Unwetter, Airbnb und das Borna-Virus: Das sind die meistgelesenen Online-Geschichten der EZ in diesem Jahr

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Die Ebersbergerin Annette Voith und ihr Lebensgefährte Sebastian Schoepp vermieten in ihrem Haus eine Wohnung über Airbnb. © PETER KEES

In der Ebersberger Zeitung sind über das Jahr hinweg hunderte Geschichten erschienen. Viele von ihnen auch im Netz. Die meistgelesenen Online-Geschichten des Jahres 2025 haben wir jetzt in einem Ranking zusammengefasst.

Landkreis – Wer die Ebersberger Zeitung abonniert hat, für den ist die Heimatzeitung ebenso wenig vom Frühstückstisch wegzudenken, wie die morgendliche Kaffeetasse. Doch gibt es mittlerweile auch zahlreiche Menschen, die mit dem Griff zum Smartphone in den Tag starten und die Nachrichten daher vorwiegend online lesen. Der Münchner Merkur und seine Lokalausgaben haben schon vor einigen Jahren auf diesen Trend reagiert: Über ein kostenloses Onlineportal können User auf eine Vielzahl an Berichten zugreifen. Welche Geschichten der EZ unsere Leser dabei besonders beschäftigt haben, zeigen unsere Top-Ten:

Das sind die Top-10-Geschichten:

Platz 10: Im März gab es ein endgültiges aus für das traditionsreiche Autohaus Niebler. Nach vorheriger Schließung des Fahrzeugverkaufs musste Ende März auch die angeschlossene Werkstatt ihren Betrieb einstellen. Seit 1929 existierte das Familienunternehmen in Pöring, erst als Fahrradwerkstatt und Fahrzeughändler. Anton Niebler wollte die Werkstatt unbedingt am Leben erhalten. So war es für ihn noch schwerer, dass trotz der Treue vieler langjähriger Kunden der Mechaniker-Betrieb auch schließen musste. Seine Kunden konnten es genauso wenig glauben wie er, sagt er. Deshalb erreichte der Artikel wohl auch 80 717 Personen.

„Ich bin von Grund auf Autoschrauber“, sagt Anton Niebler (60), der in der Krise des Autokonzerns Stellantis um seine Fiat-Werkstatt kämpft. Das Unternehmen gibt es seit fast 70 Jahren.
Anton Niebler musste seine Werkstatt schließen. © Stefan Roßmann

Platz 9: Eine S-Bahn Attacke, wie es sie wahrscheinlich nicht oft gibt. Der Täter, ein 42-jähriger Mann, schlug in der S4 zwischen München und Grafing einem Fahrgast gegen den Kopf. Dieser erlitt dadurch eine Nasenbeinfraktur, einzelne Hämatome, Übelkeit und Kopfschmerzen. Zudem stieß der Täter einen Kinderwagen um. Ein Atemalkoholtest ergab schließlich einen Wert von über zwei Promille. Er wurde nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Da die Attacke zudem eine halbstündige Verzögerung mit sich brachte, wollten 86 059 Leser den Grund dahinter erfahren.

Tiny-Häuser in Oberpframmern und ein millimeter-starker Prozess am Verwaltungsgericht

Platz 8: Der erste Spatenstich für das Baugebiet an der Siegertsbrunner Straße in Oberpframmern war für den planenden Architekten Hans Baumann ein großer Schritt. Hin zu Generationen übergreifender Baugestaltung, flächenschonender und ökologisch aufwertender Baulandentwicklung. Die 40 entstehenden Parzellen auf rund 11 400 Quadratmeter großen Fläche sollten an Berechtigte nach einem sozial basierten Kriterienkatalog verkauft werden. Und zwar zu einem Festpreis, deutlich unter dem Verkehrswert. Im Garten jeder Parzelle sei es grundsätzlich zulässig, ein Tiny-Haus für heranwachsende oder ältere Familienangehörige einzurichten. Dieser Bau, der knapp ein halbes Jahr dauerte, interessierte online 88 130 Menschen.

Platz 7: Eine knappe Angelegenheit war die Entscheidung des Verwaltungsgerichts München zu einem Bauvorhaben eines Grafinger Unternehmers. Gebaut werden sollten zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 14 Wohnungen. Die Nachbarn klagten wegen „erdrückender Wirkung“. Ein Begriff aus dem Baurecht, bei dem der Bauherr die Höhe des Bauwerkes hätte einschränken müsste. Das Gericht sieht diesen Grund nicht und rät den Nachbarn, die Klage zurückzunehmen. Doch eine klare Entscheidung sei es nicht gewesen, wie im Nachhinein zu vernehmen ist. Der Abstand zum Nachbargrundstück war nämlich gerade so genug, und zwar mit 9,6 Millimeter Spielraum. Für diese Klage interessierten sich 93 942 Leser.

Ein aufziehendes Unwetter und eine kuriose Blitzerstelle

Platz 6: Hagel und Unwetter machten 2025 auch vor dem Landkreis Ebersberg keinen Halt. So warnte der Deutsche Wetterdienst auch für den Landkreis. Am 4. Juni gegen 14 Uhr sollte aus dem Westen über Baden-Württemberg die Unwetterfront einbrechen. Und zwar mit bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkörnern, schweren Sturmböen bis zu 100 Kilometer pro Stunde und „unwetterartigem Regen von 25 bis 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit“. Entwarnung sollte es erst in der Nacht zum 5. Juni geben. Um sich auf das Unwetter vorzubereiten, lasen 97 843 Online-Leser den Artikel.

