Wladimir Putin und die mysteriösen Tode von Gegnern, aber auch Wegbegleitern – eine endlose Geschichte.
Seit vielen Jahren schon sterben immer wieder Personen ganz plötzlich, die sich entweder klar gegen den Kreml-Despoten gestellt haben oder die zeitweise nah an Putin dran waren. Sie werden auf offener Straße erschossen, fallen aus Fenstern oder erliegen plötzlich schweren Krankheiten.
Tod in Putins Umfeld: "Der Geheimnisträger"
Wie zuletzt auch Juri Sadowenko, ehemaliger russischer Vizeverteidigungsminister. Laut russischer Medien starb er am 25. Dezember an einer „Herzkrankheit“. Viel mehr ist über seinen Tod noch nicht bekannt.
Bekannt ist, dass Sadowenko eine schillernde Figur in Moskau war. Er war übereinstimmenden Medienberichten zufolge einer der engsten Vertrauten des ehemaligen Verteidigungsministers Sergei Shoigu. Shoigu wiederum wurde 2024 von Putin entlassen und an die Spitze des Nationalen Sicherheitsrates versetzt. Auch das gab schon reichlich Anlass für Spekulationen, galt Schiogu doch als einer der loyalsten Personen in Putins Umfeld.
Sadowenko wiederum wird in verschiedenen Berichten als „keeper of secrets“ beschrieben, also als der „Geheimnisträger“ und als „Gatekeeper“, also „Türsteher“. Dahinter steckt wohl die Tatsache, dass er seit Jahren eng mit Shoigu zusammen gearbeitet hatte und auch dessen Stabschef im Ministerium war. Und klar ist, dass das Verteidigungsministerium in seinem Angriffskrieg auf die Ukraine das wichtigste Ministerium für den Kreml ist und dort viele sensible Informationen kursieren. Sadowenko musste zusammen mit Shoigu das Ministerium verlassen.
Er war zudem im Mittelpunkt einer pikanten Affäre, wie aus Berichten hervorgeht: Seine Frau hatte ihn für einen anderen Shoigu-Vertrauten verlassen, Timur Ivanov, ebenfalls früher Vizeverteidigungsminister. Ivanov wiederum wurde 2024 wegen Korruption verhaftet und dann zu einer Haftstrafe verurteilt.
"Der Spanier": Tod unter mysteriösen Umständen
Der Tod Sadowenko reiht sich ein in eine Liste weiterer bizarrer Todesfälle der jüngeren Vergangenheit, wie unter anderem „Guardian“ und „Daily Beast“ berichten. Demnach fand in Moskau jüngst die Beerdigung von Stanislav Orlov statt. Er soll Anführer einer berüchtigten Freiwilligenbrigade neo-nazistischer Fußball-Hooligans gewesen sein, die in der Ukraine gekämpft haben. Es soll den Berichten zufolge aber offiziell kein Grund für seinen Tod angegeben worden sein.
Es gab offenbar Spekulationen, dass er im Krieg starb. Doch das stimmt wohl nicht. Denn Orlov, der den Spitznamen „der Spanier“ trug, sei Anfang dieses Monats von Sicherheitskräften Moskaus auf der Krim in einen Hinterhalt gelockt und erschossen worden, berichtet „Guardian“ mit Bezug auf russische Insider. Die britische "Sun" nennt weitere hochrangige russische Militärs, die in jüngerer Vergangenheit unter mysteriösen Umständen starben.
Das prominenteste Opfer im Umfeld von Putin, über den ein Kenner gerade sagte, er sei mehr oder weniger versehentlich zum Autokraten geworden, ist sicher Jewgeni Prigoschin. Der Chef der Söldnertruppe „Wagner“ starb 2024 bei einem bisher ungeklärten Flugzeugcrash, nachdem er sich offen gegen den Kreml-Herrscher gewandt hatte.