Acht Menschen in den Alpen in den Tod gerissen – Mehrere Faktoren erhöhen aktuell Lawinen-Risiko

  1. Startseite
  2. Deutschland

Kommentare

Nach mehreren tödlichen Lawinenabgängen in Österreich und der Schweiz warnen Experten eindringlich: Die Gefahr wird vielerorts unterschätzt. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Die jüngsten Lawinenunglücke in den Alpen sind ein deutliches Alarmsignal. In Österreich kamen zuletzt acht Skitourengeher bei Lawinenabgängen ums Leben, unter anderem im Murtal in der Steiermark sowie im Salzburger Pongau. Auch in der Schweiz starb ein Wintersportler, nachdem er von einer Lawine erfasst wurde. Diese Ereignisse stehen nicht isoliert, sondern sind Ausdruck einer hochgefährlichen Gesamtlage.

Immer mehr Lawinen gehen aktuell in den Alpen nieder (Symbolbild). © IMAGO / imagebroker

Trotz scheinbar stabiler Wetterphasen und teils sonniger Bedingungen in höheren Lagen ist die Schneedecke vielerorts extrem störanfällig. Besonders tückisch ist, dass Lawinen derzeit oft schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden können. Die Unfälle zeigen, dass selbst erfahrene Tourengeher die Situation falsch einschätzen oder Warnsignale im Gelände übersehen.

Warum die Lawinen-Gefahr derzeit so extrem ist

Die aktuelle Lawinengefahr resultiert aus einer ungünstigen Kombination mehrerer Faktoren. In den vergangenen Tagen fiel vielerorts Neuschnee auf eine bereits problematische Altschneedecke. Gleichzeitig sorgten starke Winde für umfangreiche Triebschneeansammlungen, die schlecht verfestigt sind. Hinzu kommen markante Temperaturschwankungen: Phasen mit milder Luft wechselten sich mit deutlicher Abkühlung ab. Dadurch entstanden harte Krusten über schwachen, lockeren Schichten, die als ideale Gleitflächen wirken.

Besonders gefährlich ist, dass diese Schwachschichten oft tief im Schneedeckenaufbau liegen und von außen kaum erkennbar sind. Das Risiko besteht daher nicht nur an extrem steilen Hängen, sondern auch in Gelände, das auf den ersten Blick harmlos wirkt.

Deutliche Warnung an Wintersportler

Die aktuellen Unfälle machen eines klar: Jetzt ist nicht die Zeit für Risiko oder Routine. Lawinenwarnungen müssen ernst genommen werden, auch wenn das Wetter gut erscheint. Besonders oberhalb der Waldgrenze, in kammnahen Bereichen und in windbeeinflussten Hängen ist größte Vorsicht geboten.

wetter.net – das Wetter auf den Punkt gebracht!

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit wetter.net. wetter.net bietet Ihnen alles Wissenswerte rund um Wetter und Klima. Auf unseren Seiten finden Sie weltweite Stadt- und Ortsprognosen für die nächsten 14 Tage und das für die ersten 7 Tage in 1-stündiger und für die nachfolgenden Tage in 3-stündiger zeitlicher Auflösung. Wettervorhersagen, Niederschlagsradar, Messwerte, Wetterwarnungen, Deutschlandwetter und Wetter-News informieren über die aktuelle Entwicklung sowie die kommenden Stunden und Tage.

Defensive Routenwahl, konsequenter Verzicht auf steiles Gelände und die Bereitschaft umzukehren, können Leben retten. Wer derzeit im freien Gelände unterwegs ist, setzt sich einer realen, akuten Gefahr aus. Die Alpen sind gegenwärtig ein Hochrisikoraum.