Einige Hütten-Gastronomen in den Alpen im Allgäu und in Tirol schlagen bei den Preisen kräftig zu. In einem Video werden Menschen nun zum Handeln aufgerufen.
Allgäu – Im Winter zieht es zahlreiche Skifahrer und Snowboarder, aber auch einige Wanderer, in die Alpen. In Bayern sind dabei die Berge im Allgäu sehr beliebt. Neben der sportlichen Betätigung gehört bei vielen Menschen auch die Einkehr auf einer Hütte dazu. Die dortigen Preise können den Geldbeutel aber oft stark belasten. Ein Mann äußert jetzt öffentlich Kritik und macht seinem Ärger auf Instagram Luft.
Ärger über Preise auf Hütten in Bayerns Alpen – Wut-Video über Gastronomen
„Lang habe ich es zurückgehalten“, beginnt der Mann sein Video, das bereits fast 500.000 Mal geklickt wurde. Doch was sich im Allgäu und in Tirol bei einzelnen Hütten abspiele, sei „eine Verarschung“, die er sich nicht mehr bieten lassen wolle.
In seiner Wutrede führt der Mann mit tiefem regionalen Dialekt aus, was aus seiner Sicht falsch läuft. Es könne nicht sein, dass das Angebot auf den Homepages einiger Hütten als regional beworben werde und dann Tiefkühlware auf den Tisch komme. Auf einer Hütte habe er sogar ein Schmalzbrot für 14,90 Euro gesehen. Auch die Preise für Getränke sorgen bei ihm für Aufregung: „Es kann nicht sein, dass Kaltgetränke (0,4 L) teils über 5,90 Euro kosten“, heißt es im Video weiter. Einige Gastronomen würden auch das Bier für sechs oder sogar sieben Euro verkaufen. „Hört auf, die Leute zu verarschen, und kommt zurück zu den Basics!“, erklärt er wörtlich. Damit meint er ehrlich und fair kalkulierte Preise. Das würde der Gast erwarten.
Hüttenwirt fordert faire Kalkulation im Allgäu und Tirol
Der Mann ist selbst vom Fach und ein Hüttenwirt im Allgäu. Sein Wut-Video postet der Empörte auf der Insta-Seite der Fischerhütte Tannheim. „Wir, als seriös kalkulierende Gastronomen, sind die Opfer“, führt der Wirt weiter aus. Auch die Gäste würden unter solchen Praktiken leiden – etwa mit TK-Kaiserschmarrn für über 15 Euro. „Schämen sollt ihr euch“, richtet er sich an die schwarzen Schafe in der Alpen-Gastronomie. „Die Alpenkultur ist für alle da.“ Also auch für junge Familien, für junge Leute und für Menschen mit weniger Geld. In den Alpen waren Wanderer auch sauer über 24,50 Euro für einen kleinen Snack.
Ihm sei klar, dass es im Winter nicht einfach sei, auf die Hütte mit dem Auto zu fahren oder die Hütte zu beliefern. Dennoch sollen die Wirte mit der „völlig überzogenen“ Kalkulation aufhören. Er startet einen Boykottaufruf. Menschen sollen nicht mehr zu solchen Hütten gehen. „Das ist nicht das Allgäu, das ist nicht Tirol. Kommt zu den Gastronomen, die fair und ehrlich kalkulieren!“
Auf seiner Hütte kostet ein Spezi (0,5 L) 3,80 Euro und ein Bier 4,50 Euro. Eine gemischte Brotzeit wird für 14,90 Euro angeboten und Backhendlfilets mit Pommes gibt es für 10,90 Euro.
Instagram-Nutzer stimmen Wut-Video zu und berichten über horrende Preise auf Alpen-Hütten
In den Kommentaren stimmen viele Nutzer dem Hüttenwirt zu: „Du sprichst mir aus dem Herzen“ oder „Danke für deine ehrlichen Worte! Bei uns in Salzburg im Skigebiet genau das Gleiche!“ Einige Menschen berichten auch selbst von horrenden Preisen. So ist etwa von Allgäuer Käsespätzle für 21,90 Euro, Currywurst mit Pommes für 13 Euro oder eine Backerbsensuppe für fast neun Euro die Rede. Einige User bitten auch um Tipps, welche Hütten man unterstützen könnte. „Poste mal ein paar Adressen, welche Gastronomen faire Preise anbieten“, wird Waidel etwa aufgefordert. Zahllose Berghütten gewähren Wanderern zwischen Allgäu und Berchtesgaden Unterschlupf – das sind die höchstgelegenen Schutzhäuser in Bayern. (Quelle: Instagram, eigene Recherche) (jh)