China hat Japan vorgeworfen, militärisch zu provozieren. Der chinesische Außenminister Wang Yi erklärte bei einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul in Peking, dass das Verhalten Japans „völlig inakzeptabel“ sei.
Hintergrund ist ein kürzlicher Vorfall, bei dem chinesische Kampfflugzeuge ihre Radarsysteme auf japanische Militärjets gerichtet haben sollen. Japan bezeichnete dies als gefährlich und warf China vor, die Sicherheit zu gefährden. Laut „Reuters“ wies China die Vorwürfe zurück und beschuldigte wiederum Japan, wiederholt Flugzeuge in die Nähe der chinesischen Marine geschickt zu haben, die dort Übungen durchführte.
Für Aufsehen sorgte außerdem, dass China im November seine bisher größte Marineoperation in Ostasien gestartet hat. Dabei waren zeitweise mehr als 100 Schiffe der Marine und Küstenwache im Einsatz.
Taiwan als großer Streitpunkt
Die Spannungen zwischen den beiden Ländern haben sich zuletzt verschärft. Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi hatte erklärt, dass Japan auf mögliche chinesische Militäraktionen gegen Taiwan reagieren könnte, wenn diese auch Japans Sicherheit bedrohten.
Wang Yi reagierte darauf mit deutlicher Kritik. Er erinnerte daran, dass Japan während des Zweiten Weltkriegs Taiwan kolonisiert habe und dabei „unzählige Verbrechen gegen das chinesische Volk“ begangen habe. „Jetzt versucht die aktuelle Regierung, die Taiwan-Frage auszunutzen, um China militärisch zu bedrohen. Das ist völlig inakzeptabel“, sagte Wang laut „Reuters“.
Historische Spannungen reichen Jahrzehnte zurück
Taiwan war von 1895 bis 1945 eine japanische Kolonie und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg an die Republik China übergeben. Diese Regierung verlor später einen Bürgerkrieg gegen die Kommunisten unter Mao Zedong und zog sich 1949 nach Taiwan zurück, wo sie bis heute besteht.
Wang betonte, dass Taiwan historisch und rechtlich untrennbar zu China gehöre. Er erklärte, Taiwans Status als „chinesisches Territorium“ sei durch eine Reihe von historischen und rechtlichen Fakten „eindeutig und unumkehrbar bestätigt.“
Die Regierung Taiwans widerspricht dieser Darstellung jedoch und weist darauf hin, dass die Volksrepublik China 1945 noch nicht existierte und nie über Taiwan geherrscht habe.
Japan bleibt bei seiner Position
Japan hält an seiner Sichtweise fest. Der japanische Kabinettssekretär Minoru Kihara bezeichnete die Nutzung von Radarstrahlen durch chinesische Jets als „gefährlich und unnötig“. Er äußerte sich auch zu Berichten, dass China während des Vorfalls nicht auf Anrufe über eine bilaterale Hotline reagiert habe, die 2018 eingerichtet wurde. Eine Bestätigung dafür blieb jedoch aus.