Putin protzt mit Kleinstadt-Eroberung – plötzlich schickt Selenskyj Video von dort

Nach russischen Eroberungsmeldungen hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag, dem 12. Dezember, demonstrativ am Rande der Stadt Kupjansk im Osten des Landes gezeigt. "Viel haben die Russen von (der Eroberung der Stadt) Kupjansk gesprochen, wir sehen, wie es ist", sagte der Staatschef in einem Video, welches er auch auf dem Kurznachrichtendienst X veröffentlichte.

Erfolge an der Front für Ergebnisse in der Diplomatie

Dabei zeigte er sich mit Schutzweste – aber ohne Helm – vor dem Hintergrund der zerstörten Ortseingangs-Stele. Er dankte den Soldaten für ihren Einsatz. "Heute ist es außerordentlich wichtig, Ergebnisse an der Front zu erzielen, damit die Ukraine Ergebnisse in der Diplomatie erreichen kann", sagte er. 

Der Kreml hatte vor gut drei Wochen erklärt, dass die Stadt im Gebiet Charkiw komplett erobert sei, was von der ukrainischen Regierung zurückgewiesen wurde. Kupjansk stand bereits nach dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 für knapp sieben Monate unter russischer Kontrolle. Die Stadt, die vor dem Krieg rund 27.000 Einwohnern hatte, ist inzwischen weitgehend zerstört.

Die "komplette Eroberung" der Kleinstadt entlarvte Selenskyj mit seinem Besuch vor Ort als Lüge. Er schreibt: "Die Russen redeten ununterbrochen über Kupjansk – die Realität spricht für sich selbst. Ich habe unsere Truppen besucht und ihnen gratuliert. Ich danke jedem einzelnen Soldaten! Ich bin stolz auf euch! Und ich danke allen unseren Landstreitkräften – heute ist euer Tag!"

Der ukrainische Präsident Selenskyj wendet sich am Freitag in Kupjansk an seine Truppe.
Neben Drohnen-Abfang-Netzen wendet sich der ukrainische Präsident Selenskyj am Freitag in Kupjansk an seine Truppe und sein Volk. X.com/ZelenskyyUa

Selenskyj am Montag in Berlin

Am kommenden Montag wird Präsident Selenskyj in Berlin erwartet. Gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz, dem US-Gesandten Steve Witkoff und Vertretern anderer EU- und Nicht-EU-Staaten soll dann über die Beendigung des Krieges in der Ukraine gesprochen werden.

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Mit Material der dpa