Mit Lebensfeuer ins neue Jahr: Weihnachtskonzerte der Musikkapelle Münsing begeistern das Publikum

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Münsing

Kommentare

Übervolles Haus: Einmal mehr waren die Weihnachtskonzerte der Musikkapelle Münsing Publikumsmagnete – beide Veranstaltungen im Pallaufsaal waren ausverkauft. © Matthias Wupper

Beide Aufführungen der Musikkapelle Münsing an Weihnachten waren ausverkauft, zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden. Ein Jungmusikant feierte Premiere, ein Routinier ging.

Münsing – Mit Kirchturmgeläut startet das sinfonische „King‘s Fire“ von Stephan Kostner. In archaischen Klängen blitzt die Weite und Ruhe der schottischen Landschaft auf, bevor das Stück mit einem prägnanten Reitermotiv sehr lebendig wird. Die hohen und die tiefen Blasinstrumente, Blech und Holz, Schellen, Glocken und Trommeln – alle stellen sich in diesem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Werk vor. Was für ein Auftakt für das Weihnachtskonzert der Musikkapelle Münsing (MKM). Beide Aufführungen, die am zweiten Weihnachtsfeiertag und vor allem die am Abend darauf, waren ausverkauft. Am Samstag mussten die Veranstalter sogar noch zusätzliche Stühle in den Pallaufsaal tragen.

„Bye Bye President“ für scheidenden Rathauschef

Der Vorsitzende Michael Bruckmeir begrüßte unter den vielen Ehrengästen besonders die Jungmusikanten, den Nachwuchs, der in den vorderen Reihen saß: „Ihr seid das Wichtigste für die Kapelle. Ohne Euch würde es nicht weitergehen.“ Einer dieser JuMus stand heuer zum ersten Mal auf der Bühne: Valtin Oeller am Schlagwerk. Leider verlässt auch ein langjähriges Mitglied die MKM: Walter Hofner, ein Routinier an Flügelhorn und Trompete, früher als Dirigent und Ansager tätig, wurde mit großem Applaus in den musikalischen Ruhestand entlassen.

Und noch jemand wurde vorab verabschiedet. Für Michael Grasl war es das letzte Weihnachtskonzert als Bürgermeister. Die MKM widmete dem scheidenden Hausherrn das Stück „Bye Bye President“. Moderator Georg Schmid scherzte, Grasl, der bei den Holzhausern die Tuba bläst, könne ja demnächst zusätzlich die vier Münsinger Tubisten verstärken. Wieder ernst, bedankte sich Schmid für die stets hervorragende Unterstützung aus dem Rathaus: „Das muss Dir erst mal einer nachmachen.“

Mischung aus Tradition und Moderne

Zusammen mit Katharina Hofner führte der „Mesner Schorsch“ mit Charme und Witz durch das Programm. Dieses bot wie immer eine gelungene Mischung aus konzertanten Werken wie dem erhebenden „Olympic Spirit“ von John Williams und Stefan Nilssons romantischem „Gabriella‘s Song“, traditioneller Blasmusik und modernen Titeln. Beim „Vpred Königsmarsch“ war nur die Aussprache holprig, das zackige Stück wurde mit Bravour absolviert. Gefordert waren die 43 Laienmusiker bei der elfminütigen Rhapsodie „Legenda Rumantscha“, mit der sie nächstes Jahr beim Wertungsspiel im österreichischen Villach antreten wollen. Bei der Rhapsodie entfaltete sich ein wunderbarer Orchesterklang.

Eine Gesangseinlage bekamen die Besucher beim gefühlvollen „Ein Leben lang“ von den Fäaschtbänklern geboten. Uraufgeführt wurde die erste Eigenkomposition von Dirigent Markus Feierabend. Mit seinen „Lebensphasen“ hat er ein Konzertstück mit fünf verschiedenen Melodien geschaffen, das zugleich eingängig und anspruchsvoll ist. Die Solisten Franz Hofner junior und Max Geitner glänzten zu Beginn am Tenorhorn. Bei den „Fascinating Drums“ von Ted Huggens durften die Schlagzeuger ihr Können unter Beweis stellen; auch Pfeifen und Hupen kamen bei der feurigen Darbietung zum Einsatz. Beim Roxette-Medley klatschte das Publikum begeistert im Takt mit.

(Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Mit drei ruhigeren Werken – der harmonischen Salfeinser Polka, dem Weihnachtslied „Away in a Manger“ und dem Marsch „Abel Tasman“ von Alexander Pfluger – klangen die zwei Weihnachtskonzerte jeweils aus. Das für heuer gewählte Motto „Lebensfeuer“ war auf die Zuhörer übergesprungen. Es möge sie nach dem Wunsch der MKM ins neue Jahr begleiten. tal