"Sind gezwungen": Trump will Abos für "Fake News" kündigen und zahlt brav weiter

Donald Trump hasst etablierte Medien und ihre Vertreter. Seit Jahren führt der US-Präsident einen Kampf gegen „Fake News Media“. 

Ob Sender wie „CNN“, Zeitungen wie „Washington Post“ oder Agenturen wie „AP“: Er schikaniert sie und ihre Journalisten, wo er nur kann. Trump, der gerade in der Epstein-Affäre öffentlich zunehmend in die Kritik gerät, beleidigt sie und schließt sie aus bestimmten Runden einfach aus. 

Trump-Behörden zahlen viel Geld für verhasste Medien

Doch wie eine Recherche einer dieser Medien nun zeigt, zahlen er und seine Behörden weiterhin brav für Abos der angeblichen Lügenpresse. Dabei hatte Trump im Februar angesichts der staatlichen Ausgaben für Nachrichtenangebote geschrieben: „KÖNNTE DER GRÖSSTE SKANDAL VON ALLEN SEIN, VIELLEICHT DER GRÖSSTE IN DER GESCHICHTE!“ 

Zehntausende Dollar würden Trumps Regierungsstellen aber immer noch für Abos zahlen, berichtete die „Washington Post“. Unter den Medien seien die Website „Politico“ (gehört zum deutschen Axel-Springer-Konzern), Bloomberg und auch die „Washington Post“ selbst. Erst im September habe etwa die Umweltschutzbehörde einen Vertrag über rund 17.000 Dollar abgeschlossen, um die Energie- und Umweltberichterstattung von „Politico“ zu bekommen. 

Ebenfalls im September habe das Außenministerium eingewilligt, mehr als 100.000 Dollar für die Berichterstattung des Portals über US- und Europa-Politik zu bezahlen. Dieser Vertrag sei aber gekündigt worden, nachdem die „Washington Post“ eine Anfrage dazu stellte. 

Andere Behörden und Ministerien weisen dem „Post“-Bericht zufolge auch darauf hin, dass man die Kosten für Abos gesenkt habe. 

Weißes Haus: "Leider sind wir gezwungen"

Doch Chris Mohr, Präsident der Software Information Industry Association, einer Handelsgruppe, die Nachrichten-, Software- und Datenunternehmen wie Bloomberg und Thomson Reuters vertritt, sagte der „Washington Post“, er sei „erfreut“, dass die Regierung weiterhin Informationen von diesen Unternehmen einhole. 

Dies bedeute unter anderem, dass die Regierung über die von ihr regulierten Branchen auf dem Laufenden bleibe. Er sagte, die Regierung unterscheide sich nicht von privaten Unternehmen, die sich auf Fakten stützen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. „Warum sollte man freiwillig blind fliegen?“, sagte er. 

Eine Sprecherin des Weißen Hauses teilte nun der "Post" mit: „Leider sind wir gezwungen, die Fake News zu lesen, damit wir wissen, welche Lügen wir entlarven müssen.“