Keine Zukunft für Kinderkrippe im Altenheim

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Blick auf den Spielplatz des „Hummelnests“ beim Weilheimer Bürgerheim: Die Kinderkrippe kann nun entgegen der bisherigen Planung doch nicht ausgebaut werden. © Magnus Reitinger

Sie sollte eigentlich ausgebaut und zur festen Einrichtung werden, die Kinderkrippe „Hummelnest“ im Weilheimer Bürgerheim. Doch jetzt hat sich herausgestellt: Die Räume sind dafür ungeeignet.

Weilheim – Es sah nach einer perfekten Lösung aus – auch wenn es erstmal ungewöhnlich anmutet, eine Kinderkrippe im Altenheim einzurichten. Die Kita „Hummelnest“, schon seit 2016 im Souterrain des städtischen Bürgerheims untergebracht, doch bisher immer nur Jahr für Jahr befristet genehmigt, sollte so umgebaut werden, dass sie zur dauerhaften Einrichtung werden kann. Das hat Weilheims Stadtrat im vergangenen Oktober beschlossen (wir berichteten). Die dafür berechneten Umbaukosten von „maximal 300.000 Euro“ seien im Vergleich zu einem Neubau niedrig, so hieß es damals: Günstiger könne die Stadt nicht zu einer festen Krippengruppe kommen.

Bisher sind zehn Kinder im „Hummelnest“ untergebracht, nach dem Umbau inklusive Nutzung zweier weiterer Räume sollten es 15 sein. Dass eine städtische Kita – das „Hummelnest“ ist eine Außenstelle des Kinderhauses „Pfiffikus“ – diese Räume im städtischen Altenheim nutze, sei „ein toller Synergieeffekt“, wurde bei der Entscheidung betont. Und auch im Heim selbst herrsche Begeisterung, berichtete 2. Bürgermeisterin Angelika Flock, die zugleich Stadtratsreferentin für Kindertagesstätten ist: „Die Senioren sind so glücklich, dass Kinder im Bürgerheim sind.“

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Doch gut drei Monate später sieht nun alles anders aus. Bei einer Besichtigung der Räumlichkeiten und Fluchtwegesituation durch den Kommunalen Unfallversicherungsverband stellte sich heraus, dass die Räume mit ihrer Deckenhöhe von teilweise nur knapp über zwei Metern „nicht die Anforderungen an den Arbeitsschutz erfüllen“, berichtete Stefan Popp, Leiter der Abteilung „Kitas & Schulen“ im Rathaus, am Mittwoch (14. Januar) im Hauptausschuss des Stadtrates. Es wären „bauliche und optische Maßnahmen“ mit entsprechenden Mehrkosten erforderlich, auch am Fluchtweg. Und selbst dann wäre fraglich, ob die Räume dauerhaft als Arbeitsplatz genutzt werden könnten und von der Fachaufsicht eine unbefristete Betriebserlaubnis erteilt würde.

Auch die wegen der zusätzlichen Kinder nötige Vergrößerung des Außenbereichs gestaltet sich laut Popp „kompliziert“, so Popp weiter. Man sei deshalb „zum Schluss gekommen: Irgendwo passt es nicht ganz zusammen“. Die Räume in dem grundsätzlich für die Betreuung von Senioren konzipierten Gebäude seien „nicht unbedingt für eine Kinderbetreuung respektive als Arbeitsplatz geeignet“. Die geplanten Umbaumaßnahmen „galten bislang als Möglichkeit, dies zu ändern“. Doch das habe sich nun „leider nicht bestätigt“.

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Kita-Situation in Weilheim ist aktuell „entspannter“

Die Verwaltung empfiehlt deshalb, den Stadtratsbeschluss vom Oktober aufzuheben und von der Umbaumaßnahme abzusehen – „auch wenn es schwerfällt“. Zupass kommt dabei, dass sich Kinderbetreuungs-Situation in Weilheim aktuell „etwas entspannter“ darstelle, wie Popp auf Anfrage unserer Zeitung erläuterte. Man habe derzeit keine Probleme, die Kinder unterzubringen. Zum einen hat die Stadt in den letzten Jahren viele neue Kita-Plätze geschaffen. Zugleich liege Weilheims Bevölkerungswachstum 2025 deutlich unter den Zahlen der Vorjahre.

In den kommenden Jahren entstehen weitere Betreuungsplätze in Weilheim: Das Kinderhaus Mariä Himmelfahrt wird erweitert, und eine zusätzliche Kita ist im Wohnkomplex geplant, der gerade an der Ecke Hangstraße/Am Öferl gebaut wird. Als „Back-Up“ stünden fürs Kita-Jahr 2026/27 auch noch die Container neben der Kita „Am Sonnenfeld“ zur Verfügung. Ob es fürs „Hummelnest“ im Bürgerheim über 2026 hinaus eine weitere befristete Betriebserlaubnis gibt, ist noch offen. Das hängt letztlich wohl auch von der Gesamt-Anmeldesituation im kommenden Frühjahr ab.

Über die Aufhebung des Umbau-Beschlusses fürs „Hummelnest“ entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. Januar. Der Hauptausschuss hat bei seiner Vorberatung am Mittwoch einstimmig dafür votiert, dern Beschluss aufzuheben. Sie bedaure zutiefst, dass man das tun müsse, sagte Angelika Flock (CSU), aber der geplante Ausbau „funktioniert leider nicht“. Auch Bürgermeister Markus Loth (BfW) betonte, er sei „nicht begeistert“ von dieser Entwicklung. Doch die Tatsachen sprächen gegen das ursprüngliche Vorhaben – „leider“, so der Rathaus-Chef.