Nächste Woche kippt der Winter. Alte Lostage treffen auf aktuelle Wettermodelle. Was am 20. Januar passiert, könnte bis März nachwirken.
Übermorgen ist Fabian und Sebastian. Klingt nach zwei unbekannten Heiligen aus dem Bauernkalender – ist aber der Tag, an dem sich entscheidet, ob Deutschland bis März friert. Die aktuelle Wetterlage zeigt ein widersprüchliches Bild: Sie greift im Flur zur Winterjacke, draußen ist das Auto noch nass vom letzten Regen, mal sind es +12 Grad, mal drohen –20 Grad und Schneechaos. Die Bauernregel für den 20. Januar 2026 lautet: „Fabian und Sebastian, fängt der rechte Winter an.“ Und tatsächlich: Die Wettermodelle zeigen für genau diesen Zeitraum eine fundamentale Umstellung.
Die aktuelle Wetterprognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt: Bis zum 17. Januar brachten Atlantiktiefs milde Luft und Sturm – die Temperaturen schwankten zwischen minus 21,7 Grad in Oberstdorf und plus 16,3 Grad in Emmendingen (eine Spanne von fast 40 Grad, vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Tiefkühltruhe und warmem Wohnzimmer). Jetzt kippt das System. Laut Deutschem Wetterdienst prognostiziert für den 20. bis 22. Januar den Aufbau eines stabilen Hochs über Nordeuropa. Die Folge: Im Osten Dauerfrost um minus 4 Grad, im Westen nasskalte 0 bis plus 4 Grad. Noch kritischer wird der 22. Januar, Petri Stuhlfeier. Die Bauernregel warnt: „Wenn‘s an Petri Stuhlfeier kalt, die Kält noch 40 Tage anhalt.“ Das würde Frost bis Anfang März bedeuten.
Winterumschwung am 20. Januar 2026: Die Wettermodelle bestätigen den Kipppunkt
Der 20. Januar fällt haargenau in den Moment, in dem sich das Skandinavienhoch festsetzt. Dieses Hoch wirkt wie ein riesiger Staudamm, der die milde Atlantikluft stoppt und kalte Luft aus Nordost nach Deutschland lenkt. Vereinfacht gesagt: ein umgelegter Wetter-Schalter, ähnlich wie wenn man im Bad das Fenster öffnet und sofort eisige Luft nachströmt. Der meteorologische Grund liegt in der Stratosphäre: Ein geschwächter Polarwirbel lässt Kaltluft nach Süden strömen. Meteorologen nennen das „Blockade-Wetter“ – und es kann wochenlang anhalten.
Warum Bauernregeln oft erstaunlich genau liegen
Bauernregeln wirken folkloristisch, beruhen aber auf jahrhundertelangen Naturbeobachtungen. Vor der modernen Meteorologie achteten Landwirte genau auf wiederkehrende Muster: bestimmte Kältephasen, typische Windwechsel oder stabile Hochdrucklagen zu festen Zeiträumen. Viele dieser Regeln beziehen sich auf sogenannte „Singularitäten“ – Großwetterlagen, die sich rund um bestimmte Daten besonders häufig wiederholen. Ende Januar gehört dazu. Deshalb treffen einige Winterregeln noch heute überraschend gut.
Experten des DWD bestätigen in ihren Modellanalysen, dass die Blockade „stabil und anhaltend“ wirkt. Das europäische Wettermodell sieht einen „Wackelwinter“ mit Grenzwetterlage, das amerikanische Modell ist radikaler: Es prognostiziert direkten Kaltlufttransport aus Sibirien mit Werten unter minus 20 Grad für uns. Beide Szenarien bestätigen: Ab dem 20. Januar wird es ernst und die 40-Tage-Drohung ist meteorologisch plausibel.
Die letzte Hoffnung heißt Lichtmess – Bauernregel im Februar macht Hoffnung
Wenn die Wetter-Blockade hält, bleibt nur noch eine Chance: Mariä Lichtmess am 2. Februar. Die bekannteste Bauernregel dazu lautet: „Ist‘s zu Lichtmess mild und rein, wird‘s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ Sonnenschein Anfang Februar würde die Kälte-Persistenz bestätigen – Sturm hingegen könnte den atlantischen „Eisbrecher“ bringen und die 40-Tage-Drohung durchbrechen. Auch Hobby-Gärtner haben Grund zur Hoffnung, denn der kalte Winter könnte sich auszahlen.