Der Weihnachtsbaum gehört seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Weihnachtssymbolen. Schon Ägypter und Römer schmückten immergrüne Pflanzen, und deutsche Auswanderer trugen später den heute bekannten Weihnachtsbaum in die Welt hinaus. Aus dieser Tradition ist ein beeindruckender Markt entstanden: Laut einer Erhebung des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger wurden 2024 in Deutschland 15,9 Millionen Naturbäume, 13,6 Millionen Plastikbäume und 2,7 Millionen Alternativbäume aus Holz oder Metall aufgestellt. Rund 90 Prozent der Naturbäume stammen aus Deutschland, der Rest kommt fast ausschließlich aus Dänemark.
Deutschland ist damit einer der bedeutendsten Märkte weltweit. Der Verband natürlicher Weihnachtsbaum (VNWB) betont: „In Europa produziert Deutschland die meisten Weihnachtsbäume.“ Und wirtschaftlich ist der Baum längst ein Schwergewicht: „Beim Verkauf wird jährlich bundesweit ein Umsatz von rund 800 Millionen Euro gemacht“, erklärt der Verband auf seiner Website.
Für Verbraucher in diesem Jahr wenig erfreulich: Die wichtigsten Weihnachtsbaumverbände in Deutschland rechnen 2025 erneut mit einer Preiserhöhung, wenn auch nur moderat. Ursache sind steigende Lohn-, Produktions- und Logistikkosten sowie ein Rückgang der Anbauflächen und Erzeugerbetriebe.
Der Verband natürlicher Weihnachtsbaum (VNWB) erwartet für dieses Jahr folgende Endkundenpreise:
- Nordmanntanne: 23-30 Euro/Meter
- Blaufichte: 15-19 Euro/Meter
- Rotfichte: 12-16 Euro/Meter
Eine klassische Nordmanntanne von rund 1,70 Meter Höhe koste laut Bayerischer Christbaumanbauer meist 40 bis 50 Euro. Pro Meter seien es zwischen 23 bis 30 Euro.
Warum Weihnachtsbäume teurer werden
Weihnachtsbäume sind echte Langzeitprojekte: „Acht bis zwölf Jahre kümmert sich ein Weihnachtsbaum-Anbauer um einen Naturbaum, bis er verkauft werden kann“, betont der Christbaumverband Baden-Württemberg. In dieser Zeit fallen Kosten an, die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Die Verbände berichten übereinstimmend, dass Lohnkosten, Materialkosten für Maschinen, Dünger und Pflanzenschutz, Energiepreise sowie Logistik- und Transportkosten massiv angezogen haben. Zusätzlich steigen Verwaltungs- und Vermarktungskosten, etwa Standgebühren für Verkaufsplätze.
Besonders die Personalkosten belasteten die Erzeuger, da es immer schwieriger und teurer werde, Fachkräfte und saisonale Helfer zu finden. Gleichzeitig gebe es einen strukturellen Wandel im Markt: Immer mehr Betriebe geben die Weihnachtsbaumproduktion auf, teils aus Altersgründen, teils weil die Flächen anderweitig lukrativer genutzt werden. Das Angebot sinkt, während die Nachfrage stabil bleibt. Damit erklärt sich, warum sich 2025 eine moderate Preissteigerung kaum vermeiden lässt.
Dennoch gebe es keinen Grund zur Sorge: „Trotz des Mengenrückgangs wollen die Weihnachtsbaumerzeuger alles dafür tun, die Nachfrage überall in Deutschland (…) zu decken – und das zu moderaten Baumpreisen“, so VNWB-Vorsitzender Helmut Stoll. Auch der Christbaumverband Baden-Württemberg spricht von einer „gesicherten Versorgung“. Die Kulturen seien 2025 „insgesamt erfreulich“ gewachsen, trotz einzelner Frostereignisse.
Wie und wo die Deutschen ihre Bäume kaufen
Eine vom VNWB und dem Bundesverband (BWS) beauftragte Studie zeigt: Das Kaufverhalten ist klar verteilt.
- 40 Prozent kaufen ihren Baum beim klassischen Händler
- 27 Prozent direkt beim Erzeuger
- 19 Prozent im Baumarkt
- 12 Prozent im Gartencenter
Discounter, Supermärkte und Onlinehändler spielen eine untergeordnete Rolle. Obwohl der Onlinehandel wächst, entscheiden sich 95 Prozent der Käufer weiterhin für den Kauf vor Ort – wegen Frische, Auswahl und dem emotionalen Erlebnis.
