Weihnachtsessen wird teurer – mit diesen 8 Profi-Tricks sparen Sie kräftig

Weihnachten. Der Tisch ist gedeckt, Kerzen brennen, irgendwo flimmert eine Lichterkette. Und genau hier, zwischen Vorfreude und Kochdampf, lauert die Kostenfalle. Lebensmittel sind teurer, Energie ist teurer und Stress gibt es gratis obendrauf.

Die gute Nachricht: Mit etwas Planung verliert die Falle ihren Schrecken. So halten sie den Genuss hoch und drücken die Rechnung runter.

1. Flexibler denken: Festlich geht auch ohne Fleisch

Gans, Ente, Karpfen sind Klassiker, klar. Aber pünktlich im Dezember steigen ihre Preise wie ein Thermometer im Hochsommer. Wer sich löst von Traditionen, gewinnt sofort finanziellen Spielraum.

Gefüllter Kürbis, Linsenbraten, winterliche Pasta: Vegetarische Hauptgänge sind günstiger und wirken, schön angerichtet, genauso festlich. Saisonales Gemüse wie Rotkohl, Wirsing, Rote Bete liefern Tiefe, Farbe und Aroma. Und das Beste dran: Es kostet derzeit erstaunlich wenig.

2. Einkauf mit Plan: Angebote nutzen, Vorräte füllen

Der clevere Einkauf beginnt Wochen vor Heiligabend. Alles, was lange hält, wie etwa Brühen, Hülsenfrüchte, TK-Gemüse, wandert in den Wagen, wenn der Preis passt.

Vorfrosten ist ein echter Gamechanger: Fleisch oder Fisch günstig kaufen, sofort einfrieren und zu den Feiertagen stressfrei auftauen. So umgehen Sie die Preisspitzen kurz vor dem Fest und entlasten gleichzeitig Ihr Zeitkonto. O du fröhliche!

3. Reduzieren statt verzichten: Weniger Fleisch, mehr Tiefe

Für viele gehört Fleisch dazu. Aber es muss nicht die ganze Gans sein. Enten- oder Hähnchenkeulen sind günstiger und besser zu portionieren.

Schmorgerichte spielen ihre Stärke sogar aus, wenn weniger Fleisch und mehr Gemüse im Topf landen: Pilze, Karotten, Pastinaken.

Dazu Kartoffeln. Der Erdapfel ist preiswert, sättigend und vielseitig. Ein stiller Held der weihnachtlichen Festtafel.

4. Vielgang-Menüs für kleines Geld: Suppe vorn, Einfaches hinten

Suppe ist unterschätzt. Kürbis, Sellerie, Pastinake: alles günstig, alles aromatisch. Eine cremige Vorspeise gibt dem Menü Struktur und spart teure Mengen im Hauptgang.

Dessert? Hier ist keine große Bühne nötig. Vanillepudding, Grießbrei, dazu gebratene Apfelstücke, etwas Zimt, Rosinen. Simpel, warm, festlich. Wer könnte sich da schon beschweren?

5. Reste verwerten: Der zweite Auftritt der Festküche

Nach Weihnachten bleibt (fast) immer etwas liegen. Oft sind die Überbleibsel aber zu wenig für ein volles Gericht, aber genug für kreative Lösungen.

Pfannengerichte, Eintöpfe, gefüllte Wraps, alles ist erlaubt. Besonders charmant: ein Risotto aus übrigem Raclette-Käse und angeschnittenem Gemüse. Klein würfeln, anschwitzen, Reis dazu, Brühe und alles langsam rund rühren. Am Ende den Käse einziehen lassen. Cremig. Logisch. Gut.

6. Kostenbewusst planen: Die Pro-Kopf-Realität

Viele kochen „auf Sicherheit“ und produzieren dementsprechend Überfluss. Eine realistische Mengenplanung spart bares Geld:

  • 150 bis 180 g Fleisch pro Person reichen bei Schmorgerichten locker.
  • 250 g Gemüsebeilage pro Person sollten sicher ausreichen.
  • 200 bis 250 ml Suppe machen angenehm satt, ohne zu füllen.

Gezielt planen heißt: weniger Reste, weniger Einkauf, weniger Verschwendung. Und weniger Leerraum im Portemonnaie.

7. Energie sparen: Küche mit Effizienzbonus

Festtagsküche hat ihren eigenen Rhythmus und oft einen großen Energiehunger. Mit ein paar Handgriffen wird er kleiner:

  • Ofenwärme voll ausnutzen: mehrere Komponenten gleichzeitig statt nacheinander.
  • Topfdeckel drauf: spart Zeit und Strom.
  • Vorkochen ist kein Notnagel, sondern Strategie: Rotkohl, Braten, Schmorgerichte schmecken am nächsten Tag sogar runder.

