Ein global agierender Technologiekonzern hatte bereits im vergangenen Jahr ein Freiwilligenprogramm für einen Stellenabbau initiiert. Das reicht aber offenbar nicht aus.
Stuttgart – Bereits im vergangenen Jahr hatte der weltweit agierende Technologiekonzern SICK mit Hauptsitz in Waldkirch (Kreis Emmendingen, Baden-Württemberg) ein Freiwilligenprogramm gestartet, um das Personal an den deutschen Standorten zu reduzieren. Das hatte eine Konzernsprecherin im Juli gegenüber IPPEN.MEDIA bestätigt. Das reicht angesichts der Wirtschaftslage aber offenbar nicht aus, weshalb das auf Sensortechnik spezialisierte Hightech-Unternehmen einen weiteren Stellenabbau plant und sogar die Schließung deutscher Standorte in den Raum stellt.
Die Sick AG wurde im Jahr 1946 ursprünglich im bayerischen Vaterstetten bei München gegründet und hat ihren Sitz seit 1956 im baden-württembergischen Waldkirch. Als Hersteller von Sensortechnik für die Fabrikautomation, die unter anderem auch in der kriselnden Automobilindustrie zum Einsatz kommt, ist das Unternehmen von der anhaltenden Marktschwäche betroffen und muss reagieren. Wie die Badische Zeitung (BZ) auf Nachfrage erfahren hat, sind ein weiterer Stellenabbau an deutschen Standorten, die Schließung eines Werks sowie die Teilschließung eines weiteren geplant.
Sick AG plant Schließung von Standort Karlsruhe und Teilschließung in Hamburg
Der Technologiekonzern Sick ist mit mehreren Standorten in Deutschland vertreten, der Großteil befindet sich in Baden-Württemberg, oder konkreter in Südbaden. Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, soll der Standort Karlsruhe – seit 2015 Entwicklungsstandort für die hauseigene Softwareplattform AppSpace – bis Ende März 2026 geschlossen werden. „Mit den Mitarbeitenden vor Ort führen wir Gespräche und sind überzeugt, sozialverträgliche Lösungen zu finden“, hieß es von der Unternehmensführung. Zudem soll der Standort Hamburg, wo seit 2010 sensorbasierte Mess- und Detektionslösungen produziert werden, deutlich verkleinert werden.
| Name | SICK AG |
|---|---|
| Gründung | 1946 |
| Sitz | Waldkirch, Baden-Württemberg |
| Branche | Sensortechnik |
| Mitarbeiter | 11.804 (2024) |
| Umsatz | 1,7 Milliarden Euro (2024) |
Der BZ zufolge sind in Karlsruhe rund 30, und in Hamburg etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele Arbeitsplätze durch die angekündigte Teilschließung in der norddeutschen Metropole wegfallen, ist noch nicht bekannt. Dort „sollen die Gespräche mit dem Betriebsrat so schnell wie möglich beginnen, um gemeinsam einen Plan zur Teilschließung zu erarbeiten“. Ferner wird laut dem Konzern aber auch ein weiterer Stellenabbau an den südbadischen Standorten Waldkirch, Buchholz, Reute, Denzlingen und Freiburg notwendig sein, an denen rund die Hälfte der weltweiten Belegschaft tätig ist.
Sick-Betriebsrat fordert Vorstand auf, „schnellstmöglich Klarheit zu schaffen“
Auch die Höhe dieser Maßnahme ist bislang noch nicht bekannt, auf der Arbeitnehmerseite regt sich aber bereits massiver Widerstand gegen die angekündigte Schließung in Karlsruhe und die Teilschließung in Hamburg. „Dies umso mehr, weil bereits klar ist, dass weitere Maßnahmen in Deutschland geplant sind, zum Beispiel die Verlagerung von Produktionslinien ins Ausland und ein allgemeiner Stellenabbau in der Sick AG“, betonte der Betriebsratsvorsitzende Jan Potthast auf BZ-Anfrage. „Deswegen fordern wir den Vorstand auf, schnellstmöglich Klarheit zu schaffen und der Belegschaft ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Zukunft des Unternehmens vorzulegen.“
Jüngst hatte auch ein auf die Automatisierungstechnologie spezialisiertes Industrieunternehmen angekündigt, an einem deutschen Standort mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze abbauen zu wollen. (Verwendete Quellen: badische-zeitung.de, sick.com, eigene Recherche)