Gleich vorweg, es gibt auch eine gute Nachricht: Heutzutage sterben weit weniger Menschen an Krebs als noch vor 25 Jahren. Die Sterberaten gingen für Frauen um 21 Prozent zurück, für Männer sogar um 31 Prozent.
Das ergibt die aktuelle Auswertung der Krebsregister. Medizinischer Fortschritt wie Früherkennung und bessere Therapien tragen dazu bei, dass viele Menschen heute lange mit oder nach einer Krebserkrankung leben.
Der Bericht „Krebs in Deutschland“ zeigt allerdings auch: Mehr als 500.000 Menschen im Jahr bekommen die Diagnose.
Die drei häufigsten Krebsarten bei Frauen sind:
- Brustkrebs
- Darmkrebs
- Lungenkrebs
Die drei häufigsten Krebsarten bei Männern sind:
- Prostatakrebs
- Lungenkrebs
- Darmkrebs
Das statistische Risiko für diese Tumorarten ist dabei in Deutschland unterschiedlich. Sehen Sie hier jeweils die Verteilung auf die sogenannten NUTS-2 Regionen. Sie entsprechen kleineren Bundesländern beziehungsweise zum Teil ehemaligen Regierungsbezirken.
Die fünf Kategorien für die Einfärbung der Regionen ergeben sich jeweils aus der Abweichung zur bundesweiten Rate (Abweichung unter − 15 Prozent, − 15 Prozent bis − 5 Prozent, − 5 Prozent bis + 5 Prozent, + 5 Prozent bis + 15 Prozent, > 15 Prozent).
So häufig tritt Brustkrebs in den verschiedenen Regionen auf
Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Mit zuletzt rund 75.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau. Etwa ein Prozent aller Neuerkrankungen betrifft Männer.
Die positive Nachricht des Berichts: Seit Ende der 1990er Jahre geht die altersstandardisierte Sterberate an Brustkrebs kontinuierlich zurück.
Wie Sie sich vor Brustkrebs schützen können
- Sport,
- gesunde Ernährung,
- Stillen,
- normales Gewicht nach der Menopause,
- Verzicht auf Alkohol und
Verzicht auf Rauchen
So häufig tritt Prostatakrebs in den verschiedenen Regionen auf
Für Männer ist Prostatakrebs die häufigste Krebsdiagnose. Im Jahr 2023 lag die Zahl der Neuerkrankungen bei rund 79.600 Fällen.
Der regionale Vergleich zeigt: Die Erkrankungsraten liegen im Süden und Südosten etwas höher als in den anderen Regionen.
Die gute Nachricht des Berichts: Im Gegensatz zur Erkrankungsrate hat sich die altersstandardisierte Sterberate bis zum Jahr 2007 kontinuierlich verringert und verläuft seitdem annähernd stabil. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Männer mit Prostatakrebs liegt bei 92 Prozent.
Wie Sie sich vor Prostatakrebs schützen können
Außer dem Alter gelten wenig beeinflussbare Risikofaktoren als gesichert. „Ein normales Gewicht und ausreichende Bewegung könnten das Risiko für ein Prostatakarzinom jedoch verringern“, schreiben die Krebsfachleute.
Umso wichtiger ist daher die Früherkennung. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen derzeit für Männer ab dem Alter von 45 Jahren einmal jährlich die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane sowie die Tastuntersuchung der Prostata und der Leistenlymphknoten. Der häufig umstrittene PSA-Test im Blut ist nicht Bestandteil der allgemeinen gesetzlichen Früherkennung.
So häufig tritt Darmkrebs in den verschiedenen Regionen auf
Fast jede neunte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Dickdarm (Kolon) beziehungsweise Mastdarm (Rektum), heißt es im Bericht. Etwa zwei Drittel der Erkrankungen werden im Dickdarm entdeckt. Zudem steigt das Erkrankungsrisiko bis ins hohe Alter an.
Dennoch gilt, dass sich für diese Tumoren die Prognose in den vergangenen zehn Jahren erheblich verbessert hat: Aktuell liegen die relativen 5-Jahres-Überlebensraten mit Darmkrebs für Frauen 66 Prozent und Männer um 63 Prozent.
Wie Sie sich vor Darmkrebs schützen können
Vermeiden Sie diese Risikofaktoren:
- Rauchen
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- ballaststoffarme Ernährung
- regelmäßig Alkohol trinken
- viel rotes bzw. verarbeitetes Fleisch essen
So häufig tritt Lungenkrebs in den verschiedenen Regionen auf
Im Jahr 2023 erkrankten etwa 24.900 Frauen und 33.500 Männer an bösartigen Tumoren der Lunge. Lungenkrebs gehört zu den Tumoren mit einer recht ungünstigen Prognose. Konkret bedeutet das: Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt relativ niedrig, mit rund 25 Prozent bei Frauen und 19 Prozent bei Männern.
Der regionale Vergleich zeigt: Im Nordwesten Deutschlands finden sich höhere Erkrankungsraten als in der restlichen Republik.
Wie Sie sich vor Lungenkrebs schützen können:
- Der stärkste und am besten vermeidbare Risikofaktor ist das Tabakrauchen. In Deutschland ist aktives Rauchen bei Männern geschätzt für neun von zehn und bei Frauen etwa für acht von zehn Erkrankungen verantwortlich.
- Auch Passivrauchen steigert das Krebsrisiko.
Weitere Risikofaktoren spielen eine geringere Rolle:
- Dieselabgase
- Feinstaub
- Asbest
- polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
- Arsen
- Quarzstäube
- Belastung mit Radon, einem natürlich vorkommenden radioaktiven Edelgas
- Ionisierende Strahlung
Aktuell existiert noch keine zuverlässige Methode, um Lungenkrebs früh zu erkennen. Doch eine gute Nachricht gibt es: Ein neues Screening soll das zumindest für bestimmte Risikopersonen ab nächstem Frühjahr ändern.