Will China Taiwan bis Ende 2027 militärisch erobern? Das geht zumindest aus dem Entwurf eines Pentagon-Berichts hervor, den die Nachrichtenagentur „Reuters“ erhalten hat. Demnach arbeite Peking daran, seine militärischen Optionen zu verfeinern, um die Insel notfalls mit „brutaler Gewalt“ einzunehmen.
Taiwan wird von China als abtrünnige Provinz betrachtet, die wieder mit dem Festland „vereint“ werden soll. Laut dem Bericht ist China bereit, auch weitreichende Angriffe durchzuführen, die bis zu 2.000 Seemeilen (etwa 3.700 Kilometer) von der chinesischen Küste entfernt stattfinden könnten.
Gefahr für US-Präsenz im Pazifik?
Die USA könnten bei einem Konflikt im asiatisch-pazifischen Raum ernsthaft herausgefordert werden, heißt es weiter. „In ausreichender Menge könnten diese Angriffe die US-Präsenz in der Region erheblich stören“, heißt es in dem Bericht.
Bereits im vergangenen Monat hatte eine geheime Einschätzung der US-Regierung ergeben, dass China die amerikanischen Streitkräfte in einem Krieg um Taiwan besiegen könnte.
Ausbau des Nukleararsenals
China hat laut dem Pentagon-Bericht auch sein Atomwaffenarsenal massiv erweitert. In neuen Silofeldern nahe der Grenze zu Mongolei seien inzwischen über 100 interkontinentale ballistische Raketen stationiert. Diese Raketen sind mit festem Treibstoff ausgestattet und könnten schnell einsatzbereit gemacht werden.
Der Bericht nennt keine konkreten Ziele für diese Raketen, weist aber darauf hin, dass Chinas Nuklearwaffenarsenal weiter wachse. Bis 2030 werde es voraussichtlich mehr als 1.000 Sprengköpfe umfassen.
Keine Bereitschaft zu Abrüstungsverhandlungen
Trotz dieser Entwicklungen zeigt China laut dem Pentagon keine Bereitschaft, über Abrüstung zu verhandeln. „Wir sehen weiterhin kein Interesse Pekings an umfassenden Gesprächen zur Rüstungskontrolle“, heißt es in dem Bericht. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt angekündigt, mit China und Russland über eine mögliche Denuklearisierung sprechen zu wollen. Doch Peking scheint dafür nicht offen zu sein.
China weist Vorwürfe zurück
China reagierte auf die Berichte mit scharfer Kritik. Laut dem „Telegraph“ bezeichnete Peking die Vorwürfe als Versuch, das Land zu „verleumden und die internationale Gemeinschaft bewusst in die Irre zu führen“. China betont weiterhin, dass es eine „Nuklearstrategie der Selbstverteidigung“ verfolge und eine Politik des Nicht-Ersteinsatzes von Atomwaffen praktiziere.