So sinken die Energiekosten und die Küche wird ein entspannterer Ort.

8. Gemeinsam einkaufen, gemeinsam kochen

Und am Ende stellt sich die Frage: Warum alles allein tragen? Wer mit Familie oder Freunden einkauft, profitiert:

  • Große Packungen sind oft deutlich günstiger.
  • Zutaten teilen heißt Reste reduzieren.
  • Gemeinsames Kochen wird schnell Teil der Feier und entlastet das Budget spürbar.
  • Auch Gewürze oder Spezialzutaten sollten im Umlauf bleiben, statt im Regal Staub zu sammeln.

Weihnachtsessen: Genuss bleibt, doch die Kosten tun’s nicht

Ein günstiges Weihnachtsessen ist kein Verzichtsfest. Es ist das Ergebnis kluger Planung, saisonaler Auswahl und eines entspannten Umgangs mit Ressourcen. 

Wer flexibel denkt und bewusst einkauft, serviert ein Festmahl, das am Tisch alle warm und glücklich macht und das Haushaltsbudget schont.

(mit dpa)

Rezeptidee: Linsenbraten

Jahreszeit
Herbst
Winter
Weihnachten
Merkmale
Vegan
Hauptgericht
Ofengerichte
Fit-Faktor
Eiweißbetont
Regeneration (Kohlenhydrate & Eiweiß)
Laktosefrei
Vitaminreich
Zeitaufwand
Mittel
Vorbereitung: 30 Min.
Kochzeit: 60 Min.
Gesamtzeit: 90 Min.
Schwierigkeit
Mittel
Gesund weil...

Ein Linsenbraten ist die perfekte Mahlzeit für Veganer. Denn Linsen enthalten viel pflanzliches Eiweiß und sind somit eine gute Proteinquelle. Das gilt ebenfalls für die im Braten enthaltenen Kidneybohnen. Walnüsse versorgen den Körper mit wertvollen, ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E.

Zutaten
Für
-
6
+
Personen
Das brauchst du:
120 g
Getrocknete grüne Linsen
400 g
Kidneybohnen
200 g
Austernpilze oder Champignions
1 Stück
Zwiebel
80 g
Walnüsse
80 g
Sonnenblumenkerne
70 g
Haferflocken
2 EL
Leinsamen
1 EL
Senf
2 EL
Tomatenmark
TL
Rosmarin
TL
Thymian
TL
Paprikapulver, rosenscharf
TL
Knoblauchpulver
Salz und Pfeffer zum Abschmecken
1 EL
Rapsöl zum anbraten
Zubereitung
1
Benötigt wird: Zwiebel, Austernpilze oder Champignons, Rapsöl

Die Zwiebeln und die Pilze in sehr feine Würfel schneiden und im heißen Fett andünsten. Dann zur Seite stellen.

2
Benötigt wird: Linsen, Kidneybohnen, Senf, Tomatenmark, Walnüsse, Sonnenblumenkerne

Die Linsen in ungesalzenem Wasser bissfest garen. Dann mit den gut abgetropften Kidneybohnen, Nüssen, Kernen, Senf und Tomatenmark vermengen.
 

3
Benötigt wird: Haferflocken, Leinsamen, Rosmarin, Thymian, Paprikapulver, Knoblauch

Alle Zutaten in einem Mixer zu feinem Mehl vermahlen. 

 

4
Benötigt wird: Haferflockenmehl, Linsen-Bohnenmischung, Pilze, Salz, Pfeffer

Alles miteinander vermengen. Dabei aufpassen, dass die Masse nicht zu feinem Brei gequetscht wird, sondern noch grobe Stückchen enthalten sind. Dann in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben und bei 200 Grad auf der mittleren Schiene für eine Stunde backen. Nach dem Backen noch etwa 15 Minuten stehen lassen. Dann anschneiden und servieren.

FOCUS online Tipp

Zu einem wahren Festtagesessen wird der vegane Linsenbraten mit einer Glasur aus Wildpreiselbeeren. Hierfür einfach 2 EL Preiselbeeren mit 1 EL Tomatenmark und 1 EL Wasser verrühren und nach der Hälfte der Backzeit auf den Braten geben. Besonders gut passen dazu Kartoffeln und Rotkohl. Reste des Bratens schmecken auch als kalter Snack oder als Brotbelag.

Rezept: Jennifer Fritsch