US-Präsident Donald Trump hat den texanischen Abgeordneten Henry Cuellar und dessen Frau Imelda begnadigt. Die beiden waren wegen Korruption und Verschwörung angeklagt. Laut „Newsweek“ sollen sie fast 600.000 Dollar an Bestechungsgeldern von einer aserbaidschanischen Ölgesellschaft und einer mexikanischen Bank angenommen haben. Cuellar hatte die Vorwürfe stets bestritten und sich als unschuldig bezeichnet.
Trump erklärte, er habe die Begnadigung nach einem emotionalen Brief der Cuellar-Töchter beschlossen. In dem Schreiben baten Catherine Ann und Christina Alexandra Cuellar den Präsidenten um „Gnade und Mitgefühl“ für ihre Eltern. Sie beschrieben ihren Vater als „ehrlich und unabhängig“. Der Brief wurde von Trump auf seiner Plattform Truth Social veröffentlicht.
Cuellar bleibt Demokrat – Trump ist wütend
Nur wenige Tage nach der Begnadigung sorgte Cuellar für einen politischen Paukenschlag: Er kündigte an, erneut für den Kongress zu kandidieren – als Demokrat. Trump reagierte empört und warf ihm „mangelnde Loyalität“ vor. Auf Truth Social schrieb er: „Nur kurze Zeit nach der Begnadigung kündigte Henry Cuellar an, wieder für den Kongress zu kandidieren – als Demokrat, zusammen mit den radikalen Linken, die ihn und seine Frau ins Gefängnis bringen wollten.“
Trump zeigte sich enttäuscht über Cuellars Entscheidung und fügte hinzu: „Na gut, nächstes Mal kein Mr. Nice Guy mehr!“ Laut „Newsweek“ soll Trump nie persönlich mit Cuellar oder dessen Frau gesprochen haben, obwohl die Töchter in ihrem Brief behaupteten, Trump habe ihren Vater bei einem Lunch im Weißen Haus als „guten Mann“ bezeichnet.
Begnadigung als politisches Signal
Trump nannte die Anklage gegen Cuellar eine „Hexenjagd“ und warf der Biden-Regierung erneut vor, die Justiz gegen politische Gegner einzusetzen.
Der heutige US-Präsident selbst war im vergangenen Jahr wegen 34 Fällen von Dokumentenfälschung verurteilt worden. Durch seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl im November 2024 entging er jedoch einer Haftstrafe oder Geldbußen. Die Verurteilung bleibt dennoch bestehen.
Cuellar will erneut antreten
Henry Cuellar erklärte gegenüber Reportern, er sei dankbar für die Begnadigung und wolle nun wieder für den Kongress kandidieren. „Es kam überraschend. Ich danke Präsident Trump dafür“, sagte er laut „Newsweek“. Er betonte, dass sich nichts geändert habe und er weiterhin ein „konservativer Demokrat“ sei.
Cuellar war zuvor 14 Jahre lang Abgeordneter im texanischen Parlament und diente 2001 als Staatssekretär von Texas – immer als Demokrat.