Wie in den meisten größeren Städten gelten auch in Weilheim unterschiedliche Parktarife, was für viele Kommunen eine gute Möglichkeit der Einnahmen darstellt.
Weilheim - Tatsächlich hat die Weilheimer Verwaltung für Sicherheit und Ordnung eine Anpassung der Parkgebühren sowie einen Neuerlass der Parkgebührenordnung erarbeitet. Der Hauptausschuss konnte sich während der jüngsten Sitzung ein Bild von den Vorschlägen machen und diese diskutieren.
Für den Altstadtbereich, also die Parkzone 1, sollen die Gebühren von bisher einem Euro für 30 Minuten auf 1,25 Euro steigen. Laut Verwaltung könne man gerade in diesem Gebiet einen hohen Parkdruck feststellen. In den Parkzonen 2 und 3, die sich außerhalb der Stadtmauer befinden, würden die Parkgebühren bei 50 Cent je angefangener halben Stunde bleiben.
Eine Änderung ist auch für Parkende in der Tiefgarage Altstadt-Center vorgesehen. Hier wäre geplant, dass Autofahrer für die erste Stunde einen Euro bezahlen, gefolgt von 2,50 Euro für eine weitere Stunde. Nachts und an Feiertagen sollen es drei Euro werden, die die Parkenden berappen müssen.
„Bei Betrachtung der erheblichen Betriebskosten und des Angebots einer komfortablen, wettergeschützten und zentral gelegenen Parkmöglichkeit ist das zeitgemäß und deshalb vertretbar“, so die Anmerkung der Verwaltung.
Tatsächlich kann die Erhöhung der Parkgebühren Einnahmen von etwa 303.000 Euro erzielen. Dieser Betrag wäre jedoch die Annahme des günstigsten Falls, da die Auswirkungen der Erhöhung nicht abschätzbar seien. In der Altstadt beliefen sich die Einnahmen der Parkgebühren 2024 auf 88.056 Euro, in der restlichen Innenstadt auf 297.487 Euro. Bei einer Erhöhung der Gebühren in der Altstadt ergäbe sich eine Steigerung von 25 Prozent auf etwa 110.000 Euro. In der übrigen Innenstadt würde das sogar eine Steigerung von 100 Prozent bedeuten – auf geschätzte 504.970 Euro.
Wohnmobile parken zu günstig
Laut Verwaltung handle es sich allerdings nur um rein rechnerische Zahlen, die wegen des daraus resultierenden Nutzer-Parkverhaltens starken Abweichungen unterliegen können.
Auch Wohnmobilparker wären von der Gebührenerhöhung betroffen. Die Tagesgebühren am Wohnmobilstellplatz nahe der Ammerschule sollen auf 20 Euro steigen, inklusive Abwasserentsorgung. Die Verwaltung hatte zwar nur 15 Euro vorgeschlagen, aber „das ist zu niedrig“, gab Bürgermeister Markus Loth zu bedenken – besonders im Vergleich zu umliegenden Wohnmobilstellplätzen wie beispielsweise in Peißenberg. Dort beläuft sich die tägliche Stellplatzgebühr für Wohnmobile auf 24 Euro.
Auch die Kämmerei gab eine Stellungnahme zu den Erhöhungen ab. Während beispielsweise das Defizit der Tiefgarage beim Altstadt-Center mit ungefähr 190.000 Euro übernommen wurde, ist ab dem Haushaltsjahr 2026 das durch den Betrieb der beiden Parkhäuser am Öferl und in der Kumpperstraße entstehende Defizit ebenfalls von der Stadt zu tragen.
Die Mitglieder des Hauptausschusses waren während dieser Sitzung nur vorberatend tätig. Der Stadtrat muss den Gebührenänderungen noch in seiner Sitzung am 11. Dezember zustimmen, bevor sie in Kraft treten.
Umstrittenes Parkhaus wird öffentlich
Der Hilferuf kam von den Weilheimer Stadtwerken: Das bereits seit einigen Jahren in Betrieb genommene Parkhaus in der Krumpperstraße lässt sich offenbar wirtschaftlich nicht betreiben.
Geplant waren Dauerparker, die vor allem bei den benachbarten Behörden arbeiten. Doch laut Stadtwerken werden die Stellplätze von Dauerparkern nicht genügend genutzt, und die Kalkulation gehe nicht auf. Mitglieder des Weilheimer Bauausschusses wurden daher gebeten, die Nutzungsbeschränkungen für Dauerparker sowie das bestehende Nachtparkverbot aufzuheben.
Die Stadtwerke legten dazu ein neues Gutachten des TÜV SÜD zu den Schall- und Lärmemissionen für die umliegenden Gebäude vor. Während der Planung seien laut Stadt viele Zugeständnisse gemacht worden, da die Anwohner große Lärmbelastung befürchteten. Das neue Gutachten zeige inzwischen, dass diese Befürchtungen unbegründet seien.
„Den Anwohnern ist es bestimmt lieber, wenn sich im Parkhaus etwas bewegt und es nicht nur verwaist dasteht“, meinte Horst Martin (SPD). „Das ist aber nur deine These“, gab Alfred Honisch (Grüne) mit einem Augenzwinkern zu bedenken. Schließlich habe es zu Beginn der Parkhausplanungen viele Bedenken hinsichtlich Lärm- und Emissionswerte gegeben. Diese befänden sich laut neuem Gutachten jedoch in einem vertretbaren Maß und würden teilweise sogar unterschritten.
„Wir haben uns schon gedacht, dass sich das Parkhaus mit Dauerparkern der Behörden allein nicht rechnen wird“, so Brigitte Holeczek (BfW). „Ich bin für das öffentliche Parken dort, weil das Parkhaus einen sehr guten Standort mit Nähe zu den Behörden, der Stadtmitte und dem Friedhof hat.“
Die Mitglieder des Bauausschusses beschlossen einstimmig, das Gebäude künftig für Kurzparker zu öffnen. Auch das Nachtparkverbot wird aufgehoben.
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