"Wir geißeln und kasteien uns selbst mit unsinnigen Vorschriften"

Der Artikel analysiert, warum Deutschland in Trumps Überlegungen zur EU kaum eine Rolle spielt – und zeichnet ein kritisches Bild der Entwicklung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In der Debatte dazu dominieren Vorwürfe gegen die politische Führung, die das Land als orientierungslos, schwach oder sogar handlungsunfähig darstellen. Weitere Perspektiven beleuchten wirtschaftliche Fehlentscheidungen, den Identitätsverlust innerhalb der EU und die generelle Skepsis gegenüber europäischer Integration und Migrationspolitik. 

Kritik an deutscher Politikentwicklung

Mit 39 Prozent bildet die politische Kritik das größte Meinungsbild. Viele Leser werfen den aktuellen und vergangenen Regierungskonstellationen Orientierungslosigkeit, fehlende Visionen und wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Stillstand vor. Immer wieder wird insbesondere auf die Verantwortung der etablierten Parteien, wie CDU und SPD, hingewiesen. Die Debatte kreist um das selbstverschuldete Abschneiden Deutschlands in der EU und um eine grundsätzliche Verunsicherung bezüglich Führung, Identität und Zukunft. Viele fragen sich, ob und wie das Ruder noch herumgerissen werden kann. Häufig wird eine Neuaufstellung der Politik oder sogar ein radikaler Wechsel als nötig erachtet.

"Deutschland ist für ihn halt uninteressant, und das ist nachvollziehbar. Seit der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder dümpelt das Land einfach nur vor sich hin und bringt nichts auf die Reihe."  Zum Originalkommentar

"Wir sind seit ein paar Tagen zurück aus Shanghai. Das heißt, wir sind zurück in die Vergangenheit gekommen. Deutschland hat meiner Sicht einen Rückstand von mindestens 10-15 Jahren. Unsere chinesischen Freunde sagen, es ist verrückt, was in Deutschland passiert. Ihr habt eine schwache Regierung ohne Vision für die Zukunft. So kann man ein Land nicht gestalten. Wie Recht sie haben."  Zum Originalkommentar

"Ich verstehe die Aufregung der ganzen Kommentatoren hier nicht. Die Wahlen im Februar und in NRW zeigen doch eindeutig, dass die Mehrheit der Wähler mit dieser völlig unfähigen Regierung einverstanden ist. Also bitte nicht jammern, ihr bekommt genau das, was ihr gewählt habt. Heute im aktuellen Trend steigen Grüne und Rote wieder, also nicht jammern, sondern weiter so in den Abgrund."  Zum Originalkommentar

Kritik an deutscher Identitätspolitik

Vierzehn Prozent der Leserschaft sehen einen zentralen Missstand in der Identitätsfrage Deutschlands. Sie kritisieren, dass Deutschland seine nationale Identität in der EU zunehmend aufgegeben habe und sich aus historischen Gründen immer noch durch Schuld und Selbstzweifel prägen lasse. Für viele spielt die Vergangenheit eine zu große Rolle, während eine moderne, eigene Story oder verbindende Identität fehlen. Teilweise werden die politischen Eliten dafür verantwortlich gemacht, dass nationale Belange vernachlässigt werden. Die Frage, wie eine neue, positive deutsche Identität aussehen kann, bleibt für viele unbeantwortet.

"Deutschland taucht in den Überlegungen von Trump nicht auf - wieso? Weil Deutschland sich in der EU seit Jahrzehnten wohlfühlt wie in einem Schutzraum, in dem man nationale Identität abgeben kann. Die EU wurde für Deutschland zum Ort, an dem man sich selbst auflöst."  Zum Originalkommentar

"Fußball, Autos, Hitler. Doch ein Land, das sich nicht definieren will, wird definiert. Eine starke Story hat so lange Bestand, bis sie von einer mindestens ebenso starken Story abgelöst wird. Fragt man in Asien oder dem mittleren Osten, was Deutschland ausmacht, dann hört man: Fußball, Autos, Hitler."  Zum Originalkommentar

"Mit deutscher nationaler Identität kann doch bei den hiesigen politischen Eliten keiner etwas anfangen, ein ehem. Vizekanzler hat dies sogar explizit wörtlich so formuliert. Hier gibt es nur noch Europäer, was insofern praktisch ist, weil sie sich hinter dem höherrangigen Recht von Brüssel verstecken können, wenn die Wirtschaft durch unsinnige EU-Gesetze in die Knie geht. Andere EU-Staaten haben sehr wohl noch eigene Interessen, wie etwa die Polen und Ungarn, die sie im Notfall auch gegen Brüssel durchsetzen, und zwar mit Erfolg."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber deutscher Selbstwahrnehmung

