"Wir Bayern zahlen den Berlinern doch gerne ihre E-Busse"

Ein technischer Rückschlag bei Berlins Verkehrswende sorgt für Gesprächsstoff: 70 von 90 E-Bussen des niederländischen Herstellers Ebusco müssen wegen Materialfehlern in den Depots bleiben. Während der Artikel nüchtern die Ursachen und ersten Reaktionen beleuchtet, entwickelt sich in der Community eine vielschichtige Debatte. Im Mittelpunkt stehen dabei eine breite Skepsis gegenüber dem schnellen Wandel zur Elektromobilität, eine deutliche Kritik an Politik und Verwaltung in Berlin sowie eine Grundsatzdiskussion über nachhaltige Investitionen. Zwischen praktischen Zweifeln, politischer Frustration und grundsätzlichen Fragen zur Technik prallen unterschiedliche Wertvorstellungen aufeinander.

Kritik an Elektromobilität

Mit einem Anteil von 44 Prozent bildet dieses Lager die größte Gruppe. Viele Leser äußern grundlegende Zweifel an der tatsächlichen Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit der E-Mobilität, wie sie im Artikel bei der Stilllegung der Berliner E-Busse sichtbar wird. Kritisiert werden insbesondere technische Schwächen, hohe Kosten und vermeintliche Versäumnisse bei Planung und Umsetzung. Zweifel an der Nachhaltigkeit, die Sorge um zu schnelle Umstellung und die Eignung von E-Bussen für den Alltag verbinden sich mit Kritik an den Verantwortlichen. Die Bedenken reichen von Skepsis gegenüber Akkus und Ladestruktur bis hin zu Fragen nach der Sinnhaftigkeit des schnellen Technologiewechsels.

"Wenn keinerlei Auswirkungen zu spüren sind, hat Berlin eindeutig zu viele Busse."  Zum Originalkommentar

"Berlin muss 70 ihrer 90 E-Busse aus dem Verkehr ziehen! Das sind 20% ihrer E-Busflotte? Es ist nicht mit Beeinträchtigungen im Fahrplan zu rechnen! Fragen: 70 von 90 sind 20%. Warum benötigt man denn die 70 Busse, wenn es keine Fahrplaneinschränkungen gibt?"  Zum Originalkommentar

"Umstellung von Diesel-Motoren auf E-Motoren? Ich bin kein Fachmann, aber kann ich mir nicht vorstellen, dass das gehen soll."  Zum Originalkommentar

Kritik an Politik und Verwaltung

Mit einem Anteil von 24 Prozent setzen sich die Stimmen dieser Gruppe kritisch mit der politischen Steuerung und Verwaltung der Berliner Elektromobilitäts-Offensive auseinander. Die Kommentierenden werfen der Politik mangelnde Planung, zu schnelle Entscheidungen und eine ideologiegetriebene Vorgehensweise vor, wie der Ausfall der E-Busse im Artikel deutlich mache. Häufige Themen sind mangelhafte Kontrolle bei Ausschreibungen, fragwürdige Auswahl von Lieferanten und Zweifel an der Kompetenz politischer Entscheidungsträger. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob öffentliche Investitionen sinnvoll und verantwortungsvoll eingesetzt werden.

"Berlin ist Berlin! Da kauft man von einem No-Name-Hersteller Busse, man will ja die Wähler/innen, wovon ca. 28% BG/Wohngeld, ALG oder BG beziehen, beeindrucken, dass man das Weltklima rettet! Man hat ja, wenn die Busse nicht funktionieren, die Garantien eines Silvester-Herstellers? Das gibt es nur in Berlin, für dieses Failbundesland, dem Bayern, Hessen, BW jedes Jahr Mrd. € im Länderfinanzausgleich überweisen, denn sonst gingen dort die Lichter aus! Wäre besser!"  Zum Originalkommentar

"Das ist die Quittung für den nicht zu Ende gedachten Elektrowahn der Grünen, welche die Regierung und Verwaltungen unterwandert haben und nicht fähig sind, eine Entwicklung zu Ende zu denken, sondern nur schnellstmöglich Fakten schaffen, für die nun der Steuerzahler herhalten muss."  Zum Originalkommentar

"Lieferkettengesetz, aber nicht fähig, die finanzielle Lage von Lieferanten zu prüfen. Sowas geht nur in DE, vor allem in Berlin, wo rein gar nichts kontrolliert wird."  Zum Originalkommentar

"Das kommt durch die EU-Ausschreibung. Günstiger anbieten und dafür an der Qualität sparen."  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur Berliner Verkehrssituation

Einige Kommentierenden (zwölf Prozent) drücken ihre Skepsis und Frustration über die Berliner Verkehrswende durch Ironie und Sarkasmus aus. Die Nutzer reagieren mit Spott auf die technischen Probleme, wie sie der Artikel beschreibt, nehmen dabei aber auch Bezug auf die wiederkehrende Unzuverlässigkeit der Situation in Berlin. Oftmals schwingt zwischen den Zeilen die Enttäuschung über das politische Management mit.

