Für die Erweiterung der Ammerschule in Weilheim müssen zahlreiche Bäume gefällt werden. Doch wenigstens fünf „Großbäume“ will die Stadt retten. Die Entscheidung dafür fiel denkbar knapp.
Weilheim – Dass diese 16 Bäume nicht stehenbleiben können, das ist unstrittig: Die Grundschule an der Ammer muss dringend erweitert werden, um den steigenden Schülerzahlen und dem baldigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden. Die Planung dafür ist längst beschlossen. Für voraussichtlich rund 18,2 Millionen Euro wird im Bereich des jetzigen Hartplatzes ein zusätzliches Gebäude mit Kleinsporthalle im Untergeschoss und zwei Stockwerken darüber errichtet. Weitere 1,1 Millionen Euro kosten Umbauarbeiten im bestehenden Schulhaus. Etwa ein Drittel der Gesamtkosten muss die Stadt selbst berappen. Schon im Mai soll mit der Gründung der Großbohrpfähle begonnen werden, die nötig sind, weil der Boden dort nicht tragfähig ist (wir berichteten).
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Die im Weg stehenden, zum Teil sehr stattlichen Bäume müssen bereits bis März entfernt werden. Doch könnte nicht wenigstens ein Teil davon umgepflanzt werden? Das wollte die Stadtspitze vor einem Fällungsbeschluss geklärt wissen. Ein Ortstermin des Stadtbauamtes mit der Spezialfirma, die vor zwei Jahren bereits 17 große Bäume an der Weilheimer Hardtschule aus- und an anderer Stelle wieder eingegraben hat, ergab: Neun der betroffenen Bäume an der Ammerschule könnten auf diese Weise gerettet und auf dem Schulgrundstück verpflanzt werden. Doch das hat seinen Preis: Für fünf „Großbäume“ würde das gut 20.000 Euro kosten, für vier weitere „Größtbäume“ sogar rund 67.000 Euro.
Für „exorbitant teuer“ befand das Bürgermeister Markus Loth (BfW) in der Sitzung des städtischen Bauausschusses am vergangenen Dienstag. Zudem sei bei so großen Bäumen fraglich, ob sie die Umpflanzung überhaupt längerfristig überstehen. Rupert Pentenrieder (BfW), der Grün-Referent des Stadtrates, verwies auf ein Beispiel an der Hochlandhalle, „wo es nicht geklappt hat“. Deshalb plädierte er angesichts der städtischen Haushaltslage für die „pragmatische Lösung“, sprich: die Fällung. Das schlug auch das Stadtbauamt vor. Die Kosten seien im Vergleich zum Nutzen zu hoch, argumentierte Stadtbaumeisterin Katrin Fischer. Dieses Geld könne die Stadt „anderweitig besser verwenden“, fügte Pentenrieder hinzu.
Knappe Mehrheit im Bauausschuss für Umpflanzung
Vertreter von ÖDP, Grünen und SPD warben jedoch für einen Kompromiss: Wenigstens die fünf „Großbäume“ sollten versetzt werden. Die dafür fällige Summe von 20.000 Euro sei angesichts der Gesamtkosten des Schulbaus „vertretbar“, meinte etwa Alfred Honisch (Grüne). Und sie würde faktisch noch etwas niedriger, betonte Horst Martin (SPD), weil so ja einige schon eingeplante Neupflanzungen entfielen.
Mit einer hauchdünnen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen entschied der Bauausschuss des Stadtrates letztlich, diese fünf „Großbäume“ umzupflanzen und somit zu retten. Elf Bäume – darunter die vier größten auf der Liste – werden gefällt. Für sie würden aber doppelt so viele neue Bäume nachgepflanzt, wie das Stadtbauamt versicherte.