Auto-Attentäter in München vor Gericht: Mit brisanter Geste verhöhnte Farhad N. die Terror-Opfer

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. München

Kommentare

Farhad N. (25) radikalisierte sich seit 2024, vor Gericht zeigte er eine klare islamistische Geste. © Sigi Jantz

Farhad N. (25) muss sich wegen zweifachen Mordes und 44-fach versuchten Mordes verantworten. Vor Gericht zeigte der Attentäter eine islamistische Geste – und verweigerte die Aussage.

Trauer und Tod brachte Farhad N. (25) über viele Münchner – jetzt verhöhnt der Afghane die Opfer. Um 10.15 Uhr führen Wachtmeister den Terroristen am Freitag zum Prozessauftakt ins Oberlandesgericht, als er den rechten Zeigefinger Richtung Himmel streckt. Es ist eine islamistische Geste, die wohl zeigen soll: N. habe im Sinne Allahs gehandelt, als er am 13. Februar mit seinem Mini-Cooper in der Seidlstraße in einen verdi-Demonstrationszug gerast war und eine Mutter mit ihrem Kleinkind tötete. 43 Menschen wurden teils schwer verletzt. Dafür muss sich Farhad N. nun vor Gericht verantworten.

Angeklagter zeigt keine Reue, sondern islamistische Geste

Doch von Reue keine Spur! Stattdessen zeigt Farhad N. mehrfach den erhobenen Zeigefinger. Gezielt auch, als er auf der Anklagebank sitzt – vor Fotografen und Kamerateams. Die sogenannte Tauhid-Geste ist unter Muslimen weltweit verbreitet und soll den Glauben an den einen und einzigartigen Gott symbolisieren. Radikale Islamisten haben sie sich teils zu eigen gemacht.

Noori Farhad wegen des Verdachts des Mordes u.a. (Todlicher Auto-Anschlag Seidlstrass, Verdi-Demonstrationszug) - „Abschuss bitte Blenden “ - Oberlandesgericht München 7. Strafsenat Prozess Auftakt in der Nymphenburgerstrasse am 16.01.2026Foto Sigi Jantz -b.a.-
Auch auf der Anklagebank zeigte Farhad N. die umstrittene Finger-Geste. © Sigi Jantz

Farhad N. radikalisierte sich „aus religiösen Gründen“

Hier sieht die Bundesanwaltschaft den konkreten Bezug zu der Horror-Tat: Farhad N. habe sich „aus religiösen Gründen“ zu den Morden verpflichtet gefühlt. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte er direkt nach seiner Tat „Allahu Akbar“ (zu deutsch: Gott ist groß) gerufen und gebetet. Während der Vernehmung habe er eingeräumt, bewusst in die 1400 Teilnehmer des Demonstrationszuges gefahren zu sein – „aus einer übersteigerten religiösen Motivation heraus“, heißt es in der Anklageschrift. Ab Herbst 2024 habe sich Farhad N. zunehmend radikalisiert.

2016 kam der Auto-Attentäter nach Deutschland

Entsprechend findet der Strafprozess jetzt vor dem Münchner Terror-Senat statt, den Richter Michael Höhne leitet. Freundlich begrüßt er den Attentäter. Fragt, wie es ihm gehe. „Ist gut“, antwortet Farhad N. knapp – seine Stimme klingt jugendlich, der persische Akzent ist deutlich hörbar. Ein Dolmetscher wird bis zum Urteil Mitte Juni neben ihm sitzen. Deutsch verstehe er aber „gut“, sagt N., der 2016 ins Land gekommen war – und zum Mörder wurde.

Tränen im Publikum, als die Details des Anschlags verlesen werden

Im olivgrünen Knastparka kauert N. auf der Anklagebank. Sein Gesicht zuckt stark, als etwa 30 Minuten lang die Vorwürfe vor Gericht verlesen werden. Es sind dramatische Momente, begleitet von Tränen im Publikum. Denn die Verletzungen der Opfer sind teils grausig, etliche wurden von dem Auto des Attentäters gerammt, weggeschleudert oder auch unter den Wagen gezogen. Mit bis zu 42 km/h war Farhad N. in die Demonstranten gerast, bis sein Auto nach 23 Metern laut Anklage nur deshalb zum Stehen kam, weil sich die Menschen unter ihm quasi gestapelt hatten – und seine Motorhaube sich nach oben stellte.

Farhad N. schweigt dazu – unbeeindruckt. Und verweigerte Angaben zur Person oder zur Tat. „Er wird sich nicht äußern“, sagen seine Anwälte Johann Bund und Ömer Sahinci. Am Montag sollen erste Zeugen, vor allem Polizisten, aussagen.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/muenchen/farhad-zeigt-islamistische-geste-vor-gericht-und-schweigt-zur-tat-94126386.html