"Kann es sein, dass ich unwillkürlich eine gewisse Schadenfreude empfinde?"  Zum Originalkommentar

"Wäre ja auch überraschend, wenn in Berlin mal was klappt."  Zum Originalkommentar

"Läuft hervorragend mit dem Elektroschrott, sagenhafte Innovation."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Hersteller und Technik

Ein Anteil von zehn Prozent äußert sich kritisch zur Auswahl der Hersteller und zu den technischen Grundlagen der E-Busse, wie sie im Artikel mehrfach problematisiert werden. Im Fokus stehen die geringe Erfahrung junger ausländischer Hersteller, die Gefahr wirtschaftlicher Instabilität und die Sorge, dass deutsche Technik zu wenig berücksichtigt wird. Die Beiträge hinterfragen die Nachhaltigkeit dieser Entscheidungen für den Berliner Nahverkehr.

"Wenn der niederländische Hersteller noch pleitegehen sollte, hat Berlin mal wieder Kohle zum Fenster rausgeschmissen. Nichts geht über einen soliden MAN-Diesel!"  Zum Originalkommentar

"Allgemein stellt sich die Frage, warum man für diese Busse einen Hersteller nimmt, welcher erst seit 2010 existiert und seitdem keine 1000 Fahrzeuge gebaut hat."  Zum Originalkommentar

"Berlin hat es ja. Muss allerdings hoffen, dass der Hersteller nicht pleitegeht. Ich gehe davon aus, dass die die Garantieforderungen nicht erfüllen können."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Kosten und Finanzierung

Sieben Prozent der Leser setzen sich mit der finanziellen Seite der Berliner Verkehrswende auseinander. Im Zentrum stehen hier Sorgen, ob Steuergelder effizient verwendet werden und ob der Bund oder andere Bundesländer für Ausfälle in Berlin aufkommen müssen. Die Bemühungen um nachhaltige Mobilität werden mit kritischen Fragen nach Abgabenerhöhungen und Umlage auf Fahrpreise verknüpft, wie am Beispiel gestiegener Ticketpreise sichtbar.

"Wie bereits vorgeschrieben.... Berlin hat's ja, ansonsten bekommt es ja Geld vom Länderfinanzausgleich."  Zum Originalkommentar

"Wir Bayern zahlen den Berlinern doch gerne ihre noch teureren E-Busse. Hauptsache, der Bildung bei uns wird kein Gefallen getan. Wer will schon schlaue Bürger?"  Zum Originalkommentar

"Kann man doch alles auf die Tickets aufschlagen. In Hamburg kostet die einfache Fahrt wegen des Einsatzes solcher Busse inzwischen 3,70 EUR und reicht das immer noch nicht."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Datenschutz bei E-Bussen

Zwei Prozent der Kommentare befassen sich mit disruptiven Fragen rund um Datenschutz und Datensicherheit, die im Artikel durch Beispiele aus Norwegen und Schweden anklingen. Im Mittelpunkt stehen Zweifel an der Sicherheit der Technik und die Sorge, dass sensible Daten in falsche Hände geraten. Die Debatte offenbart Unsicherheit über politische und technische Kontrollmöglichkeiten bei E-Bussen, besonders mit Blick auf internationale Anbieter.

"Lustig; China-Busse, die nach Hause telefonieren... Als wenn das andere Fahrzeuge nicht machen würden. Sogar bei Kfz einfach von der EU vorgeschrieben (u.a. automatischer Notruf; hier sogar Pflicht!) usw.."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Ein Prozent der Kommentare sind nicht eindeutig einer Perspektive zuzuordnen. Sie thematisieren verschiedene Aspekte der Debatte oder bleiben allgemein und ohne klaren Bezug zu den Schwerpunkten.

Verkehrswende am Scheideweg – Ihre Meinung zählt! Wird Berlin mit Pannen, Kosten und Datenschutzproblemen zum warnenden Beispiel für die gesamte Verkehrswende? Oder sind Materialfehler ein normaler Teil jeder technischen Innovation? Diskutieren Sie mit!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
Berlin muss Elektro-Busse wegen Materialfehlern vorerst aus dem Verkehr ziehen
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