem Video des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) wieder auf - lebendig und unversehrt. Kyrylo Budanow, Leiter des HUR, gratulierte ihm und seinem Team zu einer erfolgreichen Täuschungsoperation.
Gemeinsam mit dem HUR hatte es Kapustins Tod inszeniert, um das Kopfgeld von Russland zu erhalten. Die Summe soll nun für den fortgesetzten Kampf gegen Moskau eingesetzt werden.
Milizchef lebte zeitweise in Deutschland
Kapustin, ein ehemaliger Moskauer Fußball-Hooligan und rechtsextremer Aktivist, zog 2017 in die Ukraine, nachdem seine Familie zuvor in Deutschland ansässig war. In den ersten Wochen der russischen Invasion half er laut „Telegraph“ bei der Gründung von Einheiten, die später Teil der ukrainischen 3. Sturmbrigade wurden.
Diese spielte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung Kiews und ist mittlerweile für ihre Kämpfe an der Ostfront bekannt. Das RDK war zeitweise auch mit Kämpfern und schwerer Militärtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort Ortschaften kontrolliert.
Zum zweiten Mal der gleiche Trick
Ukrainische Geheimdienste hatten schon 2018 einen Todesfall vorgetäuscht und weltweit Schlagzeilen gemacht. Damals hieß es, der kremlkritische russische Kriegsberichterstatter Arkadi Babtschenko sei in Kiew bei einem Anschlag getötet worden. Einen Tag später zeigte sich, dass Babtschenko noch lebte. Mithilfe dieser Finte seien die Attentäter entlarvt worden.