Rom bremst Autofahrer aus: Ein Tempolimit von 30 km/h gilt jetzt. Die Maßnahme soll Unfälle reduzieren – auch zum Schutz der vielen Touristen.
Rom – Wer durch die engen Gassen Roms schlendert, soll sich künftig sicherer fühlen können. Ab sofort gilt in weiten Teilen der italienischen Hauptstadt ein verschärftes Tempolimit – eine Maßnahme, die Leben retten soll. Das Tempolimit gilt vor allem im historischen Herzen der Hauptstadt, aber auch auf einigen breiteren Verkehrsadern entlang des Stadtkerns. Bisher galt die Geschwindigkeitsbegrenzung auf etwas weniger als der Hälfte der Straßen im Zentrum.
Seit dem 15. Januar 2026 dürfen Autofahrer im Zentrum Roms maximal 30 Kilometer pro Stunde fahren – das gilt auch für Italien-Urlauber. Ziel der Maßnahme ist es, Verkehrsunfälle zu verhindern und die Anzahl der Verkehrstoten auf null zu senken. Wissenschaftliche Untersuchungen haben im Vorfeld belegt, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde die Gefahr und die Schwere von Unfällen mindere. „Es ist daher keine ideologische Entscheidung“, sagte Verkehrsdezernent Eugenio Patanè.
Hauptstadt in Italien führt verschärftes Tempolimit von 30 ein
Wie Patanè weiter ausführte, habe sich in den zurückliegenden Jahren die Anzahl der Fußgänger deutlich erhöht – vermutlich auch wegen der vielen Urlauber, die die Metropole zu Fuß entdecken. „Wir haben die Pflicht, den Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem stärkeren Verkehrsteilnehmer und dem verletzlicheren zu verringern. So senken wir das Todesrisiko“, sagte er.
Rom nimmt sich mit der verschärften Verkehrsregel ein Beispiel an Bologna. Bologna war die erste italienische Großstadt, in der seit 2024 auf den städtischen Straßen ein Tempolimit von 30 gilt. Ausgenommen sind die Schnellstraßen in der Stadt in der Emilia-Romagna. Die Bilanz nach dem ersten Jahr mit der Regelung zeigt: Kein einziger Fußgänger starb im Jahr 2024 auf den Straßen Bolognas.
Tempolimit in Rom soll Unfälle verhindern und Todesopfer reduzieren
Bereits im November hatte der Stadtrat Roms für das Tempolimit gestimmt. Polizeichef Mario De Sclavi kündigte nun verstärkte Kontrollen an. Laut der Nachrichtenagentur Ansa sind im Rahmen der Geschwindigkeitsbegrenzung auch fünf zusätzliche Blitzer auf der Via Cristoforo Colombo vorgesehen.
Laut Roma Today liegt Italiens Hauptstadt auf Rang 17 der Städte mit dem dichtesten Verkehr weltweit. Vor allem während der Stoßzeiten sind die Straßen in zahlreichen Vierteln überlastet. Die Einwohner Roms verbrachten im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 76 Stunden im Stau. In Deutschland sorgt die Einführung eines Tempolimits immer wieder für Diskussionen. Auf einigen Autobahnen gilt bereits ein Tempolimit. In Rünthe kämpfen die Anwohner derweil für eine Geschwindigkeitsbegrenzung. (Quellen: dpa, Ansa, Roma Today) (kas)
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