- Der vollständige Artikel von Hugo Müller-Vogg, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Kein Zusammenhang von Kriminalität und Herkunft? Ideologe Fratzscher leugnet Fakten
Ein Kommentar von Hugo Müller-Vogg zur Kriminalitätsdebatte hat breite Zustimmung in der Leserschaft ausgelöst. Seine kritische Auseinandersetzung mit der These des Ökonomen Marcel Fratzscher, Kriminalität sei kein Import, sondern vor allem ein soziales Phänomen, trifft bei vielen Lesern einen Nerv. In den Kommentaren dominiert die Auffassung, dass Müller-Vogg zentrale Punkte anspricht, die in Politik, Wissenschaft und Medien zu oft ausgeblendet würden.
Kritik an Fratzscher und DIW
Viele Leser teilen Müller-Voggs Skepsis gegenüber Marcel Fratzscher. Kritisiert wird weniger die Existenz sozialwissenschaftlicher Erklärungsansätze als deren Verabsolutierung. Kommentatoren werfen Fratzscher vor, politische Positionen als wissenschaftliche Gewissheiten zu präsentieren. Das DIW verliere dadurch aus ihrer Sicht an Glaubwürdigkeit als unabhängiges Forschungsinstitut. Besonders häufig wird bemängelt, dass Fratzscher sich regelmäßig zu migrations- und kriminalpolitischen Fragen äußere, ohne konkurrierende Befunde ausreichend zu berücksichtigen. Dabei bleibt festzuhalten: Wirtschaftsforschung berührt gesellschaftliche Fragen, muss dabei aber zwischen Analyse und normativer Bewertung klar trennen. Viele Leser sehen diese Grenze bei Fratzscher überschritten.
"Ist Fratzscher als Leiter des DIW noch tragbar? Immerhin sollte das ein wissenschaftliches Institut sein und wird als solches gefördert." Zum Originalkommentar
"Viele Studien, Expertisen und Meinungen haben einen politischen Hintergrund." Zum Originalkommentar
"Das Zurechtbiegen von Wahrheit ist nicht nur ein Phänomen der Rechten (...) Eine Lösung der Probleme ist nur möglich, wenn sie auch benannt werden. Das gilt nich nur für Kriminalität sondern auch für Rente, Gesundheit, Staatsquote. Verdrängen und Gesundbeten macht‘s nur noch schlimmer ..." Zum Originalkommentar
Kritik an Migrations- und Kriminalitätsdebatte
Zahlreiche Kommentare greifen Müller-Voggs Argument auf, dass statistische Befunde nicht ausgeblendet werden dürfen. Die Überrepräsentation nichtdeutscher Tatverdächtiger in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik wird von vielen Lesern als Fakt akzeptiert, nicht als Werturteil. Zustimmung erhält Müller-Vogg dafür, dass er soziale Faktoren nicht leugnet, aber als unzureichend für eine alleinige Erklärung einstuft. Die Kritik richtet sich gegen eine Debatte, die aus Sicht der Leser moralisch überformt sei und legitime Fragen delegitimiere. Tatsächlich betrachtet seriöse Forschung Kriminalität als multikausales Phänomen. Weder soziale Lage noch Herkunft allein liefern Erklärungen. Die Leserreaktionen zeigen jedoch, dass diese Differenzierung kaum noch Vertrauen findet.
"Anteil ausländischer Insassen in deutschen Haftanstalten: 2024 37,4 Prozent. 2015 waren es noch 25,3 Prozent. Dazu kommen die eingebürgerten Ausländer, die als Deutsche geführt werden. In NRW dürfte der Anteil der Ausländer in den Haftanstalten deutlich höher sein." Zum Originalkommentar
"Bei der Bekanntgabe wird gerne vergessen, dass deutscher Pass nicht deutsch heißt. Dadurch sind sämtliche Statistiken falsch." Zum Originalkommentar
"Laut den Zahlen gilt: Ausländer gehören, gemessen an dem Bevölkerungsanteil, 5-mal so oft zu den Verdächtigen einer Straftat und 4-mal so viel zu den Gefangenen." Zum Originalkommentar
Widerspruch gegen Fratzschers Kriminalitätsthese
Fratzschers Aussage, Kriminalität werde nicht importiert, stößt auf breiten Widerspruch. Leser verweisen auf die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik, die einen deutlich höheren Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ausweist als deren Bevölkerungsanteil. Diese Zahlen gelten vielen als klarer Gegenbeleg. Der Hinweis auf soziale Faktoren wird nicht grundsätzlich bestritten, aber als unzureichend bewertet. Kritisiert wird, dass Fratzscher statistische Zusammenhänge relativiere oder ausblende. Statistiken beschreiben Häufigkeiten, erklären aber keine Ursachen. Genau an dieser Trennlinie entzündet sich der Konflikt zwischen Fratzschers Deutung und der Wahrnehmung vieler Leser.
"(...) Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Wenn er glaubt, dass Traditionen, Weltanschauung und religiöser Übereifer mit staatlichen Mitteln geändert werden können - meint er etwa Umerziehungslager? So etwas gibt es nicht bei uns in Deutschland ..." Zum Originalkommentar
"Nicht das Erreichte zählt, das Erzählte reicht. Wenn wir nur unsere Augen fest vor der Wirklichkeit verschließen und die Instrumente der Statistik klug nutzen, wird aus der Realität eine individuelle Wohlfühlblase." Zum Originalkommentar
"Wenn Herr Fratzscher nicht im Stande ist, die Jahresberichte des BKA zu verstehen, wundern mich auch seine sonstigen fehlerhaften Prognosen aus der Vergangenheit nicht." Zum Originalkommentar
Kritik an politischer Nähe von Experten
Ein weiterer Strang richtet sich gegen Medien und politische Einflussnahme. Fratzscher erscheint vielen als Symbol einer engen Verbindung zwischen Experten und Politik. Kommentatoren werfen einigen Leitmedien vor, seine Thesen bevorzugt zu verbreiten und Gegenpositionen zu marginalisieren.
"(...) Altkanzler Helmut Schmidt würde heute nicht mehr in die SPD eintreten und alternativ wählen." Zum Originalkommentar
"Fratzscher war und ist der linksgrüne Heizer, der die Zuwächse der AfD befeuert, nur versteht Fratzscher das mit seinen linksgrünen Scheuklappen nicht. Schade, eigentlich sollte ein solcher Mensch in der Lage sein, einfachste Zusammenhänge zu erkennen." Zum Originalkommentar
Sonstiges
Ein Teil der Beiträge verlässt das Thema und kommentiert den Zustand der öffentlichen Debatte selbst. Ironie, Frust und Seitenhiebe auf Moderation und Diskussionskultur dominieren. Diese Stimmen tragen wenig zur Sachfrage bei, verdeutlichen aber die emotionale Aufladung.
"Kauft ihm eine starke Brille, dann erkennt er vielleicht wie Merz das Stadtbild!" Zum Originalkommentar
Wie stehen Sie zu Fratzschers Aussagen? Ist Kriminalität wirklich vor allem ein soziales Phänomen – oder müssen auch kulturelle Faktoren stärker in den Blick genommen werden?
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