Aufregung um gefährliche Hirnhautentzündung in Italien – Schule geschlossen, Behörde reagiert

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Nach Meningitis-Fällen in Italien macht sich Panik in den sozialen Medien der Metropole Neapel breit. Gesundheitsbehörden sprechen von Normalität.

Neapel – Dramatische WhatsApp-Nachrichten über einen angeblichen Meningitis-Ausbruch mit mehreren Todesfällen kursierten in der italienischen Millionenstadt Neapel. Bestimmte Gegenden Neapels sowie einzelne Restaurants sollten laut den mehrfach weitergeleiteten Nachrichten gemieden werden. Zuständige Gesundheitsbehörden und die Stadt Neapel dementieren jeglichen Notstand. Es gibt keinen Ausbruch. Eine Schule im historischen Zentrum Neapels wurde vorsorglich geschlossen.

Bakterien infizieren Zellen im Gehirn in einer 3D-Grafik dargestellt
Eine Meningokokken-Infektion kann sich innerhalb weniger Stunden zu einer gefährlichen Krankheit entwickeln (Symbolfoto). © IMAGO/Kon

Die Stadt Neapel bestätigte inzwischen vier Fälle von Meningitis. Drei der Betroffenen sind junge Erwachsene zwischen 22 und 25 Jahren. Der vierte Meningitisfall betrifft einen Schüler an der Angiulli-Gesamtschule in Neapel. Für umfassende Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen bleibt die Schule am Mittwoch (14. Januar) geschlossen.

Meningokokken-Fälle in Italien: Panik nach WhatsApp-Nachrichten über angeblichen Ausbruch

Nachdem der Schüler ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, beobachteten der Bürgermeister und die Stadtverwaltung die Situation aufmerksam und seien im ständigen Austausch mit den Gesundheitsbehörden und der Schulleitung, teilt die Stadt Neapel am Mittwoch (14. Januar) mit. Die Gesundheitsprotokolle wurden aktiviert, die Kontaktverfolgung und alle üblichen Screeningmaßnahmen laufen über die örtliche Gesundheitsbehörde ASL Napoli 1 Centro. Kontaktpersonen werden getestet und präventiv behandelt.

Meningitis-Alarm in Italien: Metropole Neapel gibt Statement

Es gibt keinen Hinweis auf eine direkte Ansteckungskette zwischen den Fällen, heißt es im Statement der Stadt Neapel: „Das Colli-Krankenhaus, zu dem auch das Cotugno-Krankenhaus gehört, beruhigte die Öffentlichkeit und erklärte, dass das Fehlen eines zeitlichen Zusammenhangs zwischen dem Auftreten der Symptome nicht auf eine direkte Infektionskette hindeutet.“ Und weiter: „Die beobachtete Inzidenz liegt im erwarteten saisonalen Verlauf und korreliert mit dem starken Temperaturrückgang der letzten Stunden. Die analysierten Infektionsstämme lassen sich offenbar nicht auf einen einzelnen Ausbruch zurückführen.“

Das Krankenhaus Cotungo, das zum Colli Krankenhaus gehört, ist ein regionales Referenzzentrum für Infektionskrankheiten und behandelt daher Meningitis-Patienten aus ganz Kampanien und anderen Regionen. Rainews.it zitiert aus der Mitteilung des Krankenhauses: „Die derzeit im Krankenhaus Cotugno behandelten Fälle weisen unterschiedliche Erreger auf und lassen sich nicht auf einen einzigen Infektionsstamm zurückführen.“ Es bestehe dem Krankenhaus zufolge ein Zusammenhang zwischen den drei an Meningokokken erkrankten Personen.

Wie napolitoday.it berichtet, erkrankte als Erste eine Frau, die an einer Weihnachtsfeier mit vielen jungen Leuten teilgenommen hatte. Kurz darauf klagte zwischen Weihnachten und Silvester eine weitere junge Frau über Kopfschmerzen, Unwohlsein und allgemeine Taubheit. Bei dem dritten Erwachsenen soll es sich um einen Mann handeln. Dabei erlebt Italien gerade eine dramatische Influenza-Welle. Die Infektionszahlen explodieren. Notaufnahmen im ganzen Land sind überfüllt.

Was ist Meningitis? Das sind die typischen Symptome

Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die durch verschiedene Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst werden kann. Die bakterielle Form durch Meningokokken ist besonders gefährlich, aber mit Antibiotika gut behandelbar – wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Typische Symptome sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Hautausschlag.

„Da die Erreger gewöhnlich außerhalb des Körpers rasch absterben, ist für eine Infektion ein enger Kontakt mit Übertragung von oropharyngealen Sekreten von einem Keimträger oder einem Erkrankten erforderlich. Eine Begegnung von Menschen ohne engen Kontakt führt in der Regel nicht zu einer Ansteckung“, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Oropharyngeale Sekrete sind Flüssigkeiten (Speichel, Schleim) aus Mund- und Rachenraum (Oropharynx). Die Inkubationszeit beträgt in der Regel drei bis vier Tage.

„Meningokokken-Erkrankungen sind in Deutschland insgesamt sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend“, informiert infektionsschutz.de. Eine Standardimpfung (MenB) wird seit 2024 für Babys (ab zwei Monaten) empfohlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Jugendliche (ab zwölf Jahren) die Meningokokken-Impfung gegen die gefährlichen Erreger-Gruppen A,C, W und Y (MenACWY). (Quellen: Comune di Napoli, Rai News, napolitoday.it, ANSA, RKI, Infektionsschutz.de) (ml)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/welt/angst-faelle-italien-gefaehrlicher-hirnhautentzuendung-behoerden-94127571.html