Wer meint, Berufsunfähigkeit sei vor allem ein Problem körperlich arbeitender Menschen, liegt falsch. Die aktuellen Zahlen zeigen ein anderes Bild: Psychische Erkrankungen und chronische Leiden sind heute die Hauptursachen – quer durch alle Berufsgruppen.
1. Psychische Erkrankungen
Mit 35,75 Prozent stehen psychische Leiden auch 2025 an der Spitze der Ursachen für Berufsunfähigkeit. Und ihr Anteil steigt weiter.
Dazu gehören vor allem:
- Depressionen
- Burnout-Syndrome
- Angst- und Panikstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörungen
Diese Erkrankungen betreffen längst nicht mehr nur Pflegekräfte oder Sozialarbeiter. Auch Büroangestellte, Lehrkräfte oder Führungskräfte sind betroffen – ausgelöst durch Dauerstress, Leistungsdruck und zu wenig Erholung.
Pandemie-Folgen, wirtschaftliche Unsicherheiten und die digitale Dauererreichbarkeit haben die psychischen Belastungen zusätzlich verschärft. Wer mental ausfällt, bleibt oft über Monate oder Jahre arbeitsunfähig – ein deutliches Zeichen, dass seelische Erkrankungen längst kein Randphänomen mehr sind.
2. Rücken, Gelenke und Knochen
An zweiter Stelle stehen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats mit 17,85 Prozent.
Häufig betroffen sind:
- Chronische Rücken- und Bandscheibenprobleme
- Arthrose und Gelenkverschleiß
- Rheuma oder chronische Schmerzen
Nicht nur körperlich Arbeitende, auch Büroangestellte leiden zunehmend unter diesen Beschwerden. Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und monotone Belastungen sind die Hauptursachen. Die moderne Arbeitswelt mit langen Sitzzeiten hat Rückenschmerzen zur Volkskrankheit Nummer eins gemacht.
3. Krebs und andere bösartige Erkrankungen
Mit 16,96 Prozent liegen Krebserkrankungen auf Platz drei. Besonders häufig treten Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Leukämie auf.
Eine Krebsdiagnose bedeutet meist eine lange Therapiephase und erschwerte Rückkehr ins Berufsleben. Viele Betroffene schaffen keine vollständige Wiedereingliederung. Gerade in solchen Fällen zeigt sich, wie wichtig eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist: Sie schützt das Einkommen, wenn das Leben plötzlich aus der Bahn gerät.
4. Herz- und Kreislauferkrankungen
Etwa 6,16 Prozent der Berufsunfähigkeiten gehen auf Herz- und Gefäßerkrankungen zurück. Dazu zählen Herzinfarkte, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen.
Diese Leiden entwickeln sich meist über Jahre – begünstigt durch Stress, ungesunde Ernährung, Rauchen oder Bewegungsmangel. Oft bleiben sie lange unbemerkt, bis eine akute Krise eintritt.
5. Unfälle – selten, aber schwerwiegend
Nur 6,96 Prozent aller Berufsunfähigkeiten entstehen durch Unfälle – deutlich weniger, als viele annehmen. Das widerlegt die verbreitete Annahme, man könne sich durch Vorsicht schützen. Die meisten Fälle entstehen durch Krankheiten – unabhängig von Beruf oder Lebensstil.
6. Weitere Erkrankungen – vielfältige Ursachen
Rund 16,3 Prozent entfallen auf „sonstige Erkrankungen“, etwa Multiple Sklerose, Diabetes, chronische Infektionen oder Autoimmunleiden. Diese Krankheiten entwickeln sich oft schleichend und führen langfristig zu erheblichen Einschränkungen. Auch sie verdeutlichen: Berufsunfähigkeit ist selten ein plötzliches Ereignis – sie entsteht meist über Jahre.
7. Über 75 Prozent aller Fälle sind krankheitsbedingt
Addiert man alle krankheitsbedingten Ursachen, ergibt sich ein klares Bild:
Mehr als drei Viertel aller Berufsunfähigkeiten entstehen durch Krankheiten – nicht durch Unfälle oder körperliche Gefahren. Diese Entwicklung hat sich seit 2010 deutlich verstärkt. Während damals noch rund zwei Drittel der Fälle krankheitsbedingt waren, liegt der Anteil heute deutlich höher. Auch Lehrkräfte, Entwickler oder Manager sind betroffen – selbst ohne körperlich anstrengende Tätigkeiten.
Fehlwahrnehmung: Unfall statt Krankheit
In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Unfälle im Vordergrund. Tatsächlich sind die häufigsten Ursachen jedoch leise und unsichtbar – psychischer oder chronischer Natur. Diese Fehleinschätzung führt dazu, dass viele Büroangestellte oder Akademiker keine BU-Versicherung abschließen, obwohl gerade sie durch mentale Belastung gefährdet sind.
Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung unverzichtbar ist
Ob Depression, Krebs oder Rückenleiden – Berufsunfähigkeit kann jeden treffen.
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht selten aus, um den Lebensstandard zu sichern. Ohne private Absicherung droht schnell ein finanzieller Absturz. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt das Einkommen, wenn Sie Ihren Beruf vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr ausüben können.
Fazit: Jeder kann betroffen sein
Die Zahlen von 2025 zeigen deutlich:
- Psychische Erkrankungen machen mehr als ein Drittel aller Fälle aus.
- Über 75 Prozent der Berufsunfähigkeiten entstehen durch Krankheiten.
- Nur etwa 7 Prozent resultieren aus Unfällen.
Berufsunfähigkeit ist kein Ausnahmefall, sondern Realität. Wer frühzeitig eine passende Versicherung abschließt, sichert sich bessere Konditionen und langfristig finanzielle Stabilität – ganz gleich, in welchem Beruf Sie tätig sind.
Bastian Kunkel, Gründer von „Versicherungen mit Kopf“, ist ein führender Experte in der Versicherungsbranche mit über 850.000 Followern auf Social Media. Seine VMK Versicherungsmakler GmbH zählt zu den besten Maklern Deutschlands. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.