Russlands Wirtschaft erleidet Verluste – Einnahmen brechen ein: „Budgetkatastrophe“

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Lange konnte Putin seine Kriegskasse mit Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft aufstocken. Doch Sanktionen und die Preisentwicklung geben Putin einen Dämpfer.

Moskau – Der russische Haushalt muss Verluste bei wichtigen Einnahmequellen hinnehmen. Wie aus aktuellen Daten des russischen Finanzministeriums hervorgeht, beliefen sich die Öl- und Gaseinnahmen im Dezember 2025 auf 448 Milliarden Rubel und 8,48 Billionen Rubel im Gesamtjahr. Zuletzt flossen weniger aus den Rohstoffgeschäften in den Haushalt während der Corona-Pandemie im Jahr 2020. Damals betrugen die jährlichen Einnahmen 5,2 Billionen Rubel. Experten sprachen laut der Moscow Times von einer „Budgetkatastrophe“.

Verluste für Russlands Wirtschaft: Einnahmen aus Öl und Gas brechen ein – Haushaltspläne für 2026

Grund für den Rückgang dürften die gesunkenen Ölpreise sein. Im Dezember 2025 lag der Preis für die russische Ölsorte Ural laut dem Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) bei 51,9 Prozent pro Barrel. Im November letzten Jahres betrug der Preis 47,6 US-Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Im Dezember 2024 lagen die Preise bei 67,49 Dollar pro Barrel.

Wladimir Putin beim Besuch eines Krankenhauses.
Untersuchung zeigt: Baltische Firmen versorgten Putins Schattenflotte mit Treibstoff © IMAGO / ZUMA Press

Das russische Finanzministerium rechnet im kommenden Jahr mit einem Ural-Ölpreis von 59 US-Dollar pro Barrel. Das gab Finanzminister Anton Siluanow zuletzt in einem Interview mit Radio RBC an. Daher würden die Öl- und Gaseinnahmen im Januar 2026 deutlich niedriger ausfallen als geplant: Der Haushalt könnte 232 Milliarden Rubel weniger einnehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Interfax berichtete, dass der Haushaltsplan 2026 Gesamteinnahmen in Höhe von 41,841 Billionen Rubel vorsieht. Öl- und Gaseinnahmen würden 10,564 Billionen Rubel betragen. Der Wirtschaftswissenschaftler Dmitri Polewoi schätzt, jedoch, dass die Öl- und Gaseinnahmen im Jahr 2026 unter den Prognosen liegen könnten, nämlich insgesamt bei 7,5 bis 7,8 Billionen Rubel.

Sanktionen schwächen russischen Ölhandel – trotz Einsatz der Schattenflotte

Zweifellos haben die westlichen Sanktionen gegen russisches LNG und vor allem die Ölmaßnahmen Folgen für das russische Energiegeschäft. Bei den Ölsanktionen hat die EU jüngst nachgelegt und will die bisherige Preisobergrenze von 47,6 US-Dollar pro Barrel ab Februar 2026 auf 44,1 US-Dollar pro Barrel reduzieren.

Wenn der Verkaufspreis für russisches Öl sinkt, muss Kremlchef Wladimir Putin damit rechnen, noch weniger aus seinem Ölgeschäft einzunehmen. Um die Preisobergrenze zu umgehen, schickt der Kreml die Geistertanker der berüchtigten Schattenflotte los. Diese fahren oft unversichert und unter falschem Namen, um das Öl an die Käufer zu transportieren. Laut CREA-Auswertungen fuhren im Dezember 2025 93 Schiffe mit Nähe zur Schattenflotte unter falscher Flagge. 26 dieser Schiffe lieferten unter falscher Flagge russisches Öl und Ölprodukte im Wert von 0,8 Milliarden Euro. Doch auch gegen die Schattenflotte werden immer härtere Maßnahmen ergriffen.

Zudem hat US-Präsident Donald Trump mit seinen Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft wichtige Ölabnehmer vergrault, da sich einst große Importeure nach Alternativen zum russischen Öl umschauen. So haben indische und chinesische Raffinerien angekündigt, sich vom russischen Öl zu distanzieren. Indien hat Medienberichten zufolge Gespräche über künftige Öllieferungen aus dem Nahen Osten geführt.

Ukraine-Angriffe und Preissenkung: Putin kann russische Ölproduktion weitestgehend stabil halten

Immerhin: Die Ölproduktion konnte Russland stabil halten. Die russische Wirtschaft stellte 2025 9,129 Millionen Barrel pro Tag her, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten monatlichen OPEC-Daten hervorgeht. Trotz Drohnenangriffen der Ukraine auf die Energieinfrastruktur und niedrigerer Rohölpreise konnte Russland die Ölproduktion weitgehend durchführen. (Quellen: Moscow Times, reuters, crea, webseite russsiches Finanzministerium, interfax) (bohy)

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