Die britische Regierung hat alarmierende Aktivitäten russischer U-Boote und Spionageschiffe in ihren Gewässern aufgedeckt. Laut der „Sunday Times“ wurde ein russisches U-Boot zusammen mit dem Forschungsschiff Jantar dabei beobachtet, wie es kritische Unterwasserinfrastruktur, darunter Gasleitungen und Datenkabel, in der Nähe der britischen und irischen Küste kartierte.
Russland intensiviert Aktivitäten unter Wasser
Die russischen Operationen in britischen Gewässern haben laut General Sir Gwyn Jenkins, dem First Sea Lord der Royal Navy, in den letzten zwei Jahren um 30 Prozent zugenommen. Besonders besorgniserregend seien die Vorgänge unter Wasser, erklärte Jenkins der „Sunday Times“.
Russland investiere verstärkt in seine Elite-Tiefsee-U-Boot-Division GUGI, die für Unterwassersabotage und Spionage bekannt ist. Die britische Regierung befürchtet, dass Russland gezielt Unterseekabel und Pipelines kartiert, um diese im Falle eines Konflikts zu sabotieren.
Großbritannien reagiert mit erhöhter Wachsamkeit
Das britische Verteidigungsministerium betonte, dass es sich der Bedrohung durch Russland bewusst sei und Maßnahmen ergreife, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. „Wir sehen Sie, wir wissen, was Sie tun, und wir werden nicht davor zurückschrecken, unser Land zu schützen“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums laut „Independent“.
Um diesen Bedrohungen zu begegnen, hat die britische Regierung die Verteidigungsausgaben deutlich erhöht und plant, diese bis 2027 auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern.
Russland nutzt Irlands militärische Neutralität aus
Laut „Sunday Times“ könnte Russland versuchen, Irlands militärische Neutralität auszunutzen, um seine Präsenz in der Nähe der britischen Gewässer auszubauen. Die irische Regierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre kritische Infrastruktur zu schützen und arbeitet eng mit EU-Partnern und Großbritannien zusammen.
Der irische Premierminister Micheál Martin warnte vor den Folgen möglicher Sabotageakte: „Unsere Gesellschaft und moderne Wirtschaft hängen von der Sicherheit unserer Unterwasserinfrastruktur ab.“