Bei der gehobenen Senioren-Wohneinrichtung am Starnberger See geht es mit einem neuen Betreiber weiter. Auch der Name der künftigen Leitung wurde bereits bekannt gegeben.
Nach Turbulenzen um das Seniorenwohnen der „Seeresidenz Alte Post“ in Seeshaupt gibt es nun diese gute Nachricht: Das „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) hat Ende 2025 die erforderlichen Mietverträge abgeschlossen und will die Einrichtung ab 1. April betreiben. Auch deren neue Leitung steht schon fest.
„Nach intensiven Vertragsverhandlungen über 22 Monate“ hat KWA die Mietverträge für die Einrichtung erfolgreich abgeschlossen, die künftig den neuen Namen „KWA Seeresidenz Seeshaupt“ tragen soll, wie es in einer Pressemitteilung des neuen Betreibers heißt. Dieser unterhält laut seinem Online-Auftritt derzeit im Bundesgebiet 14 Wohn- und zwei Pflegestifte. Zu dem gehobenen Haus in Seeshaupt gehören neben 120 Wohnungen, in denen aktuell etwa 145 Bewohner leben, auch ein denkmalgeschützter Festsaal, ein Schwimmbad und ein eigener Seezugang. Die Einrichtung verfügt zudem über ein Restaurant und 19 Hotelzimmer.
Die Leitung der „Seeresidenz“ liegt künftig bei Bianca Jendrzej. Die Pflegewissenschaftlerin ist der Mitteilung zufolge seit vielen Jahren im Unternehmen tätig und „hat in verschiedenen Funktionen das KWA-Pflegeverständnis und zentrale Konzepte maßgeblich mitgeprägt“. In ihrer neuen Rolle werde die 51-Jährige in der Einrichtung in Seeshaupt „den Übergang gemeinsam mit der Firmenzentrale vorbereiten und sowohl Mitarbeitenden als auch Bewohnerinnen und Bewohnern als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen“.
Jendrzej steht in der „Seeresidenz“ künftig an der Spitze von rund 70 Beschäftigten. Diese gehen in Folge des Betriebsübergangs „automatisch und zu unveränderten Konditionen zu KWA über“, teilt das Sozialunternehmen auf Nachfrage der Heimatzeitung mit und fügt an: „Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat das Recht, diesem Übergang zu widersprechen. Nach den bislang geführten Gesprächen gehen wir jedoch davon aus, dass von dieser Möglichkeit kein Gebrauch gemacht wird.“
Dass für die „Seeresidenz“ ein neuer Betreiber gesucht wurde, hat folgenden Grund: Die zur Karg-Gruppe gehörende, bisherige Betreibergesellschaft konnte sich mit den Eigentümern der Seniorenwohnungen nicht mehr über die Höhe der Miete einigen. Bis zum Jahr 2015 war sie selbst Eigentümerin der Wohnungen gewesen. Dann verkaufte sie diese, mietete sie aber in der Folge von den neuen Eigentümern an.
KWA als künftiger Einrichtungsbetreiber musste sich nun sowohl mit der Vermietungsgesellschaft einigen – zu der sich fast alle Wohnungseigentümer zusammengefunden hatten – als auch mit „Karg Real Estate“ wegen der Anmietung der weiteren Gebäudeteile. Ende des Jahres schloss das gemeinnützige Sozialunternehmen die beiden entsprechenden Mietverträge ab – nach einer schwierigen Zeit, in der sogar von einem möglichen Aus des Seniorenwohnens die Rede gewesen war.
Seitens der Vermietungsgesellschaft teilte Dr. Michael Böcker jetzt auf Anfrage mit: Der neue Mietvertrag mit KWA enthalte einen „erheblichen Nachlass“ von 400 000 Euro auf die Miete von etwa 1,5 Millionen Euro, die früher von der Karg-Gruppe für die Wohnungen gezahlt worden sei. Aber die Eigentümer hätten diese Reduzierung im Interesse der Bewohner hingenommen, „für die ein kompetenter und vertrauensvoller Betreiber“ gefunden worden sei. Für 2025 hatte die Karg-Gruppe die Miete auf 900 000 Euro gedrückt.
Dass KWA „einen langfristigen Betrieb“ der Senioreneinrichtung beabsichtige, werde dadurch bestätigt, dass das Unternehmen in dem Mietvertrag mit der Vermietungsgesellschaft seine Kaufabsicht für einzelne Wohnungen aufnehmen ließ, so Böcker, der weiter erklärt: „Die Residenzbewohner können daher sehr positiv in die Zukunft schauen und sich vom neuen Betreiber positiv durch sicher manche Verbesserung überraschen lassen. Auch die Seeshaupter Bürger dürften in Zukunft wieder im Restaurant in der ,Seeresidenz‘ willkommen sein.“
„Bereicherung für KWA“
„Der Standort am Starnberger See ist eine außergewöhnliche Bereicherung für KWA“, wird KWA-Vorstand Dr. Johannes Rückert in der eingangs erwähnten Pressemitteilung zitiert. „Wir freuen uns sehr, die ,Seeresidenz‘ in unsere Gemeinschaft aufzunehmen“, so Rückert.