Tief für Merz hält an – Kanzler kommt aus Umfrage-Loch nicht heraus

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Friedrich Merz kämpft mit schlechten Umfragen. Eine große Mehrheit ist unzufrieden mit seiner Arbeit. Wie wirkt sich das auf die Sonntagsfrage aus?

Berlin – Die Umfragen sehen für Friedrich Merz auch zu Beginn des Jahres mau aus. So bleiben im aktuellen Trendbarometer von RTL und ntv die Zustimmungswerte des Bundeskanzlers weiter im Keller. Nur 23 Prozent der Deutschen sind demnach mit seiner Arbeit zufrieden. Das entspricht einem Rückgang um zwei Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Erhebung kurz vor Weihnachten.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt am Rande seines Besuchs bei dem Unternehmen Bosch ein Pressestatement.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kämpft weiter mit schlechten Umfragen. © Kay Nietfeld/dpa

Die große Mehrheit von 75 Prozent zeigt sich dagegen unzufrieden mit der Arbeit von Merz. Auch bei denjenigen, die es mit CDU und CSU halten, kommt Merz nur eingeschränkt gut an. Zwar überwiegt die Zahl der Zufriedenen, doch die Kritik ist auch hier nicht zu übersehen: Immerhin 41 Prozent sind mit dem Kanzler unzufrieden.

Umfrage offenbart Vertrauenskrise in Kanzler Merz und die deutsche Politik

Die Umfrage offenbart eine tiefe Vertrauenskrise in die deutsche Politik. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) traut keiner Partei zu, die Probleme in Deutschland lösen zu können. Dies ist zwar ein leichter Rückgang um zwei Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Umfrage, zeigt aber dennoch eine weitverbreitete Skepsis gegenüber der Politik.

Am besten schneiden in dieser Frage CDU und CSU ab, denen 16 Prozent am ehesten politische Kompetenz zutrauen. Die AfD kommt hier auf 13 Prozent. Einstellig bleiben die Werte von SPD (6 Prozent), den Grünen (6 Prozent) und Linken (5 Prozent). Auf alle anderen Parteien entfallen zusammen lediglich 2 Prozent.

Umfragen sehen nur wenig Veränderungen bei Sonntagsfrage

Bei der Sonntagsfrage gibt es keinerlei Veränderungen. Wenn am Sonntag ein neuer Bundestag zu wählen wäre, könnte die AfD mit 26 Prozent der Stimmen rechnen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl 2025 (20,8 Prozent). Die CDU/CSU folgt mit 24 Prozent, während SPD und Grüne jeweils bei 13 Prozent liegen. Dahinter folgen die Linken mit 11 Prozent sowie BSW und FDP mit jeweils 3 Prozent. Der Anteil der Nichtwählenden sowie der Unentschlossenen liegt bei 26 Prozent.

Ein etwas anderes Ergebnis zeigt die erste Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov. Hier liegen CDU/CSU und AfD weiterhin gleichauf: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, könnten beide mit jeweils 25 Prozent der Stimmen rechnen. Damit verlieren beide einen Prozentpunkt gegenüber Dezember 2025. Die SPD verbessert sich gegenüber Dezember 2025 um zwei Punkte und kommt jetzt auf 16 Prozent. Die Grünen stehen unverändert bei 12 Prozent, Die Linke bei 10 Prozent. Alle anderen Parteien würden den Einzug in den Bundestag verpassen.

Partei YouGov Forsa
CDU/CSU 25 % 24 %
AfD 25 % 26 %
SPD 16 % 13 %
Grüne 12 % 13 %
Linke 10 % 11 %
FDP 4 % 3 %
BSW 3 % 3 %
Sonstige 5 % 7 %

Forsa-Erhebungszeitraum: 5. bis 12. Januar. Fallzahl: 3004 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: ± 2 Prozentpunkte; YouGov-Erhebungszeitraum: 9. bis 12. Januar. Fallzahl: 1673 Befragte.

Umfragen sind keine Prognosen

Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).

Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2025 laut dem Internetportal Dawum bei gerade einmal 1,06 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. (Quellen: Forsa, YouGov) (cs)

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