Zwölf Prozent der Kommentare hinterfragen deutlich, wie Deutschland mit sich selbst umgeht. Die Beiträge drücken aus, dass politisches Selbstmisstrauen, fehlende narrative und programmatische Stärke und ein Hang zum selbstschädigenden Verhalten das Land belasten. Immer wieder wird von 'Selbsthass' und mangelndem Gestaltungswillen gesprochen. Die Perspektiven reichen von resigniertem Kopfschütteln bis zum Zweifel, ob Deutschland seinen Wohlstand und Einfluss noch ausreichend schützt.

"Deutschland pflegt eine Form des politischen Selbstmisstrauens. Es wirkt, als würde das Land sich in seinem Selbstzweifel suhlen – und daraus politische Programme machen, die den eigenen Wohlstand unterminieren."  Zum Originalkommentar

"Deutschland ist entweder maximal devot – oder es will die ganze Welt gleichzeitig angreifen, wobei es dann normalerweise verliert. Winston Churchill sagte über die Deutschen, also uns, so treffend: „You have them either at your feet or at your throat”. Also: Man hat die Deutschen entweder zu Füßen oder an der Kehle."  Zum Originalkommentar

"Trump kann nicht nachvollziehen, was in Deutschland passiert ist. Warum ein Land freiwillig Gesetze erlässt und Initiativen startet, die seinen Wohlstand massiv beschädigen. Warum man die mächtigste Industrie Europas schwächt, warum man Energie unbezahlbar macht, warum man sich permanent selbst moralisch niedermacht und seinen Selbsthass pflegt."  Zum Originalkommentar

"In dieser Logik wirkt Deutschland nicht wie ein Partner, sondern wie ein Land, das sich selbst klein macht. Und ein Land, das sich selbst klein macht, muss man nicht bekämpfen – es erledigt die Vernichtungsarbeit ganz allein."  Zum Originalkommentar

Kritik an deutscher Wirtschaftspolitik

Neun Prozent der Leserpositionen beschäftigen sich mit der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands. Die Kommentare betonen die Folgen der Deindustrialisierung, zu weit greifender Klimapolitik und einer Fehlsteuerung bei der Energiewende. Viele machen die politischen Eliten für Arbeitsplatzverluste, hohe Energiekosten und sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit direkt verantwortlich. Es herrscht Sorge, dass mit dem aktuellen Kurs ein Wohlstand für breite Teile der Gesellschaft nicht zu halten sein wird.

"Auf der ganzen Welt wird sich abgerackert und geschuftet, um ein wenig mehr Wohlstand zu erreichen. Die Deutschen haben das nun nicht mehr nötig, denn sie sind jetzt fleißig damit beschäftigt, den seit Jahrzehnten hart erarbeiteten Wohlstand wieder zu minimieren. Nachhaltigkeit, Biologischer-Anbau und CO2 freie Zone ist nun das erklärte Ziel. Wohlstand für alle, ist dadurch halt nicht mehr drin."  Zum Originalkommentar

"Wir geißeln und kasteien uns selbst mit unsinnigen Vorschriften und machen unsere Wirtschaft bewusst kaputt. Merz nennt die Erhöhung der CO2-Abgabe ein marktwirtschaftliches Instrument. 6 setzen. Jeder BWLer im zweiten Semester weiß das besser."  Zum Originalkommentar

"Energiewende und Klimaschutzvorgaben bewirken kein neues deutsches Wirtschaftswunder, sondern lassen den Morgenthau-Plan zum Leben erwecken. Die Schrumpfung der Chemie- und Maschinenindustrie ist nun unübersehbar. Dennoch sind wenig Anstrengungen zu erkennen, den eingeschlagenen harten Klimakurs etwas milder und lebenswerter zu gestalten."  Zum Originalkommentar

Kritik an EU und europäischer Integration

Etwa sechs Prozent äußern deutliche Skepsis gegenüber den Strukturen der Europäischen Union. Kritisiert werden der wachsende bürokratische Apparat, eine angeblich fehlende Effizienz und der Druck auf nationale Identitäten. Einige fordern explizit Schritte zurück zu nationalem Recht und mehr Eigenverantwortung für die einzelnen Staaten. Die Gefahr einer zu großen Dominanz einzelner Länder in der EU – insbesondere durch Deutschland und Frankreich – wird ebenso diskutiert wie die Perspektiven und Kosten für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

