Seit mehr als 20 Jahren ist Vince Ebert als Kabarettist und Comedian aktiv und begeistert seine Fans seitdem mit seinen Bühnenshows. Doch nach dem Ende seiner Tour zum aktuellen Programm „Vince of Change“ Ende 2026 sagt Ebert dem Showgeschäft goodbye. Er habe „das Gefühl, alles gesagt zu haben“.
Im Interview mit der „Bild“ verriet Ebert jedoch die wahren Gründe für sein Karriereende, vor allem aber rechnet der Kabarettist knallhart ab. Auch mit seinem eigenen Publikum.
Ebert stehe "immer knapp vor dem Canceln"
Die Gesellschaft werde „immer emotionaler, aggressiver, weniger rational. Das Gros der vernünftigen Menschen wird immer mehr zu Duckmäusern“. Vor allem beschwert sich Ebert über die sogenannte „Cancel Culture“, die auch sein Wirken immer mehr betreffe.
„Immer häufiger rufen Leute bei den Theatern an und sagen: ‚Überlegen sie sich, ob sie diesen Vince Ebert noch auftreten lassen können‘. Und dann werden diese Menschen ernst genommen. Es ist immer knapp vorm Canceln“, so der 57-Jährige.
Sehr häufig hätten Menschen ihm nach seinen Shows auf die Schulter geklopft und sich gefreut, dass er noch sagen könne, was sie in ihren Positionen nicht mehr sagen könnten. Das mache ihn wütend, so Ebert: „Wenn ihr das so schlimm findet, wie ihr das behauptet, dann steht euren Mann und eure Frau, aber schiebt nicht mich oder andere vor!“
Der Kabarettist will nicht mehr der „Mahner“ sein
Auch sei die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stimmung in Deutschland am Ende, ein weiterer Grund für sein Abtreten. Ebert sieht das pragmatisch: „Wenn das Pferd tot ist, muss man absteigen. Ich will nicht die nächsten fünf Jahre durch Talkshows gehen und immer dasselbe sagen. Ich habe zu dieser Situation alles gesagt.“
„Er möchte nicht mehr als Mahner dabei sein“, wenn die Leidensfähigkeit der Deutschen bis in den Abgrund gehe. Die Botschaft des 57-Jährigen ist klar und knallhart: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich verpisse. Aber: Macht euren Kram alleine!“
Zum Abschluss gibt Ebert noch dem Bundeskanzler eine Botschaft mit auf den Weg: „Friedrich Merz muss sich ins Zeug legen“, die in vielerlei Hinsicht angespannte Lage in Deutschland zu verbessern. „Ein Jahr hat er höchstens Zeit“, dann könnte auch Ebert wieder auf die Comedy-Bühne zurückkehren.