Platz 5: Eine kuriose Blitzerstelle mit erfreulichem Ergebnis in Frauenneuharting. „Es kam zu keinem Geschwindigkeitsverstoß“, so die Bilanz der Radarmessung der Kommunalen Dienste Oberland im Frauenneuhartinger Ortsteil Tegernau. Der Grund: Eine, rund 40 Meter entfernte, Vollsperrung der Grafinger Straße wegen Erdarbeiten am Stromnetz. Zu schnell fahren, wäre also wohl keinem Fahrer möglich gewesen. Eine Investition, die sich für die Gemeinde Einnahme technisch nicht bezahlt gemacht hat. Gelesen wurde diese Recherche allerdings 107 919 Mal.

Dienst nach Vorschrift: Blitzer in Tegernau bewacht Straßenvollsperrung
Dienst nach Vorschrift: Blitzer in Tegernau bewacht Straßenvollsperrung © Josef Ametsbichler

Borna-Virus, Tag der offenen Gartentür, Airbnb und der Pflegedienst

Platz 4: Abstand zu Spitzmäusen halten, warnte das Gesundheitsamt. Sie sind die Überträger des Borna-Virus, das sich weiter im Landkreis Ebersberg ausbreitete. Ende 2024 habe sich ein Lama in Kirchseeon angesteckt, im Juni 2025 gab es einen Verdachtsfall bei einem Pferd aus Straußdorf. „Kein Grund zur Panik!“, betonte das Landratsamt. Die Ansteckungsgefahr für Menschen gilt als gering. Doch mit gravierenden Folgen: Es kann eine tödliche Hirnhautentzündung auslösen, gegen die es noch keine Impfung gibt. Ein Mann starb an den Folgen der Infektion, ein weiterer erkrankte schwer. Vor wenigen Jahren starben zwei Kinder am Virus. 118 449 Personen interessierten sich für das Thema.

Platz 3: Mike Wierz und Jürgen Wehr öffneten am Tag der offenen Gartentür ihre Türen. Und zwar zu einem wunderschönen Garten, der ihnen in der Woche rund 30 Stunden Arbeit macht. Stören tut es das Paar aus Aßling aber nicht. „Hier genießen wir unsere Sommerabende“, sagen die beiden Männer. Ihr 900 Quadratmeter großer Garten umfasst einen Teich mit Kois, zarte Mauern, Steine, Blumen, Bäume, Rasen und Ruheoasen. Kletterpflanzen, Buddleja (Sommerflieder) und ein Tulpenbaum zieren den Garten, der zudem auch noch von Skulpturen und Deko besetzt ist. Trotz der beachtlichen Gartengröße ist ihr Garten aber etwas Privates, da er von außen kaum einsehbar ist. Für den idyllischen Garten der beiden haben sich 126 210 Personen interessiert.

Ein Gesamtkunstwerk zwischen Pavillon und Koi-Teich ist der Garten von Mike Wierz und Jürgen Wehr in Aßling. Im Hintergrund blüht der Sommerflieder.
Ein Gesamtkunstwerk zwischen Pavillon und Koi-Teich ist der Garten von Mike Wierz und Jürgen Wehr in Aßling. Im Hintergrund blüht der Sommerflieder. © Peter Kees

Platz 2: Der erste Stock eines historischen Hauses in Ebersberg ist auf dem Internet-Portal Airbnb zu finden. Seit 2022 bietet Annette Voith die kleine Wohnung dort an. Ihre Gästebücher sind ganz besondere Schätze, mit Einträgen von Spaniern, Chinesen, Italienern, Franzosen, Niederländern, Mexikanern, Amerikanern, Slowaken und natürlich auch Einheimischen. Viele ihrer Gäste seien Stammgäste, die etwas mit Ebersberg verbinde. Kurzaufenthalte, unter drei Tagen, lehne Voith aber inzwischen ab. „Ich bin kein Hotel“, sagt die Vermieterin. Ihre Erfahrungen haben 142 174 Menschen gelesen.

Platz 1: Mehr als doppelt so viele Leser hat der erste Platz gefunden. Die Überlegung der Bundesregierung, den Pflegegrad 1 abzuschaffen, sorgte bei den Pflege-Dienstleistern im Landkreis Ebersberg für gespaltene Meinungen. Petra Topolko, Geschäftsführerin der Vitana Pflege aus Markt Schwaben findet eine Abschaffung nicht fair. Viel müssten die Leute aus eigener Tasche bezahlen. Marlene Springer, Pflegedienstleiterin beim ambulanten Pflegedienst der AWO aus Markt Schwaben hingegen weiß, dass die Pflegedienste an den Personen mit Pflegegrad 1 nichts verdienen. Viele würden Putzhilfen wollen. Dennoch sei die Einstufung wichtig, um anschließend weiter hochgestuft werden zu können. Diese Ausführungen haben 368 269 Leser gefunden.