Tragödie in der Wintersporthochburg Bad Gastein. Eine Lawine drückte einen Jungen in die Verbauung, er verstarb trotz Reanimationsversuchen.
Bad Gastein – Schneeweiße Stille, dann das dumpfe Grollen der Schneemassen. Ein Skitag mit Freunden endete für einen 13-jährigen Österreich-Urlauber aus Tschechien am Dienstag (13. Januar) in Sportgastein tragisch. Der Junge wurde von einer selbst ausgelösten Lawine erfasst.
Um 13:18 Uhr heulten die Sirenen in Bad Gastein auf. Zwischen den Stützen der Goldbergbahn hatte sich ein Schneebrett gelöst. „Der 13-jährige Skifahrer aus Tschechien war mit einem weiteren Kind im freien Skigelände unterwegs“, berichtet Andreas Kandler, Einsatzleiter der Bergrettung Bad Gastein. Die Buben fuhren zwischen den Stahlträgern der Lawinenverbauung, als sie das Schneebrett lostraten.
Kind stirbt bei Lawinen-Unglück in Österreich
Der 13-Jährige wurde von den Schneemassen erfasst und gegen die Verbauung gedrückt, etwa 100 Meter oberhalb der Mittelstation. Zehn Bergretter, Mitarbeiter der Bergbahnen, drei Hundeführer und ein Rettungshubschrauber aus Tirol eilten zum Unglücksort. 40 Minuten lang kämpften sie um das Leben des Jungen – vergeblich.
Schwarzer Tag mit drei Lawineneinsätzen im Pongau
Der tödliche Unfall war der traurige Höhepunkt eines lawinenreichen Dienstags im Salzburger Pongau. Bereits um 11:20 Uhr hatte ein Schneebrett unterhalb des Saleskogel einen ersten Großeinsatz ausgelöst. Ein Skiführer hatte von der Gondel aus beobachtet, wie ein Freerider eine Lawine auslöste. Der Schwede blieb unverletzt.
Fast zeitgleich ereignete sich bei der Südwiener Hütte nahe Obertauern ein weiterer Lawinenabgang. Ein Tourenpaar wurde beim Aufstieg Richtung Hengst verschüttet. Der Mann konnte sich selbst befreien und seine Begleiterin mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät orten und ausgraben. Die Frau überlebte leicht unterkühlt und wurde per Hubschrauber geborgen.
Bergretter mahnt: „Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze erheblich“
Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau, appelliert eindringlich an alle Wintersportler: „Die Lawinengefahr ist derzeit oberhalb der Waldgrenze erheblich.“ Es gebe viele ältere Triebschneeansammlungen, die schwer zu erkennen seien. Dazu sei mit Wind Neuschnee gefallen. Lawinenabgänge hatten am Wochenende zuvor mehrere Todesopfer in den französischen Alpen gefordert, unter den Verletzten waren auch Deutsche.
Die Alpinpolizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Das Skigebiet Sportgastein und die Gasteiner Bergbahnen arbeiten eng mit den Behörden zusammen. Weitere Lawinenabgänge wurden am Dienstag auch in Bad Hofgastein, im Lungau und in Zell am See gemeldet – diese verliefen glimpflich ohne Verschüttungen. (Verwendete Quellen: Bergrettung Bad Gastein) (moe)