Elon Musk beansprucht den Titel meistverkauftes Auto der Welt. Doch der Kommunikationschef eines Rivalen und die eigene KI „Grok“ bringen den Tesla-Chef ins Straucheln.
Brüssel/Austin – Einer der prominentesten CEOs der Welt glaubt an den Bestseller-Status seines Erfolgsmodells – und wird dabei gleich doppelt korrigiert. Genau das ist Tesla-Chef Elon Musk widerfahren. Auf der Plattform X verkündete der umstrittene Milliardär voller Stolz: „Tesla Model Y ist nun offiziell zum dritten Mal in Folge das weltweit meistverkaufte Auto!“ – ein Statement, das jedoch zum digitalen Bumerang wird: Denn nicht nur die Konkurrenz von Toyota, sondern auch Musks eigene künstliche Intelligenz Grok widerspricht.
Zweifel an veröffentlichten Zahlen sind keine Seltenheit. Doch nun wurde der Wirtschaftsführer beim Präsentieren alternativer Fakten „erwischt“. Zur Einordnung: Den Beitrag hat er Ende 2025 gepostet, offizielle globale Verkaufsstatistiken liegen bis heute nicht vor. Dennoch reklamierte Musk den Titel meistverkauftes Auto für das Tesla Model Y – weltweit, zum dritten Jahr in Folge.
Tesla Model Y gegen Toyota RAV4: Konkurrenzkampf um die Spitze
Fest steht: 2023 war das Model Y mit mehr als 1,23 Millionen abgesetzten Fahrzeugen tatsächlich das weltweit am häufigsten verkaufte Auto. Ein Meilenstein – auch für die Elektromobilität. Doch schon 2024 hatte die Konkurrenz aufgeholt: Toyota setzte den RAV4 mit rund 1,188 Millionen Exemplaren an die Spitze, das Model Y kam auf 1,185 Millionen Einheiten. In absoluten Zahlen war das Rennen also äußerst knapp, die meisten Marktbeobachter sahen jedoch den Toyota RAV4 auf dem ersten Platz.
Diese Entwicklung scheint sich für das Jahr 2025 fortzusetzen: Musk erklärte den Bestseller-Titel für „offiziell“ errungen – und lehnt sich damit aber weit aus dem Fenster: Bis sämtliche internationalen Verkaufszahlen vorliegen, dauert es üblicherweise, wenn Marktanalysten wie JATO Dynamics im ersten Quartal des Folgejahres abschließende Reports veröffentlichen.
Toyota kontert Musk: „Sorry Elon, but it’s just not true!“
Die Reaktion aus Japan bzw. Brüssel (dem Europa-Hauptsitz von Toyota) fällt nun einige Tage später direkt aus: Toyotas europäischer Kommunikationschef Robert Tickner widerspricht öffentlich auf LinkedIn: „Sorry Elon, but it’s just not true! Model Y was beaten by RAV4 in 2024.“ Klare Kante – und ein Rückgriff auf die hauseigenen Verkaufsdaten.
Tickner ergänzt mit einem Augenzwinkern: „And looks to be beaten by both RAV4 and Corolla in 2025 – at least according to Grok…“ Hier nutzt der Manager gezielt eine Spitze gegen Musks eigene Technologie: der KI-basierte Sprachassistent von Tesla, der auf X verfügbar ist und auch für Informationen rund um Automobiltrends genutzt werden kann.
KI kontra CEO: Eigener Chatbot widerspricht Tesla-Chef Musk
Das entscheidende Detail: Grok selbst bestätigt Musks Behauptung nicht. Auf die Frage, welches Auto 2025 weltweit am meisten verkauft wurde, antwortet die künstliche Intelligenz auf der eigenen Website mit „Toyota RAV4“ – und verweist auf Daten der Marktforscher von Focus2Move. In deren weltweitem Ranking für das vergangene Jahr liegen sowohl der beliebte Crossover als auch die Kompaktklasse Toyota Corolla vor dem Tesla Model Y.
Damit wird ausgerechnet Elon Musks eigene künstliche Intelligenz zum Kronzeugen gegen seine eigene Marketingaussage. Eine ironische Wendung im intensiven Absatzwettbewerb zwischen Tesla, Toyota und weiteren Mitstreitern wie Volkswagen. Das aktuelle Beispiel verdeutlicht, wie digital vernetzt und faktenbasiert die Diskussionen inzwischen geführt werden – potenziell zum Nutzen kritischer Verbraucher und Verbraucherinnen.
Elon Musk zwischen Behauptung und Wirklichkeit: Offizielle Zahlen fehlen
Bis die abschließenden, konsolidierten Zahlen für 2025 vorliegen, gibt es noch keine endgültige Klarheit. Analysten wie JATO Dynamics oder auch Focus2Move gelten als zuverlässige Quellen, dennoch: Der Kampf um die Krone des meistverkauften Modells ist eng – und beide Hersteller gehören zu den Gewinnern im weltweiten Absatzrennen.
Dass Elon Musks Model Y im Strom der Headlines schwimmt, ist kein Zufall – genauso wenig wie die Bereitschaft von Toyota und anderen, falschen Darstellungen klar entgegenzutreten. Trends entstehen nicht mehr rein aus Marketing, sondern zunehmend auf Basis belastbarer Zahlen – und manchmal holt selbst den mächtigsten CEO seine eigene Technologie wieder ein.
Abseits davon sorgt die künstliche Intelligenz von Elon Musk aufgrund von freizügigen Aufnahmen für Empörung. (Quellen: Auto Motor und Sport, Teslamag, LinkedIn, Grok)