DUH klagt gegen Rothaus: Slogan „Klimapositiv 2030“ vor Gericht

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am Landgericht Waldshut-Tiengen Klage gegen die Badische Staatsbrauerei Rothaus eingereicht. Die Brauerei wirbt mit dem Slogan „Klimapositiv 2030“, doch die DUH hält diese Aussage für irreführend und wirft dem Unternehmen Verbrauchertäuschung sowie einen unfairen Wettbewerbsvorteil vor.

Kritik an unzureichender Transparenz

Die DUH bemängelt insbesondere, dass die Brauerei keine ausreichenden Informationen dazu bereitstelle, wie das Ziel der Klimapositivität tatsächlich erreicht werden solle, berichten die "Stuttgarter Nachrichten". Ein auf den Werbematerialien platzierter QR-Code führe zwar zur Unternehmenswebsite, dort seien jedoch Details über die konkreten Maßnahmen nur begrenzt zu finden. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärte laut "Bild.de": „Mit jedem Schluck Bier zur Klimapositivität – diesen Eindruck suggeriert die Brauerei Rothaus. Doch der Konzern bleibt vage in seiner Erklärung, wie er ,klimapositiv 2030‘ erreichen will.“

Die Brauerei setzt nach eigenen Angaben auf mehrere Maßnahmen, um ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren. Sie nutzt Ökostrom, hat eine moderne Kläranlage installiert, die laut Rothaus jährlich 270 Tonnen CO2 einspare, und stellt ihre Fahrzeugflotte sukzessive auf Elektrofahrzeuge um. Zudem sei auf dem Dach der Brauerei eine Solaranlage in Betrieb, die durch einen geplanten Windpark ergänzt werde. Seit 2008 habe das Unternehmen seine CO2-Emissionen bereits um zwei Drittel gesenkt, so die "Stuttgarter Nachrichten".

Landeseigene Brauerei unter besonderer Beobachtung

Die Vorwürfe der DUH wiegen nach Ansicht der Umweltschützer umso schwerer, weil die Brauerei zu 100 Prozent dem Land Baden-Württemberg gehört. Christian Rasch, Geschäftsführer von Rothaus, weist die Kritik jedoch zurück. Gegenüber "t-online" erklärte er: „Unser Bier ist ein reines Naturprodukt. Wenn der Klimawandel ungebremst voranschreitet, besteht die Gefahr, dass wir unser Tannenzäpfle in dieser Qualität nicht mehr brauen können.“ Deshalb verfolge man mit Nachdruck das Ziel, bis 2030 klimapositiv zu werden.

Auch Felix Schreiner, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Waldshut, übte Kritik an der DUH und verteidigte Rothaus. Die Nachhaltigkeitsziele der Brauerei seien gewissenhaft verfolgt worden, und die Klage helfe dem Umweltschutz nicht weiter. "Dass Rothaus genau deshalb verklagt wird, schlägt dem Fass den Boden aus", so Schreiner laut "Stuttgarter Nachrichten".

Signalwirkung für die Lebensmittelbranche?

Wie das Gericht entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Die DUH hofft, mit der Klage eine Signalwirkung für ähnliche Werbeversprechen in der Lebensmittelbranche zu erzielen. Ungeachtet dessen bleibt die Diskussion darüber, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele transparent und glaubwürdig kommunizieren können, weiterhin ein zentrales Thema.

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