Leser empört über jahrelanges Nichtstun bei GKV-Finanzierung

Steigende Beitragssätze und neue Finanzlöcher in der gesetzlichen Krankenversicherung sorgen für breite Kritik unter den Lesern. Die Kommentare spiegeln Frust über politische Versäumnisse, wachsende Kosten und eine als ungerecht empfundene Lastenverteilung. Besonders umstritten sind die Finanzierung sozialstaatlicher Aufgaben, strukturelle Defizite im System und der Umgang mit Beitragserhöhungen.

Kritik an Finanzierung und Beitragssystem

Viele Leser halten die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung für grundlegend ungerecht. Im Mittelpunkt steht die wachsende Belastung der Erwerbstätigen durch steigende Beitragssätze. Gleichzeitig sehen Kommentatoren andere Gruppen geschont, etwa Beamte, privat Versicherte oder sehr hohe Einkommen. Entsprechend häufig werden Forderungen nach einer breiteren Finanzierungsbasis laut, etwa durch eine Bürgerversicherung oder eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Auch die beitragsfreie Familienversicherung wird kritisch bewertet. Tatsächlich tragen die Krankenkassen seit Jahren Kosten, die nur teilweise über Beiträge gedeckt sind. Bundeszuschüsse, etwa für Bürgergeldbezieher, gelten als unzureichend. Die strukturelle Schieflage ist politisch bekannt, bleibt aber ungelöst. 

"Wir brauchen kein Sparpaket, welches die Beitragszahler trifft, sondern die volle Kostenübernahme vom Bund für Nichtbeitragszahler, die von den anderen mitfinanziert werden."  Zum Originalkommentar

"CDU Frei hat doch schon die Lösung angekündigt, Leistungseinschränkungen bei den Beitragszahlern der GKV!"  Zum Originalkommentar

"Ich finde, das Ungerechteste ist, dass nicht alle betroffen sind. Reiche und Beamte sind raus. Die Beitragsbemessungsgrenze auf 150.000 setzen und Beamte in die Gesetzliche ..."  Zum Originalkommentar

Kritik an Politik und Verwaltung

Viele Kommentare äußern Unmut über das politische Management des Gesundheitssystems. Reformen würden angekündigt, aber nicht umgesetzt. Besonders häufig kritisiert werden aus Sicht der Leser ineffiziente Strukturen, eine große Zahl an Krankenkassen und hohe Verwaltungsausgaben. Der Ruf nach Fusionen und weniger Bürokratie ist deutlich. 

Tatsächlich machen Verwaltungskosten nur einen kleinen Teil der Gesamtausgaben aus. Einsparungen allein durch Kassenfusionen würden die Finanzprobleme nicht lösen, könnten aber Effizienzgewinne bringen. Tiefgreifende Reformen scheitern bislang an föderalen Zuständigkeiten, Interessen der Selbstverwaltung und parteipolitischen Gegensätzen.

"Es ist nicht mehr nachvollziehbar, dass einfach nichts getan wird und diese Reformen, die laufend vollmundig angekündigt werden, nicht in Kraft treten. Es ist zu unser aller Schaden, da wir immer mehr zahlen müssen ..."  Zum Originalkommentar

"Zur Ausgabenseite der Kassen gehören auch die Verwaltungskosten. Es wäre doch so einfach, Geld durch Zusammenlegung der Kassen einzusparen ..."  Zum Originalkommentar

"Reform klingt gut. Krankenkassen zusammenlegen. Nichtzahler raus aus der GKV und in ein eigenes, voll steuerfinanziertes System. Nach einem Jahr dürfte die GKV saniert sein, und die Preistreiber sind transparent und isoliert."  Zum Originalkommentar

Kritik an Kosten und Ausgabenentwicklung

Ein Teil der Leser richtet den Blick vor allem auf die Ausgabenseite der Krankenkassen. Kritisiert werden hohe Preise neuer Medikamente, wirtschaftliche Interessen der Pharmaindustrie sowie wachsende Ausgaben in Kliniken und Praxen. Hinzu kommt der Eindruck, dass der Leistungskatalog stetig erweitert wird, ohne die Finanzierung nachhaltig abzusichern. Tatsächlich steigen die Ausgaben seit Jahren deutlich, getrieben durch medizinischen Fortschritt, demografische Effekte und höhere Personalkosten. Zugleich wachsen Einnahmen  langsamer, weil sie an die Lohnentwicklung gekoppelt sind. 

"(...) Die Wirte bekommen 7% MwSt geschenkt, auf Medikamenten werden weiterhin 19% MwSt erhoben. Auf die 6-7 Milliarden € Einnahmen können Bund & Länder nicht verzichten. Das Geld wird anderswo benötigt. Wir werden nahezu täglich Forderungen der Privilegierten nach Leistungskürzungen hören und lesen. Es gilt, die Bereitschaft der Bevölkerung herzustellen."  Zum Originalkommentar

Kritik an Sozialpolitik und Flüchtlingskosten

Ein weiterer Fokus liegt auf der Finanzierung sozialstaatlicher Leistungen und der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen. Viele Leser fordern eine klare Trennung zwischen beitragsfinanzierter Versicherung und steuerfinanzierten Aufgaben des Staates. Der Vorwurf: Der Bund komme seiner Verantwortung nicht ausreichend nach und verlagere Kosten auf die Beitragszahler. Rechtlich ist die medizinische Versorgung dieser Gruppen abgesichert, finanziell bleibt sie jedoch ein Streitpunkt. Pauschalen des Bundes gelten als nicht kostendeckend, was die Kassen zusätzlich belastet. Die Leser benennen damit ein reales Zuständigkeitsproblem zwischen Bund und GKV.

"(...) Für jeden Flüchtling bezahlt der Staat ca. 113 € im Monat, aber die Kosten pro Kopf sind dreimal so hoch ..."  Zum Originalkommentar

"Die Krankenversorgung von Flüchtlingen sollte komplett vom Bund/Regierung, also Steuergeldern, bezahlt werden und nicht von den KK-Mitgliedern. Die KK haben schon Klage eingereicht ..."  Zum Originalkommentar

Sonstiges

Eine kleinere Gruppe reagiert mit Ironie und Resignation auf steigende Beitragssätze.

Sollte die Politik stärkere Sparmaßnahmen umsetzen, müssen die Beiträge gerechter verteilt werden oder sind die steigenden Kosten unausweichlich? Diskutieren Sie mit: Was schlagen Sie vor, um das System zukunftssicher zu machen?

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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