Außerdem kaufen immer mehr Menschen ihren Baum früher. Die Erhebung zeigt, dass über 40 Prozent ihn bereits vor dem zweiten Advent erwerben, weitere 25 Prozent vor dem dritten Advent. 18 Prozent kaufen früher als im Vorjahr. Der VNWB beschreibt den neuen Trend so: Der „Adventsbaum“ ist die Regel, der Markt für Zweitbäume, etwa für Balkon, Terrasse oder Garten, wächst. Parallel steigt die Nachfrage nach kleineren Bäumen, was Experten auf veränderte Wohnsituationen und die Zunahme von Single-Haushalten zurückführen.
Preisunterschiede: Wo lohnt sich der Kauf besonders?
Am günstigsten sind Weihnachtsbäume häufig dort, wo viele Betriebe produzieren. Im Sauerland etwa – Deutschlands größtem Anbaugebiet mit rund sieben Millionen Bäumen jährlich – können Verbraucher dank großer Mengen oft niedrigere Preise finden als in Großstädten. Auch Hofverkäufe in Baden-Württemberg oder Bayern sind meist preiswerter als Verkaufsstände in Innenstädten. Direktvermarkter sparen Logistik und Standgebühren ein. Das kann je nach Region fünf bis zehn Euro pro Baum ausmachen.
In puncto Qualität raten die Verbände einhellig zum regionalen Kauf. Die norddeutschen Erzeuger fügen hinzu: „Genau wie bei uns Menschen kann der eine Baum gesünder und fitter sein als der andere Baum. Jeder Baum ist – zum Glück – ein Individuum. Manche halten ihre Nadeln bis nach Ostern, andere schmeißen ihre Kleider ab, sobald es ihnen zu warm wird.“
Aber: Regionalität erhöhe die Frische und damit die Haltbarkeit – ein entscheidender Faktor, wenn der Baum schon Ende November oder Anfang Dezember gekauft wird.
So sparen Verbraucher beim Baumkauf wirklich
- Direkt vom Erzeuger kaufen: oft fünf bis zehn Euro günstiger
- Kleinere Bäume wählen: spürbar preiswerter
- Früh kaufen: größte Auswahl, bessere Preise
- Alternative Sorten prüfen: Rotfichte und Blaufichte sind erheblich günstiger
- Auf regionale Siegel achten: Garant für Frische und Haltbarkeit
Welche Baumart ist am günstigsten – und welche hält am längsten?
Nordmanntanne (80 Prozent Marktanteil)
- teuerste Sorte, aber am haltbarsten
- laut Verbänden problemlos für den gesamten Advent geeignet
- geeignet für warme Innenräume
Blaufichte (ca. 10 Prozent Marktanteil)
- günstiger, zwischen 15–19 €/Meter
- hält moderat, harter Duft
- attraktiv für kleinere Wohnungen
Rotfichte
- preiswerteste Sorte (12–16 Euro/Meter)
- nadelt schnell in warmen Zimmern
- ideal für Balkon, Terrasse, Garten
So bleibt Ihr Baum frisch – und hält doppelt so lange
Die Bayerischen Christbaumanbauer geben konkrete Hinweise, die den Preis pro Nutzungstag fast halbieren:
- Baum sofort vor Wärme schützen: „Stellen Sie den Baum direkt nach dem Kauf im Netz an einen kühlen Ort in einen Eimer Wasser.“ Auch der Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz betont: Frische Bäume werden frühestens nach dem 1. Advent geerntet und sollten „zunächst im Garten, auf dem Balkon oder in der Garage kühl aufbewahrt werden“. Ein Wasserständer verlängere zusätzlich die Haltbarkeit.
- Frischer Anschnitt vor dem Aufstellen: Empfehlenswert sind Ständer mit Wasserbehälter. Bevor Sie den Baum dort hineinstellen, idealerweise noch mal frisch anschneiden.
- Ausreichend gießen: Ein großer Baum benötigt bis zu 2 Liter Wasser pro Tag.
- Erst am Vortag schmücken: Den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufstellen – nicht erst einen Tag vor Weihnachten. Die Zweige brauchen einige Stunden, um sich nach dem Transport und dem Netz vollständig zu entfalten. Dann sieht der Baum dichter aus, lässt sich besser schmücken und hängt nicht nach.
- Heizungsnähe unbedingt vermeiden