"Ein Ausscheiden von Ungarn und Polen aus der EU wäre zu begrüßen. Zwei extreme Kostgänger in der EU weniger würden Deutschlands Transferaufwand enorm entlasten. Trump kann sich der beiden Länder gerne annehmen."  Zum Originalkommentar

"Die Idee einer Europäischen Union ist nach wie vor richtig. Nur das, was draus gemacht worden ist, ist falsch. Es ist kein großer homogener leistungsfähiger Wirtschaftsstandort geworden, sondern ein lahmender Bürokratiewust, mit dem die Bürger gegängelt werden. Die Politik ist auf der Hälfte der Strecke einfach stehen geblieben, sinnvolle Weiterentwicklung der EU Fehlanzeige."  Zum Originalkommentar

""Die Europäische Union ist – man vergisst das gerne – einer der freiheitlichsten Räume der Welt" Ist das wirklich die Meinung des Autoren? Ein sozialistisches Konglomerat, das ihren Bürgern vorschreibt, wie sie heizen sollen, welche Antriebsmotoren ihre Autos haben müssen, die Überlegungen weg vom Fleisch hin zu vegetarischer/veganer Ernährung, dass der Klimawandel rein menschgemacht ist und dem Bürger deswegen mit hohen Kosten belegt. Das ist ein freiheitlicher Raum? Ich bin gebürtiger Amerikaner und lebe in den USA. Da wir unsere Bürger nicht mit solchen Nonsens-Gesetzen belästigen, sondern den Bürgern fahren, heizen und essen lassen, was immer sie wollen, müssten die USA demgemäß das freiheitlichste Land der Welt sein.""  Zum Originalkommentar

Kritik an Migrations- und Grenzpolitik

Fünf Prozent der Leserreaktionen richten sich auf die Fehler und Versäumnisse in der Migrations- und Grenzpolitik Deutschlands und der EU. Kritisiert werden vor allem die mangelnde europäische Absprache, die spontane Öffnung der Grenzen 2015 und die fehlende Konsequenz gegenüber Herkunftsländern. Für viele erschwert dies die Lösung sozialer Herausforderungen. Gleichzeitig bleibt offen, wie eine wirklich tragfähige Migrationspolitik aussehen kann.

"Bis heute fehlt ein funktionierender, europäischer Ansatz. Und während Deutschland sich sonst devot mit allen abstimmt und EU-Vorlagen gerne zum eigenen Schaden übererfüllt, ist Angela Merkel 2015 mit der ungeplanten Grenzöffnung einfach vorgeprescht, ohne sich mit irgendjemandem abzusprechen. Die Briten waren so entgeistert, dass sie sich für den EU-Austritt entschieden (was sicher nicht klug war)."  Zum Originalkommentar

"Die Chinesen waren mehr als befremdet, als Merkel sagte, man könne Grenzen nicht schützen. Einem Volk, das die chinesische Mauer gebaut hat, musste diese Aussage wie eine Mischung aus Schwäche und Dummheit vorkommen."  Zum Originalkommentar

"Auch hier war die ungeregelte Migration keine Idee von irgendeiner globalen, linken Vereinigung, wie es oft kolportiert wird, sondern eine Idee der angeblich so patriotischen und auf deutscher „Leitkultur“ pochenden CDU."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Fünfzehn Prozent bewegen sich außerhalb klarer Themenschwerpunkte. Viele Beiträge äußern Unsicherheit, Resignation oder Kritik quer durch mehrere Themenfelder. Teilweise werden außergewöhnliche oder humorvolle Lösungsvorschläge gemacht, oft bleibt die Stimmung ratlos oder resignativ, ohne dass eine konkrete Handlungsrichtung erkennbar wird.

"Komm schon, Donald und gib Dir 'nen Ruck Deutschland temporär, so 20 Jahre, als neue Exklave annektieren und hier die Fehler der letzten 30 Jahre korrigieren Alleine werden wir es nämlich nicht mehr schaffen"  Zum Originalkommentar

"Versucht mal zu sagen, was Deutschland heute ist! Ich finde da nicht viel."  Zum Originalkommentar

Deutschland am Scheideweg – Ihre Sicht zählt! In der Leserdebatte treffen Skepsis, konstruktive Kritik und der Wunsch nach Neuorientierung aufeinander. Wie sehen Sie die Entwicklung Deutschlands – muss das Land neue Wege gehen oder wird zu schwarz gemalt? Diskutieren Sie mit!

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In Trumps radikalen Überlegungen taucht Deutschland nicht auf - aus gutem Grund
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