Schöne Bescherung: Neues Löschfahrzeug für 500.000 Euro macht die Feuerwehr fit

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Weihnachtsgeschenk der Gemeinde: Das neue Löschfahrzeug auf Unimog-Basis der Ammerlander Feuerwehr. © Feuerwehr

Die Feuerwehr Ammerland hat ein neues Löschfahrzeug bekommen. Das moderne Gefährt auf Unimog-Basis kostet die Gemeinde eine halbe Million Euro.

Münsing – Ein schönes Weihnachtsgeschenk hat die Gemeinde Münsing der Freiwilligen Feuerwehr Ammerland gemacht: Der neue Einsatzwagen, ein Löschfahrzeug (LF) 10 auf einem Unimog-427-Gestell, ist rechtzeitig vor dem Fest eingetroffen. Die Einfahrt von der Ammerlander Hauptstraße zum Feuerwehrhaus am Kapellenweg begleiteten die Mitglieder mit Bengalos und Jubelrufen. Von den ersten Überlegungen über eine Neuanschaffung bis zur Auslieferung durch die Firma Lentner aus Hohenlinden sind knapp drei Jahre vergangen. Der Erste Kommandant Markus Geigel steckte Hunderte an Stunden in die Konfiguration des Fahrzeugs. Unterstützt hatte ihn dabei Kreisbrandmeister Manuel Ridinger.

Das alte Auto mit Mercedes-Benz-Gestell hat 33 Jahre auf dem Buckel. Es sind kaum mehr Ersatzteile für den Oldtimer zu bekommen. Allerdings zeigt der Tacho nur 16 000 gefahrene Kilometer. Laut Feuerwehr-Vorsitzendem Martin Döhla will die Gemeinde das LF versteigern. Es gebe Bastler, die sich aus solchen Fahrzeugen Wohnmobile bauen, sagt er.

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Das neue Modell verfügt über einen Allradantrieb und ist somit besonders geländetauglich. Die Seegemeinde ist sehr waldreich, und es gibt steile Straßen, die im Winter bei Schnee schwer befahrbar sind. „Wir werden mit dem Unimog natürlich bei Bedarf auch nach Münsing oder Allmannshausen ausrücken“, betont Döhla. Für den 13-Tonner ist der Lastwagen-Führerschein nötig. Laut dem Vorsitzenden besitzen sechs Kameraden diesen bereits, zwei bis drei weitere sollen folgen. Döhla: „Unsere jungen, technikbegeisterten Mitglieder reißen sich darum, den Schein zu machen.“ Dieser sei zwar nicht billig, aber die Gemeinde übernehme zwei Drittel der Kosten, und die Feuerwehr zahle ebenfalls etwas dazu, sodass der Eigenanteil überschaubar ausfalle.

Beim Brand der Zimmerei Schurz in Münsing sind wir mit unseren Schläuchen nicht nah genug ans Gebäude herangekommen. Das wird uns jetzt nicht mehr passieren.

Der neue Allrounder bietet Platz für neun Insassen – im Vorgänger gab es nur sieben Sitze. Er kann mehr als die doppelte Menge an Löschwasser – 1200 Liter statt 500 Liter – transportieren und die doppelte Länge an Schläuchen. „Beim Brand der Zimmerei Schurz in Münsing im Oktober sind wir mit unseren Schläuchen nicht nah genug ans Gebäude herangekommen. Das wird uns jetzt nicht mehr passieren“, sagt Martin Döhla. Es ließen sich außerdem Module wie eine Pumpe zum Keller auspumpen nach Hochwasser, eine Seilwinde oder ein Kasten mit Ölbindemittel ergänzen. „Wir sind wunschlos glücklich“, so Döhla.

Mit dem im Jahr 2024 eingeweihten Feuerwehrhaus und jetzt dem modernen Fahrzeug bleibe man attraktiv für neue Mitglieder. Gekostet hat das „Weihnachtsgeschenk“ die Gemeinde Münsing rund 500 000 Euro netto, wobei es vom Freistaat einen Zuschuss in Höhe von 100 000 Euro geben soll. (Tanja Lühr)